Landtagswahl Nahles offen für Rot-Rot-Grün in Niedersachsen

Für die neue SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kommt in Niedersachsen auch ein rot-rot-grünes Bündnis infrage. Nur hat eine solche Koalition laut Umfragen derzeit keine Mehrheit.

SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles im September 2017
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SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles im September 2017


Eine knappe Woche noch, dann wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Und die noch frische SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles zeigt sich offen für vieles. Sie hätte keine Einwände gegen ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis in Niedersachsen, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Ich glaube, dass wir keine Ausschließeritis gebrauchen können." Anders als bei der Saarland-Wahl sei es kein Fehler, sich diese Option in Niedersachsen offenzuhalten. In aktuellen Umfragen hat Rot-Rot-Grün allerdings ohnehin keine Mehrheit.



"Im Saarland wollten die Menschen Oskar Lafontaine nicht mehr in wichtigen Positionen sehen. Das hat auch die Landes-SPD geschwächt", sagte Nahles. In Niedersachsen sei die Lage völlig anders. Im Bund sei sie ernüchtert über die Erfahrungen mit der Linken. "Ich bin deshalb skeptisch, dass es bald zu einer Zusammenarbeit auf Bundesebene kommen kann", sagte Nahles.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wollte ein Bündnis mit der Linken ausdrücklich nicht ausschließen. Er konzentriere seinen politischen Ehrgeiz aber darauf, dass die Partei wieder unter der Fünfprozenthürde bleibe, sagte er.

Die Landtagswahl in Niedersachsen musste auf den 15. Oktober vorgezogen werden, nachdem die rot-grüne Koalition ihre Regierungsmehrheit verloren hatte. Ausgelöst worden war die Krise von der Abgeordneten Elke Twesten, die ihren Wechsel von den Grünen zur CDU erklärt hatte.

Gut eine Woche vor dem Wahltermin läuft es nach einer weiteren Umfrage auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Weil und seinem CDU-Herausforderer Bernd Althusmann hinaus. Im ZDF-"Politbarometer" vom Freitag kommen die regierende SPD und die oppositionelle CDU derzeit beide auf 33 Prozent. Außer einer großen Koalition aus SPD und CDU sind rechnerisch noch eine Jamaikakoalition aus CDU, FDP und Grünen oder eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen möglich.

yes/dpa



insgesamt 61 Beiträge
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marialeidenberg 07.10.2017
1. Natürlich ist sie offen für alles
vorausgesetzt, die SPD stellt den/die Regierungschef/in.
Walid75 07.10.2017
2. Schizophren...
Wie kann man eine Partei - bei der man nicht ausschließen will, dass man mit ihr regiert - trotzdem verhindern will, dass sie in den Landtag kommt? Damit schadet sich die SPD nur weiter - zu RRG stehen und gut ist!!!
Idinger 07.10.2017
3. Wie bitte ?
"Im Saarland wollten die Menschen Oskar Lafontaine nicht mehr in wichtigen Positionen sehen. Das hat auch die Landes-SPD geschwächt, sagte Nahles. In Niedersachsen sei die Lage völlig anders." Die Menschen wollen also weiterhin Herrn Weil in wichtiger Position sehen ? Da staune ich aber: Ist das nicht jener SPD-Genosse, der als Aufsichtsratsmitglied - gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern - sofort nach der Forderung des Kandidaten Schulz nach sozialer Gerechtigkeit für weitere Exzesse in der Bezahlung des VW-Managements gesorgt hat ? Hat dieser Aufseher sich etwa für die vom Abgasskandal betroffenen VW-Kunden eingesetzt ? Ich vermute mal, daß Frau Nahles aus das Kurzzeitgedächtnis der Wähler setzt (vulgo: der Wähler ist sowieso doof) und mit jedem paktieren will, der die SPD an der Macht hält. Das nenne ich nicht Erneuerung bei der SPD.
spitzaufknoof 07.10.2017
4. R2g
hat in Niedersachsen wohl keine Mehrheit. Und das ist auch gut und richtig so. Mit der Aussage zu Rot Rot Grün dürfte sich Herr WEIL um den Wahlsieg gebracht haben. Sinn würde in NDS aktuell wohl nur eine GROKO unter Führung der CDU machen. Die Grünen sind zu weit links um da weiter mit regieren zu dürfen.
Msc 07.10.2017
5.
Damit ist meine Wahlentscheidung klar. Vielen Dank, Frau Nahles. Meine Stimme für Schwarz-Gelb.
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