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Wahlanalysen zu Baden-Württemberg: Im Ländle Volkspartei

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Grünen-Politiker Winfried Kretschmann Zur Großansicht
Getty Images

Grünen-Politiker Winfried Kretschmann

In Baden-Württemberg haben die Grünen die CDU als stärkste Partei abgelöst. Spitzenkandidat Kretschmann nimmt den Konservativen Zehntausende Stimmen ab - ehemalige Stammwähler. Alle Analysegrafiken.

Die Baden-Württemberger haben Geschichte geschrieben, sagt Winfried Kretschmann - und er hat recht. Erstmals sind die Grünen stärkste Kraft im Südwesten geworden. Es ist das beste Ergebnis, das die Partei je erzielt hat, es ist ein Volkspartei-Ergebnis: 30,3 Prozent.

Die Grünen haben den historischen Sieg vor allem ihrem Spitzenkandidaten zu verdanken. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt, würden 75 Prozent der Befragten sich aktuellen Wahlumfragen zufolge für Kretschmann entscheiden.

Das erklärt auch, warum die Grünen im Vergleich zur Landtagswahl 2011 der CDU 107.000 Wähler abnehmen konnten. Die Christdemokraten sind wie die Sozialdemokraten die großen Verlierer der Abstimmung. Das zeigen Daten der Meinungsforscher von infratest dimap für die ARD (Stand: 23.30 Uhr), die SPIEGEL ONLINE in einer interaktiven Grafik darstellt. Hier können Sie die Wählerströme von Partei zu Partei verfolgen. Fahren Sie dafür mit der Maus über die Parteien oder klicken Sie auf diese, um einzelne Ströme im Detail zu sehen. Die SPD kommt auf der rechten Seite nicht vor, da sie an alle anderen Parteien Wähler verloren hat.

Wählerwanderung
Wie schneiden die Parteien bei den Jungwählern ab, wie erfolgreich sind sie bei den Senioren? Der Vergleich der Altersgruppen zeigt, wo die Grünen besonders viele Wähler mobilisieren konnten. Bei den Senioren ab 60 Jahren holten sie insgesamt 28 Prozent, konnten ihr Ergebnis von 2011 damit verdoppeln und liegen nur knapp hinter der CDU. Die Christdemokraten wurden auch bei den Wählern zwischen 25 und 34 Jahren stärkste Kraft, alle anderen Altersgruppen konnten sich die Grünen sichern - mit einem Spitzenwert von 37 Prozent unter den 45- bis 59-Jährigen.

Welche Parteien bevorzugten die Männer, wen wählten die Frauen? Auch in Baden-Württemberg zeigen sich die größten Geschlechterunterschiede bei der AfD, die den Großteil ihrer Stimmen bei männlichen Wählern holt. Die Grünen hingegen schneiden bei den Frauen besser ab, ansonsten unterscheiden sich die Ergebnisse nur leicht.

Welche Berufsgruppen unterstützen die großen Parteien - und bei wem können die kleinen punkten? Große Verschiebungen zeigen sich auch hier im klassischen Klientel der CDU. Bei den Rentnern holten die Christdemokraten zwar jede dritte Stimme, aber nur drei Prozentpunkte mehr als die Grünen, die 2011 nur halb so stark abschnitten. Bei Beamten und Angestellten sind die Grünen stärkste Kraft, unter Arbeitern und Arbeitslosen die AfD.

In welchen Bildungsgruppen können Grüne, CDU und AfD Stimmen sammeln? Auch hier werden gegenläufige Tendenzen bei Grünen und CDU deutlich. Den größten Anteil holen die Christdemokraten erneut bei Wählern mit niedrigem Bildungsabschluss, haben hier aber stark um 16 Prozentpunkte im Vergleich zu 2011 verloren - dazugewinnen konnten auch in dieser Gruppe insbesondere die Grünen.

Die Wahlanalysen im Überblick

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insgesamt 60 Beiträge
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1. die mit der niedrigsten Bildung wählen die CDU
schamot 14.03.2016
war zu erwarten :) ...bei den C muß man Glauben und nicht Wissen....das sieht man.
2. Wie man sich
nachdenker101 14.03.2016
dieses Ergebnis noch schönreden kann, verstehe ich nicht. Siggi ist ja geradezu euphorisch. Wenn die SPD dann zur Bundestagswahl bei 8 % liegt, flippt er vor Freude wahrscheinlich völlig aus. Fazit: Die etablierten Parteien machen weiter wie bisher. Man will die Warnung des Bürgers nicht ernst nehmen, wie zuvor die Sorgen. Genau diese Arroganz ist es, die die Demokratie zusammenhält.
3. Geht auf das Bildungssystem zurück
localpatriot 14.03.2016
Zitat von schamotwar zu erwarten :) ...bei den C muß man Glauben und nicht Wissen....das sieht man.
Die CDU Wählerschaft ist auch fuer Leute über 60 hoch. Um 1955 waren etwa 60% Grundschulabgänger mit 14 Jahren und gingen dann in die Lehre. Nur 10% gingen auf Hochschulen. Fuer diese Wähler war die CDU der Heilige Graal und dass sie der Kanzlerin weiterhin treu sind, zeugt für die Toleranz dieser Menschen und möglicherweise eine gewisse Weltfremdheit. Also, der Stammtisch in Hintertupfingen bleibt weiterhin schwarz.
4. Danke für die Grafik!
MoorGraf 14.03.2016
sehr schöne und übersichtliche Darstellung der Wählerwanderung!
5.
Maya2003 14.03.2016
Die SPD sollte jetzt endlich den Mut aufbringen und das Alternativlose zulassen: Die Fusion mit der Union. Seit 2003 warten alle darauf. Genossen, es wird Zeit. Eine Partei die sich so selbst zerlegt, sich von ihrer Stammwählerschaft so entfernt und der Volkes Meinung so sch....egal ist wie der SPD 2016, hat sich überlebt. Schade, Willy oder der Onkel hätten das besser gemacht, aber die sind tot - dafür haben wir den Harzer Roller und die heimliche Vorsitzende Angie die Große.
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