Landtagswahl in Hessen: Schwarz-Gelb und Rot-Grün liegen in Umfrage gleichauf

Ministerpräsident Bouffier: CDU und FDP im Aufwind Zur Großansicht
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Ministerpräsident Bouffier: CDU und FDP im Aufwind

Bisher konnten SPD und Grüne optimistisch auf die hessische Landtagswahl im September blicken. In Umfragen lagen sie deutlich vor CDU und FDP. Doch der Vorsprung ist laut Forsa verschwunden - ein Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnet sich ab.

Wiesbaden - Lange sah es so aus, als könnte es nach der Landtagswahl in Hessen im Herbst zum Regierungswechsel kommen. In Umfragen lagen SPD und Grüne deutlich vor der regierenden schwarz-gelben Koalition. Doch nun wird ein Patt immer wahrscheinlicher: Weder für CDU und FDP noch für die Opposition reicht es laut einer neuen Forsa-Erhebung im Auftrag von "Stern" und "Frankfurter Neue Presse" für eine absolute Mehrheit.

Demnach liegt die CDU in Hessen derzeit bei 38 Prozent, die FDP würde mit sechs Prozent wieder in den Landtag einziehen. Auf der anderen Seite kommt die SPD auf 27 Prozent, die Grünen kommen auf 17 Prozent. Insgesamt liegen Schwarz-Gelb und Rot-Grün damit bei jeweils 44 Prozent. Die Linke, die derzeit im Landtag vertreten ist, würde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Bliebe es bei den Werten, käme die CDU von Ministerpräsident Volker Bouffier etwa auf das Ergebnis der letzten Landtagswahl vom Januar 2009. Damals hatte die Partei - noch unter Ministerpräsident Roland Koch - 37,2 Prozent geholt. Die SPD mit Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hätte sich hingegen leicht erholt: Bei der letzten Wahl erreichte sie 23,7 Prozent. Während sich auch die Grünen etwas gesteigert hätten (2009: 13,7 Prozent), hätte die FDP fast ein Drittel ihrer Stimmen verloren.

Andere Parteien haben der Umfrage zufolge derzeit keine Chance auf den Einzug ins Parlament. Die neue Euro-kritische Alternative für Deutschland liegt demnach bei zwei Prozent. Auf sonstige Parteien entfallen sechs Prozent. Hessen wählt in rund neun Wochen am 22. September einen neuen Landtag.

Am selben Tag findet auch die Bundestagswahl statt, für die der wöchentliche "Stern"-RTL-Wahltrend weiterhin einen knappen Vorsprung von Union und FDP prognostiziert. Mit zusammen 46 Prozent könnte Schwarz-Gelb erneut die Regierung bilden. SPD, Grüne und Linke hätten zusammen nur 45 Prozent.

Deutlicher ist der Abstand hingegen beim direkten Vergleich der Kanzlerkandidaten: 57 Prozent würden sich für Angela Merkel (CDU) entscheiden, nur 20 Prozent für Peer Steinbrück (SPD). 23 Prozent wollen keinen von beiden als Kanzler haben.


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Forsa befragte 1134 repräsentativ ausgesuchte Wahlberechtigte in Hessen, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden.

Zeitraum: 1. bis zum 10. Juli 2013

Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte

tob

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Hochverehrter SPON
Bono Beau 17.07.2013
Zitat von sysopBisher konnten SPD und Grüne optimistisch auf die hessische Landtagswahl im September blicken. In Umfragen lagen sie deutlich vor CDU und FDP. Doch der Vorsprung ist laut Forsa verschwunden - ein Kopf-an-Kopf-Rennen zeichnet sich ab. Landtagswahl in Hessen: Schwarz-Gelb und Rot-Grün in Umfrage gleichauf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-hessen-schwarz-gelb-und-rot-gruen-in-umfrage-gleichauf-a-911557.html)
Findet ihr nicht, es wäre an der Zeit, die Propaganda-Schleuder FORSA mal zu ignorieren? Ist doch lästig, immer wieder gucken zu müssen, ob denn eine seriöse Quelle den Artikeln zugrunde liegt..... mecker & maul!
2.
Eisenstemmer 17.07.2013
Wenn die AfD laut dieser Unfrage auf 2 Prozebt kommt, die statistische Fehlerquote jedoch zugegebenermassen bei bis zu 3 ProzentPUNKTEN liegt - dann koennte es die AfD doch auf 5 Prozent schaffen und waere drin.
3.
muellerthomas 17.07.2013
Zitat von Bono BeauFindet ihr nicht, es wäre an der Zeit, die Propaganda-Schleuder FORSA mal zu ignorieren? Ist doch lästig, immer wieder gucken zu müssen, ob denn eine seriöse Quelle den Artikeln zugrunde liegt..... mecker & maul!
Was haben Sie denn gegen Forsa? Die Prognosen der anderen Institute weichen kaum von denen von Forsa ab.
4.
muellerthomas 17.07.2013
Zitat von EisenstemmerWenn die AfD laut dieser Unfrage auf 2 Prozebt kommt, die statistische Fehlerquote jedoch zugegebenermassen bei bis zu 3 ProzentPUNKTEN liegt - dann koennte es die AfD doch auf 5 Prozent schaffen und waere drin.
Möglich ist vieles, es spricht nur nicht viel dafür.
5. Die Politiker interessiert es eh nicht mehr ...
naklar? 17.07.2013
... ob die Bürger wählen gehen. Die Bürger die noch zur Wahl gehen, denken sie könnten etwas am System verändern. Die nicht mehr gehen, haben die Hoffnung längst aufgegeben per Wahl etwas zu verändern. Letztendlich verteilen die Parteien schon die Stimmgelder untereinander. Das ganze ist zur Theateraufführung verkommen. Das Drehbuch schreiben andere! Ich bin inzwischen auch der Meinung es gibt viel bessere Mittel und Wege. Gandi hat zum Beispiel einen erfolgreichen Weg aufgezeigt wie ein Volk sich Gehör verschaffen kann.
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