Wiedereröffnung in Berlin Flüchtlinge warten bei Eiseskälte vor Lageso

Es ist eiskalt in Berlin - trotzdem stehen Flüchtlinge im Freien Schlange vor der Berliner Erstaufnahmestelle. Das Lageso hat nach der Schließung über die Feiertage wieder seinen Normalbetrieb aufgenommen - und Verbesserungen versprochen.

Helfer versorgen an diesem Montag Flüchtlinge vor dem Lageso
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Helfer versorgen an diesem Montag Flüchtlinge vor dem Lageso


Die Behörde, die in Berlin und weit darüber hinaus zum Symbol für das Versagen in der Flüchtlingskrise geworden ist, hat nach den Feiertagen wieder ihren Normalbetrieb aufgenommen. Geändert hat sich an der Situation für die Flüchtlinge am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) aber offenbar noch nichts. Wie der Berliner "Tagesspiegel" berichtet, standen auch an diesem Montag Flüchtlinge Schlange - bei Minusgraden .

Schon seit 4 Uhr am frühen Morgen hatte sich dem Bericht zufolge eine lange Reihe an Flüchtlingen vor dem Zelt mit den Schildern "Kasse" und "Termine" gebildet. Auch Kleinkinder seien dabei gewesen sowie Alte und Kranke. Mehrere Dutzend Flüchtlinge suchen in den Wärmezelten Schutz vor dem Frost.

Über Heiligabend und Weihnachten sowie Neujahr hatte das Lageso geschlossen - der Koordinierungsstab des Amts war laut "Tagesspiegel" allerdings rund um die Uhr besetzt.

Die Schlangen vor dem Lageso, die Menschen, die schon mitten in der Nacht vor dem Tor warten und dort campieren - diese Bilder sind bundesweit bekannt geworden. Die Verantwortlichen vom Lageso hatten in den vergangenen Wochen aber erklärt, es müsse kein Flüchtling mehr stundenlang warten, auch müsse niemand seine schwangere Frau oder seine Kleinkinder mitbringen, um Leistungen zu beantragen. An der Situation änderte sich trotzdem nichts - die Schlangen blieben.

Jetzt soll es laut "Tagesspiegel" Verbesserungen geben. Ab nächster Woche sollen Flüchtlinge Gesundheitskarten bekommen. Dann müssten sie nicht mehr ständig für neue Krankenscheine zum Lageso kommen. Auch das Auszahlungswesen soll demnach verbessert werden. Es soll unter anderem eine Geldkarte geben, auf der Leistungen vierteljährlich gebucht und dann monatlich freigeschaltet werden sollen.

Nach Berlin sind im vergangenen Jahr knapp 80.000 Flüchtlinge gekommen. Auch über die Feiertage kamen laut "Tagesspiegel" jeden Tag rund 400 Menschen mit dem Zug in Berlin an, nur am ersten Weihnachtstag und an Neujahr nicht. Die Kritik am Management der Flüchtlingskrise der Berliner Behörden war in den vergangenen Wochen schärfer geworden. Grünen-Politiker hatten den Rücktritt von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) gefordert, auch in der regierenden Großen Koalition von Bürgermeister Michael Müller (SPD) knirscht es.

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