Merkel-Getreuer Laschet "Eine konservative Revolution wird es in der CDU nicht geben"

Nach dem Kauder-Beben: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet warnt die CDU vor einem radikalen Kurswechsel - und hält nichts davon, Angela Merkel als Parteivorsitzende zu entmachten.

Laschet, Merkel (Archiv)
DPA

Laschet, Merkel (Archiv)


Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die CDU vor einem konservativeren Kurs nach einem Ende der Ära Merkel gewarnt. "Auch in einer Zeit nach Angela Merkel wird die Union nur mit einem Kurs der Mitte gewinnen", sagte der CDU-Vizevorsitzende der Zeitung "taz am Wochenende". "Eine sogenannte konservative Revolution wird es nicht geben", fügte er hinzu - mit Blick auf einen Begriff, den der CSU-Abgeordnete Alexander Dobrindt vor einigen Monaten benutzt hatte.

Laschet spricht sich zudem dagegen aus, das Amt der Bundeskanzlerin vom CDU-Vorsitz zu trennen. "Die CDU war in der Vergangenheit gut beraten, das Amt des Regierungschefs und des Parteichefs zusammenzuhalten. Bei der SPD war das nicht immer so, was oft zu Spannungen führte."

Nach der Abwahl des Merkel-Vertrauten Volker Kauder als Unionsfraktionschef wird über ihre politische Zukunft diskutiert. Sie selbst hat erkennen lassen, dass sie trotz parteiinterner Kritik beim CDU-Parteitag Anfang Dezember wieder für den Vorsitz kandidieren will. "Ich habe gesagt, ich stehe für diese Legislaturperiode zur Verfügung, und ich habe meine Meinung bezüglich der Verbindung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft nicht geändert", sagte sie am Donnerstagabend der "Augsburger Allgemeinen". Merkel betont seit Langem, dass Kanzlerschaft und Parteivorsitz zusammengehören.



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eric111 29.09.2018
1. Kurswechsel
"Armin Laschet warnt die CDU vor einem radikalen Kurswechsel" Der Kurswechsel fand unter Merkel bereits statt. Sie entführte die CDU und ließ sie links der SPD wieder raus. Aus dem damals vorherrschenden Parteiensystem, in dem es immer eine starke Oposition gab, mache sie Einheitsparteien. Falls noch jemand fragt, warum dei AfD immer stärker wird: die konservativen Parteien Deutschlands haben ihre Wähler verprellt.
frank.huebner 29.09.2018
2. Abwarten
Man muss abwarten. Wenn die AfD dabei ist, die CDU einzuholen, dann wird sich die Meinung Laschets ändern. Und auch die der anderen Berufspolitiker, die dann um ihren Sitz und ihre Einkommen bangen müssen. Und da die CDU und SPD ihre Politik nicht ändern werden...wird das bald sein.
blackbaro 29.09.2018
3. Armin Laschet
Hat die Wahl in NRW nicht gewonnen weil er und seine Partei die Wähler überzeugt haben,sondern nur weil die SPD so grotten schlecht regiert hat. Ich glaube die CDU hat damals selbst nicht mit einem Sieg gerechnet und deswegen ihren schwächsten Kandidaten aufgestellt!! Mit seiner Merkel hörigkeit wird er bald keinen Stand in der CDU mehr haben.
demokrat2 29.09.2018
4. Gedankemspiele der Angst
Lascher weiß,: Wenn Merkel fällt, fält die CDU und damit auch seine Macht in NRW. Dabei steht seine Macht jetzt schon auf unsicherem Boden. Die FDP an seiner Seite muss sich selbst noch profilieren, sitzrt also selbst nicht im sicheren Sattel. Due Konkurrenz ist im eigenen Lager. Auch innerparteilich. Die CDU steht in NRW unter droßem Druck, weil sie alles besser als die SPD machen will. In NTW geht das nicht so einfach.
dirkcoe 29.09.2018
5. Abwarten Herr Laschet
Auch die Kauder Abwahl hat niemand vorausgesagt. Die Stimmung in der Union würde und wird falsch eingeschätzt. Die Mehrheit will die Erneuerung - und bekanntlich setzt die Mehrheit sich auch durch in der Demokratie.
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