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Mitmach-Demokratie: Erster Landkreis führt Liquid Feedback ein

Alle Bürger sollen mitdiskutieren: Der Landkreis Friesland hat beschlossen, die von den Piraten bekannte Mitmach-Software Liquid Feedback einzuführen. Man will Vorreiter bei Bürgerbeteiligung spielen - im Kreistag stimmten alle für das Pilotprojekt.

Landrat Ambrosy, Mitmach-Software Liquid Feedback: Landkreis will Piraten-Tool nutzen Zur Großansicht
dapd

Landrat Ambrosy, Mitmach-Software Liquid Feedback: Landkreis will Piraten-Tool nutzen

Jever - Der Landkreis Friesland hatte die Initiative bereits groß angekündigt, nun wurde das Pilotprojekt beschlossen. Ohne Gegenstimme entschied sich der Kreistag in Jever am Mittwochnachmittag für "Liquid Friesland" - die Mitmach-Software Liquid Feedback soll an der Nordseeküste für bessere Beteiligung der Bürger eingesetzt werden.

Das Programm ist durch die Piratenpartei bekannt geworden, deren Mitglieder formulieren dort Anträge, diskutieren Positionen und stimmen sie ab. Die Software soll den Piraten helfen, ihr Versprechen der Basisdemokratie umzusetzen. Friesland ist nun die erste Kommune, die die Software zur Beteiligung der Bürger einsetzt.

Landrat Sven Ambrosy (SPD) sagte, "dieser Tag hat noch einmal ganz deutlich gezeigt: Alle gemeinsam machen wir uns hier auf den Weg zu noch mehr Transparenz und Bürgernähe". Er hatte das Projekt auf den Weg gebracht und die Friesländer im Eiltempo für die neue Idee begeistert. Bereits im Mai stimmte ein Kreisausschuss für die Einführung - seitdem war erwartet worden, dass auch der Kreistag zustimmen würde.

Im November soll das Programm online gehen, die Testphase dauert ein Jahr. Friesländer Bürger sollen eigene Anträge im Liquid formulieren können, anders als bei den Piraten soll dies mit Klarnamen geschehen. Jede Vorlage aus dem Kreistag soll auch online diskutiert werden und das Bürgervotum dann wieder Teil jeder Diskussion im Kreistag sein - bindend ist das Votum jedoch nicht.

Das Programm ist vom Verein Public Software Group in Berlin entwickelt worden. Bei den Piraten ist die Software umstritten. Ein Großteil der Mitglieder, die gerade wegen des Mitmachversprechens eintraten, blieb außen vor. Schuld war nicht die Software, sondern die Mitgliederverwaltung der Piraten. Doch auch wer es ins Programm geschafft hatte, wurde nicht zwangsläufig glücklich. Selbst viele internetaffine Benutzer beschweren sich über eine unübersichtliche Benutzeroberfläche. Die Beteiligung blieb gering.

Die Entwickler stellten Ende Juni in Berlin die neue Version ihrer Software vor. Bei Liquid Feedback 2.0 soll die Benutzeroberfläche übersichtlicher sein, neue Features erleichtern den Überblick über den Status verschiedener Initiativen. Die Piraten wollen ab August auf die neue Version umsteigen.

Der Landkreis Friesland will ebenfalls die Version 2.0 nutzen. Der einzige Pirat im Kreistag nahm übrigens an der Abstimmung nicht teil - er war im Urlaub.

fab

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Piratenbashing gähnnn
misterbighh 11.07.2012
Der letzte Satz war ja klar. Die Beteiligung ist nicht gering. Das ist schlichtweg falsch. Aber danke.
2.
darksystem 11.07.2012
Zitat von sysopdapdAlle Bürger sollen mitdiskutieren: Der Landkreis Friesland hat beschlossen, die von den Piraten bekannte Mitmach-Software Liquid Feedback einzuführen. Man will Vorreiter bei Bürgerbeteiligung spielen - im Kreistag stimmten alle für das Pilotprojekt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,843873,00.html
Sehr zu begrüßen. Aber muss das Piratenbashing im Artikel sein? Allein der Ausdruck "netzaffin" ist so schwammig das völlig unklar ist welcher Personenkreis damit gemeint ist. Personen die jeden Stuhlgang auf Twitter und Facebook veröffentlichen oder Personen welche von GUI-Design, Webdesign und generell Softwaredesign Ahnung haben (was sich nicht auf das Netz beschränkt)? Oder meint der Autor Personen die ein besonders hohes Abstraktionsvermögen und logisches Verständnis besitzen? Oder vielleicht sogar studierte/ausgebildete Webentwickler/Programmierer? Oder den einfachen Benutzer der das Web (häufig) für Alltagsaufgaben nutzt? Der letzte Satz war auch überflüssig - jeder hat mal Urlaub. Warum ist dies erwähnenswert?
3. Ääätsch !
JayMAF 11.07.2012
Zitat von sysopdapdAlle Bürger sollen mitdiskutieren: Der Landkreis Friesland hat beschlossen, die von den Piraten bekannte Mitmach-Software Liquid Feedback einzuführen. Man will Vorreiter bei Bürgerbeteiligung spielen - im Kreistag stimmten alle für das Pilotprojekt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,843873,00.html
Erster Landkreis ! Hier oben an der Küste gibt's nicht nur Schlafmützen ;-) Wir leiden zwar mit dem JWP, aber der "gemeine" Bürger kann es nicht ändern. Auch leiden wir "gemeinen" Bürger an dem holländischen Mittelständler TenneT, der so seine Probleme mit der OffShore-Anbindung hat. Aber, was soll's ? Dafür dürfen wir dann - wenigstens im Kleinen - uns auch in die kleine Politik einbringen. Und vielleicht - aber auch nur vielleicht - weckt das Ganze dann auch die lokale Presse-Landschaft etwas auf ...
4. ...
JayMAF 11.07.2012
Zitat von darksystemSehr zu begrüßen. Aber muss das Piratenbashing im Artikel sein? Allein der Ausdruck "netzaffin" ist so schwammig das völlig unklar ist welcher Personenkreis damit gemeint ist. Personen die jeden Stuhlgang auf Twitter und Facebook veröffentlichen oder Personen welche von GUI-Design, Webdesign und generell Softwaredesign Ahnung haben (was sich nicht auf das Netz beschränkt)? Oder meint der Autor Personen die ein besonders hohes Abstraktionsvermögen und logisches Verständnis besitzen? Oder vielleicht sogar studierte/ausgebildete Webentwickler/Programmierer? Oder den einfachen Benutzer der das Web (häufig) für Alltagsaufgaben nutzt? Der letzte Satz war auch überflüssig - jeder hat mal Urlaub. Warum ist dies erwähnenswert?
Wer hier oben die Presselandschaft kennt, weiß warum ;-) Piraten und LINKE sind nicht wohlgelitten.
5. Friesen-Piraten
waterlooii 11.07.2012
Der letzte Satz ist falsch,die Piraten haben im friesländischen Kreistag kein Mandat. Der erwähnte Abgeordnete sitzt für die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger im Kreistag. Aber im nächsten Kreistag werden dort mit Sicherheit auch Piraten sitzen und dies dürfte auch dem SPD Landrat klar sein.
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