Angst vor Tomaten- und Eierwürfen: Beck sagt Liechtenstein-Reise ab

Kurt Beck traut sich nicht nach Liechtenstein. Der Noch-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat einen Besuch in dem Fürstentum kurzfristig abgesagt - aus Angst um seine Sicherheit. Eine Zeitung hatte berichtet, der deutsche Politiker könne mit Tomaten- und Eierwürfen empfangen werden.

Ministerpräsident Kurt Beck: "Moderne Form des Raubrittertums" Zur Großansicht
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Ministerpräsident Kurt Beck: "Moderne Form des Raubrittertums"

Mainz/Vaduz - Nein, beliebt ist Kurt Beck in Liechtenstein nicht. Viele Bewohner des Fürstentums nehmen dem rheinland-pfälzischen Regierungschef immer noch übel, dass er vor vier Jahren während des Steuerhinterziehungsskandals von Ex-Postchef Klaus Zumwinkel heftig über ihren Staat herzog. Beck, damals auch Bundeschef der SPD, hatte die "Steueroase Liechtenstein" mit einer "modernen Form des Raubrittertums" verglichen.

Am kommenden Montag wollte er der 63-Jährige nun eigentlich nach Liechtenstein reisen, er wollte auf dem Wirtschaftsforum eines Verlags in Vaduz sprechen. Den Termin hat Beck aber kurzfristig absagen lassen, wie ein Sprecher der Staatskanzlei am Mittwoch in Mainz mitteilte. Grund sind Sicherheitsbedenken.

Die Tageszeitung "Liechtensteiner Vaterland" hatte zuvor von kontroversen Diskussionen berichtet - und auch darüber, dass der Ministerpräsident womöglich mit Tomaten- und Eierwürfen empfangen werden könnte. Daraufhin habe dessen Sicherheitsteam von einem Auftritt im Fürstentum abgeraten, so der Staatskanzleisprecher, der noch hinzufügte, dass das Verhältnis zwischen Rheinland-Pfalz und Liechtenstein gut sei.

Der Sprecher verwies zudem darauf, dass auch gesundheitliche Gründe eine Rolle bei der Absage gespielt hätten. Dass Beck bei der zu erwarteten Aufregung an seine Gesundheit denke, sei nachvollziehbar, hieß es aus der Staatskanzlei. Der Sozialdemokrat gibt im Januar sein Amt als Ministerpräsident auf, weil er nach eigenen Angaben an der Bauchspeicheldrüse erkrankt ist.

Beck steht seit Monaten in der Kritik wegen der Nürburgring-Pleite. Ende August musste er sich einem Misstrauensvotum stellen. Sein ehemaliger Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) steht wegen Untreue vor Gericht. Sozialministerin Malu Dreyer wird von Beck das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen.

heb/dpa/dapd

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1. Bravo
Kalaschnikowa 21.11.2012
Zitat von sysopDPAKurt Beck traut sich nicht nach Liechtenstein. Der Noch-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat einen Besuch in dem Fürstentum kurzfristig abgesagt - aus Angst um seine Sicherheit. Eine Zeitung hatte berichtet, der deutsche Politiker könne mit Tomaten- und Eierwürfen empfangen werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kurt-beck-sagt-liechtenstein-reise-aus-angst-um-sicherheit-ab-a-868565.html
Wie, der Beck wollte auch eine Rede halten? Das gibts doch gar nicht, war der denn beim Steinbrück in der Schule? Gottseidank ist es nicht so weit gekommen - ein Bravo den Liechtensteinern!
2. Lachanfall
el-gato-lopez 21.11.2012
Na, die Liechtensteiner hätten wohl kaum dieses Politikersubstitut mit Esswaren beworfen, sondern den lieben Herrn Beck schlicht ausgelacht. Da kommt doch allen Ernstes einer daher, der hunderte Millionen Steuergelder für seinen Vergnügungspark/Rennstrecke verlocht, sich von jedem Schlangenölverkäufer (der nicht mal einen AWD-Job bekäme) über den Tisch ziehen lässt und Geschichten von "reichen Onkeln aus Amerika" glaubt - Und so einer gibt den ehrbaren Finanzexperten, der den pösen Berglern Voträge über gutes und ehrliches Wirtschaften in Finanz- und Steuerfragen erteilen will. Realsatire!
3. Danke Liechtenstein!
fairness2 21.11.2012
Dafür, daß ihr Herrn Beck als SPD-Scheinheiligen und modernen SPD-Raubritter nicht willkommen heißt. Hoffentlich verfahrt ihr auch so mit anderen linken deutschen Politraubrittern, die das eigenen Volk bestehlen bzw. bestehlen wollen (wie z.B. Steinbrück), ihre eigenen Pfründe aber niemals antasten bzw. noch mit Scheinhonoraren drastisch vergrößern.
4.
achim-bonn 21.11.2012
Zitat von sysopDPAKurt Beck traut sich nicht nach Liechtenstein. Der Noch-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz hat einen Besuch in dem Fürstentum kurzfristig abgesagt - aus Angst um seine Sicherheit. Eine Zeitung hatte berichtet, der deutsche Politiker könne mit Tomaten- und Eierwürfen empfangen werden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kurt-beck-sagt-liechtenstein-reise-aus-angst-um-sicherheit-ab-a-868565.html
Also, wenn das Verhältnis zwischen RLP und Liechtenstein gut sein soll, dann würde mich interessieren, womit die werfen würden, wenn es schlecht wäre. ;-)
5. falsche Claqueure
siuf 21.11.2012
Auch Rheinland-Pfalz hat Steuerhinterziehende zur Strecke gebracht. Schon dreist, dass Typen wie 'Kalaschnikowa' und 'el-gato-lopez' den Mut haben dürfen, das Sozialverständnis des MP Beck durch billige Rhetorik zu verunglimpfen. - Typische Claqueure mit medialer Narrenfreiheit.
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