Entführte Lufthansa-Maschine Regierung erwägt Rettung der "Landshut"

Tagelang saßen die Geiseln 1977 in der Lufthansa-Maschine "Landshut" fest, bevor sie befreit wurden. Das ausrangierte Flugzeug könnte nun verschrottet werden. Einige Politiker wollen das abwenden.

Die Lufthansa-Maschine "Landshut"
AP

Die Lufthansa-Maschine "Landshut"


Am 13. Oktober 1977 entführten palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine "Landshut", Flug LH 181 von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main. 86 Touristen und fünf Besatzungsmitglieder erlebten ein Martyrium, das erst fünf Tage später mit der Befreiung in der somalischen Hauptstadt Mogadischu endete. Inzwischen steht der ausrangierte Flieger in Südamerika. Politiker aus SPD und CDU machen sich nun dafür stark, die Maschine zu erhalten.

Die Landshut sei eine lebendige Zeugin eines wichtigen Moments der Geschichte der Bundesrepublik, sagte Außenminister Sigmar Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Fertige Pläne für einen Kauf und Rücktransport gibt es demnach aber noch nicht. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner forderte den Bund auf, bei der Versteigerung mitzubieten. Der Jet sei "ein Stück Zeitgeschichte", sagte sie dem Blatt.

Dem Bericht zufolge steht die Maschine nach jahrzehntelangem Einsatz als Passagier- und Frachtflugzeug schon seit Jahren betriebsunfähig auf einem Flugplatz im brasilianischen Fortaleza. Im Mai soll sie angeblich zusammen mit anderen Flugzeugen versteigert werden, was womöglich auch zu ihrer Verschrottung führen könnte.

Die Entführung der "Landshut" ist ein zentrales Ereignis des sogenannten deutschen Herbsts von 1977. Damals entführten und töteten RAF-Terroristen Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, zeitgleich brachten mit ihnen verbündete palästinensische Täter die Urlaubermaschine in ihre Gewalt. Elitepolizisten der GSG 9 stürmten sie schließlich in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Danach töteten sich inhaftierte RAF-Mitglieder. (Lesen Sie hier ein Protokoll der Ereignisse von damals.)

mho/AFP

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