La-Belle-Anschlag Deutsche Opfer fordern Entschädigung aus Gaddafi-Vermögen

Deutsche Opfer von Terrorattacken des libyschen Regimes bringen die Bundesregierung in Bedrängnis: Sie fordern nach SPIEGEL-Informationen aus dem eingefrorenen Geld Gaddafis entschädigt zu werden. Berlin hat noch nicht entschieden, was mit dem Milliardenvermögen passieren soll.

Anschlag auf Diskothek La Belle: Zwei Tote, 202 Verletzte
AP

Anschlag auf Diskothek La Belle: Zwei Tote, 202 Verletzte


Hamburg - Vermögenswerte in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro sollten für mögliche Entschädigungszahlungen zurückgehalten werden, schreiben die Berliner Anwälte der Gaddafi-Opfer-Entschädigungsstiftung in einem Brief an Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Außenamtschef Guido Westerwelle (beide FDP).

Die Juristen vertreten vor allem die Geschädigten des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986. Bei dem Attentat im Stadtteil Friedenau war in der Nähe der Tanzfläche ein mit Eisenteilen durchsetzter Sprengsatz detoniert. Ein 21-jähriger US-Soldat und eine 28-jährige Türkin starben noch in derselben Nacht, ein weiterer schwer verletzter Soldat erlag wenige Wochen später seinen Verletzungen. 202 Menschen wurden verletzt: Fast allen Besuchern platzten die Trommelfelle, einige verloren Gliedmaßen oder erlitten Verbrennungen.

Die Forderungen der Opferanwälte stellen die Bundesregierung vor die politisch heikle und juristisch komplizierte Frage, wie Berlin mit den eingefrorenen Mitteln des Gaddafi-Regimes umgehen will. Im Bundeswirtschaftsministerium gibt es Pläne, die eingefrorenen Mittel an die Uno zu überweisen: Die Vereinten Nationen könnten damit Hilfsmissionen in Libyen finanzieren.

Die Anwälte hingegen argumentieren, allein für die 202 verletzten Deutschen bei dem La-Belle-Anschlag und die Angehörigen einer getöteten Türkin stünden den Geschädigten rund 600 Millionen Euro zu.

Die Opfer des Anschlags in Berlin waren bereits vor Jahren durch eine sogenannte humanitäre Geste des Gaddafi-Regimes entschädigt worden. Allerdings lag die über die Stiftung des Gaddafi-Sohnes Saif al-Islam gezahlte Summe weit unter den Standards in solchen Fällen. Hinzu kommen aus Sicht der Opfervertreter weitere Fälle von Terrorattacken, die direkt oder indirekt von Gaddafi unterstützt worden sind.



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insgesamt 8 Beiträge
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niepmann 22.04.2011
1. Typisch
Der Übeltäter ist noch nicht tot, aber schon jetzt fallen die Ratten über ihn her. Ist doch widerlich! Das Geld gehört den Libyern! Übrigens hat Libyen bereits 35 Millionen als Entschädigung gezahlt.
Gebetsmühle 22.04.2011
2. d
Zitat von niepmannDer Übeltäter ist noch nicht tot, aber schon jetzt fallen die Ratten über ihn her. Ist doch widerlich! Das Geld gehört den Libyern! Übrigens hat Libyen bereits 35 Millionen als Entschädigung gezahlt.
seh ich auch so. das geld gehört den bürgern lybiens. für die anschläge soll gaddafi selbst haften.
Marshmallowmann 22.04.2011
3.
Zitat von Gebetsmühleseh ich auch so. das geld gehört den bürgern lybiens. für die anschläge soll gaddafi selbst haften.
Ich finde das Geld sollte an Deutschland gehn, dafür das wir uns in Afghanistan verstärkt einsetzen und nicht im Libyen Krieg mitmischen, obwohl wir in Afghanistan nichts verloren haben.
Cassandra105 22.04.2011
4. *********************
Zitat von niepmannDer Übeltäter ist noch nicht tot, aber schon jetzt fallen die Ratten über ihn her. Ist doch widerlich! Das Geld gehört den Libyern! Übrigens hat Libyen bereits 35 Millionen als Entschädigung gezahlt.
Soso, völlig unschuldige Opfer eines Terroranschlages sind also neuerdings Ratten...
dukun 22.04.2011
5. Dieses Geld
Zitat von Cassandra105Soso, völlig unschuldige Opfer eines Terroranschlages sind also neuerdings Ratten...
gehört in einem Rechtsstaat noch immer dem, in dessen Namen es deponiert wurde. Ohne einen gerichtlichen Titel, ist eine Zuwendung des Geldes an einen Dritten (z.B. an die UNO oder das Volk der Lybier oder an andere Personen) NICHT rechtmäßig. Sollen sich denn die Deutschen wirklich genau so verhalten wie die Piraten vor Somalia?
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