Lampedusa-Flüchtlinge Ausschreitungen bei Protesten in Hamburg

Linke Aktivisten liefern sich in Hamburg Straßenkämpfe mit der Polizei: Weil der Senat der Hansestadt die verstärkte Überprüfung der Lampedus-Flüchtlinge nicht stoppt, versammelten sich mehr als tausend Menschen vor der "Roten Flora".

Protestaktion: Aktivisten vor der Roten Flora werfen Feuerwerkskörper
DPA

Protestaktion: Aktivisten vor der Roten Flora werfen Feuerwerkskörper


Hamburg - Es flogen Steine, die Polizei setzte Pfefferspray ein: Zwischen linken Aktivisten aus dem Umfeld des autonomen Kulturzentrums "Rote Flora" und der Polizei kam es am Dienstagabend in Hamburg zu Zusammenstößen. Aus Protest gegen den Umgang des Hamburger Senats mit den Lampedusa-Flüchtlingen versammelten sich mehr als tausend Menschen auf der Straße. Sie trafen sich vor der "Roten Flora" und wollten einen unangemeldeten Protestzug durch den Stadtteil Sternschanze antreten.

Als die Polizei das verhindern wollte, kam es zu den Auseinandersetzungen. Polizisten wurden mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen, die Beamten setzten Pfefferspray ein. Ein Beamter sei verletzt worden, berichtete eine Polizeisprecherin. Die Polizei zeigte sich später gegen Journalisten recht restriktiv: Als Hunderte Demonstranten an der U-Bahnhaltestelle Christuskirche eingekesselt wurden, mussten Pressevertreter von Spiegel Online und Taz hinter eine weiträumige Absperrung und durften die Szene nur aus der Entfernung beobachten.

Zuvor hatten sich die Aktivisten im Internet zu der Aktion verabredet, als Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) das von ihnen gesetzte Ultimatum um 20 Uhr verstreichen ließ. Er sollte die seit vergangenen Freitag verstärkten Überprüfungen und Registrierungen der Identitäten der in Hamburg gestrandeten "Lampedusa-Flüchtlinge" einstellen.

Erst am Dienstagmittag gab es in Berlin Aufregung um Flüchtlinge: Sie fordern auf dem Pariser Platz seit vergangenem Mittwoch mit einem Hungerstreik die Anerkennung ihrer Asylanträge. Am Montag hatten sie aus Protest gegen die Nichtbeachtung der Politik auch aufgehört, Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. "Sieben der 29 Flüchtlinge mussten mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden", sagte Feuerwehrsprecher Sven Gerling.

mia/ore/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 95 Beiträge
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M.da Silva 15.10.2013
1. Da fehlt doch noch etwas:
Die ganz klare Ansage der Rote-Flora-Terror-Aktivisten an den Senat, wenn dieser nicht den Wünschen der RFTA nachkomme, diese Gewalt anwenden werden. Man kann sich auf dem Web-Auftritt der Roten-Flora davon überzeugen.
britneyspierss 15.10.2013
2.
Olaf Scholz hat mehrfach gesagt dass die Flüchtlinge Hilfe erhalten! Allerdings ist es nicht hinmehmbar dass die italienischen Behörden diesen Menschen Geld in die Hand drücken und den Flüchtlingen sagen"Geht doch nach Deutschland.Da sind die Behörden humaner mit Asylanten!" Scholz beruft sich auf die dubliner Verträge .Zu recht.Ich wäre aber dafür diesem Menschen einstweilen eine Duldung auszusprechen und sich dann mit der italienischen Einwanderungsbehörde auseinander zu setzen.Nur wer hat schon darauf Lust?!
britneyspierss 15.10.2013
3.
Olaf Scholz hat mehrfach gesagt dass die Flüchtlinge Hilfe erhalten! Allerdings ist es nicht hinmehmbar dass die italienischen Behörden diesen Menschen Geld in die Hand drücken und den Flüchtlingen sagen"Geht doch nach Deutschland.Da sind die Behörden humaner mit Asylanten!" Scholz beruft sich auf die dubliner Verträge .Zu recht.Ich wäre aber dafür diesem Menschen einstweilen eine Duldung auszusprechen und sich dann mit der italienischen Einwanderungsbehörde auseinander zu setzen.Nur wer hat schon darauf Lust?!
Aron2201Sperber 15.10.2013
4. Laute Minderheit
Die absolute Mehrheit der Europäer ist für eine geregelte Zuwanderung (mit funktionierendem Grenzschutz): Schulz und die billige Polemik | Aron Sperber (http://aron2201sperber.wordpress.com/2013/10/14/schulz-und-die-billige-polemik/) …auch wenn eine laute Minderheit meint, eine “Festung Europa” sei etwas “Böses”.
herr_mueller_goettingen 15.10.2013
5. Polizisten sind in den Augen vieler Linker offenbar keine Menschen....
und können deshalb menschenunwürdig behandelt werden, so dass man sie getrost mit Flaschen und Feuerwerkskörpern verletzen kann. Auf der anderen Seite gelten Überprüfungen und grundlegende Dinge wie Registrierungen schon als Übergriff auf die Menschenwürde. Ich verstehe diese Denkweise nicht mehr!
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