Saarland: Lafontaine-Favoritin Kohde-Kilsch verliert Listen-Wahl

Lafontaine und Kohde-Kilsch: Intensives Werben für die frühere Weltklasse-Tennisspielerin Zur Großansicht
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Lafontaine und Kohde-Kilsch: Intensives Werben für die frühere Weltklasse-Tennisspielerin

Gute Wahlergebnisse gebe es nur mit einem bekannten Namen, sagte Lafontaine, und warb damit für die Ex-Tennissspielerin Kohde-Kilsch. Doch die Saar-Linke wählte sie nicht zur Spitzenkandidatin.

Saarbrücken - Die frühere Weltklasse-Tennisspielerin Claudia Kohde-Kilsch hat keine realistische Chance auf einen Einzug in den Bundestag. Die vom ehemaligen Parteichef Oskar Lafontaine unterstützte 49-Jährige wurde am Sonntag zwar zur Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Saarbrücken gewählt. Bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl scheiterte sie aber schon im ersten Wahlgang.

Platz eins der Landesliste ist der einzige, der im Saarland als sicher für einen Einzug in den Bundestag gilt. Sie kommentierte die Entscheidung sportlich: "Halbfinale gewonnen, Endspiel verloren."

Die Wahl ist indes auch eine Niederlage für Lafontaine. Trotz seines intensiven Werbens für sie fiel Kohde-Kisch bei der Wahl der Spitzenkandidatin durch. Führende Genossen hatten ihn nach Informationen aus Parteikreisen gewarnt, sich so offen für sie auszusprechen. Doch der 69-Jährige ließ sich nicht davon abbringen. Gute Wahlergebnisse seien nach seiner politische Erfahrung nur mit einem bekannten Namen zu erzielen, sagte er auf der Mitgliederversammlung in Saarbrücken.

Doch die 562 Delegierten der gut 2300 Saar-Genossen entschieden anders. In einer Stichwahl wählte die Mitgliederversammlung die 28 Jahre alte Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz zur Spitzenkandidatin. Sie setzte sich knapp gegen den zweiten Saar-Abgeordneten im Bundestag, Thomas Lutze, durch. Den hatte Lafontaine zuletzt noch abgekanzelt - und dafür Buh-Rufe aus den Reihen seiner eigenen Partei geerntet.

Kohde-Kilsch versicherte, trotz der kurzen Erfahrung in der Partei werde sie sich weiter für die Sache der Linken engagieren und für die Sozialschwachen kämpfen: "Das habe ich im Sport gelernt." Sie arbeitet zurzeit als Pressesprecherin der saarländischen Fraktion und repräsentierte Die Linke vergangenes Jahr als Wahlfrau in der Bundesversammlung.

sun/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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1. frau kohde-kilsch...
username987 05.05.2013
ist ja nicht die einzige multi-millionärin bei den (salon-) linken. auch herr lafontaine (und einige andere) dürften die schäfchen längst im trockenen haben. da kann man natürlich sehr entspannt von der diktatur des proletariats schwadronieren.
2. Vom einstigen Tennisstar...
verbalix 06.05.2013
...hinab zur politischen Lachnummer.Einfach lachhaft.
3.
brox/walker 06.05.2013
Millionenvermögen erspielt, trotzdem Privatinsolvenz. Solche Leute braucht die Partei dringend ;-)
4. GottseiDank
pauerkraut 06.05.2013
sinkt nun auch langsam der Stern dieses Demagogen Lafonataine.......
5. Kohde-Kilsch
spon_1542210 jorgos48 06.05.2013
Weltklasse-Tennisspielerin als Repräsentantin der Linken, man glaubt es nicht. Oskar und sie, rote Millionäre unter sich. "Vorwärts und nicht vergessen. beim Hungern und beim Essen, die Solidarität"
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