Buchenwald KZ-Gedenkstätte weist AfD-Politiker Höcke ab

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald hat Björn Höcke den Zutritt verwehrt. Ein Mitarbeiter stoppte den AfD-Politiker am Eingang.

Lagertor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald (Archivbild)
DPA

Lagertor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald (Archivbild)


Er fiel mit geschichtsrevisionistischen Reden auf, zuletzt sprach der Vorsitzende der thüringischen AfD, Björn Höcke, unter anderem davon, es müsse Schluss sein mit "dämlicher Bewältigungspolitik".

Trotzdem versuchte der Rechtspopulist, am Holocaustgedenktag am Gedenken des thüringischen Landtags auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald teilzunehmen, von dem er zuvor bereits ausgeladen worden war.

Am Eingang wurde Höcke zurückgewiesen, die KZ-Gedenkstätte hatte ihm Hausverbot erteilt. Ein Mitarbeiter stoppte ihn bei der Zufahrt zur Gedenkveranstaltung und übergab Höcke das Verbot in Schriftform.

Der AfD-Politiker akzeptierte die Entscheidung und fuhr wieder ab. Nach Angaben des Gedenkstättenmitarbeiters kritisierte Höcke, dass ein Tag, der dem Gedenken gewidmet sei, zur politischen Auseinandersetzung um seine Person missbraucht werde. Mitarbeiter der Gedenkstätte waren an mehreren Zufahrten postiert. Polizeibeamte standen in Bereitschaft, falls Höcke dem Hausverbot nicht gefolgt wäre.

Die Gedenkstättenleitung hatte dem Rechtspopulisten am Donnerstag mitgeteilt, dass er wegen seiner Forderung nach einer 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur beim Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem ehemaligen Lagergelände unerwünscht sei.

In Buchenwald waren zwischen 1937 und 1945 fast 280.000 Menschen interniert. Die Nationalsozialisten ermordeten 56.000 Menschen durch Folter, medizinische Experimente und Auszehrung. Außerdem wurden 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen.

cht/dpa

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