Gericht in Köln: Vorwürfe gegen Max Strauß nicht bewiesen

Max Strauß im Landgericht Köln: Millionenerbe seines Vaters Franz Josef? Zur Großansicht
DPA

Max Strauß im Landgericht Köln: Millionenerbe seines Vaters Franz Josef?

Wollte er 300 Millionen Mark nach Luxemburg schaffen? Ein Banker hat schwere Vorwürfe gegen Max Strauß, den Sohn des legendären CSU-Politikers, erhoben. Doch die Richterin vom Landgericht Köln hält die Geschichte für wenig überzeugend.

Köln - Es ist ein Erfolg für Max Strauß: Das Landgericht Köln hält schwere Anschuldigungen gegen ihn für nicht bewiesen. Ein ehemaliger Bankmitarbeiter beschuldigt den Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, er habe 1992 das Erbe seines Vaters in Höhe von 300 Millionen Mark in bar nach Luxemburg schaffen wollen. Doch das Gericht hält die Schilderung für wenig glaubhaft.

Die Vorsitzende Richterin Margarete Reske sagte, der Zeuge habe nicht belegen können, dass er 1992 wirklich mit Max Strauß gesprochen habe. Sie machte unmissverständlich klar, dass sie die Vorwürfe für nicht ausreichend belegt halte.

Max Strauß bestreitet die Vorwürfe. Er sagte vor Gericht, dass er den Banker nicht kenne. Der Sohn des legendären CSU-Politikers klagt in dem Verfahren gegen den Buchautor Wilhelm Schlötterer auf Unterlassung. Dieser soll nicht mehr behaupten dürfen, dass Franz Josef Strauß seinen Kindern bei seinem Tod 1988 300 Millionen Mark (rund 150 Millionen Euro) hinterlassen habe.

Schlötterer hat dem bayerischen Ministerpräsidenten in seinem Buch "Macht und Missbrauch" vorgeworfen, ein Millionenvermögen kriminell erwirtschaftet zu haben. Deshalb ist der Staatsanwaltschaft der Geld-Geschichte des Bankers nachgegangen - allerdings bisher ohne Erfolg.

Alles deutet nun darauf hin, dass das Gericht der Unterlassungsklage stattgeben wird. Der Banker war der wichtigste Zeuge des Beklagten.

Der heute 60 Jahre alte Banker arbeitete 1992 für die Citibank in München. Er hatte zuvor berichtet, dass er eines Tages einen Anruf von einer Kollegin aus Luxemburg erhalten habe. Diese habe ihm von einem Anrufer namens Max Strauß erzählt, der Geld nach Luxemburg transferieren wolle. Der Bankmitarbeiter rief daraufhin selbst in der Anwaltskanzlei von Strauß an, berichtete er. Er habe darum gebeten, Strauß sprechen zu dürfen. Er sei zu einem Mann durchgestellt worden, von dem er angenommen habe, dass es sich um Strauß handelte.

Der Banker habe gefragt, um welches Geld es sich handele. Als Antwort habe er sinngemäß erhalten: "Das ist unser Erbe von unserem Vater. Der Betrag ist 300 Millionen." Das Geld liege bei der bayerischen Landesbank in München. Es sei ein Bartransfer nach Luxemburg gewünscht worden. Die Citibank habe damals jedoch die Linie gehabt, kein Geld von Politikern oder deren Familien anzunehmen. Deshalb sei keine Geschäftsverbindung zustande gekommen, so der Zeuge.

Das Urteil wird am 13. Februar gesprochen.

heb/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Maya2003 18.01.2013
Zitat von sysopWollte er 300 Millionen Mark nach Luxemburg schaffen? Ein Banker hat schwere Vorwürfe gegen Max Strauß, den Sohn des legendären CSU-Politikers, erhoben. Doch die Richterin vom Landgericht Köln hält die Geschichte für wenig überzeugend. Landgericht Köln: Vorwürfe gegen Max Strauß nicht bewiesen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landgericht-koeln-vorwuerfe-gegen-max-strauss-nicht-bewiesen-a-878458.html)
Nur 300 Millionen ? Da bin ich enttäuscht, ich dachte immer der große Vorsitzende hätte mehr abgezockt. Das reicht ja gerade knapp um anständig zu leben.
2.
Rainer Helmbrecht 18.01.2013
Zitat von Maya2003Nur 300 Millionen ? Da bin ich enttäuscht, ich dachte immer der große Vorsitzende hätte mehr abgezockt. Das reicht ja gerade knapp um anständig zu leben.
Wie kommen Sie darauf, dass ein Strauß anständig leben will? MfG. Rainer
3. Gericht in Köln
h.ginsig 18.01.2013
Wie kommen Sie darauf, dass ein Gericht in Köln (schwarzkatholisch) einen schwarzkatolischen Bayern verurteilen würde. In Köln ist doch die Meinung von Joachim Kardinal Meisner immer noch mehr wert als das Strafgerichtsbuch. Eine Krähe hackt bekanntermassen keiner anderen die Augen aus. Heiner Ginsig, CH-4614 Hägendorf
4. Max Strauss
rolandjulius 18.01.2013
Mir macht es freude sein Gesicht zu sehen, so ganz sein Vater. Damals war Deutschland noch ein soziales Gefüge.
5. Strauß und Familie...
seoul 19.01.2013
Zitat von sysopWollte er 300 Millionen Mark nach Luxemburg schaffen? Ein Banker hat schwere Vorwürfe gegen Max Strauß, den Sohn des legendären CSU-Politikers, erhoben. Doch die Richterin vom Landgericht Köln hält die Geschichte für wenig überzeugend. Landgericht Köln: Vorwürfe gegen Max Strauß nicht bewiesen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landgericht-koeln-vorwuerfe-gegen-max-strauss-nicht-bewiesen-a-878458.html)
die allesamt eines schlecht konnten und können, nämlich die Wahrheit sagen, traue ich alles und jedes zu. FJS hat sich mit allen zwielichtigen Gestalten umgeben, hat Zwick geraten, in die schweiz abzuhauen, um vor den Finanzbehörden Bayerns sicher zu sein, hat den Jahn mit steuertricks bedient, hat überall Geld angezwackt, nicht nur bei Schreiber, und hat nun zwei Söhne, die völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Dem einen ist sogar § 51 bescheinigt worden, dass reicht doch, um lebenslang beschädigt zu sein, oder... Diese Familie, einschl frt umtriebigen Tochter, genießt in der CSU ein ähnliches Ansehen, wie MAO in China. Das Buch von Schlötterer, einem ehrenwerten Mann, ist äußerst lesenswert..
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Max Strauß
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 10 Kommentare
  • Zur Startseite