Schleswig-Holstein Wahlbeteiligung höher als vor fünf Jahren

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein haben am Vormittag deutlich mehr Menschen abgestimmt als noch 2012. Zum ersten Mal dürfen dort schon Wähler ab 16 Jahren votieren.

Ministerpräsident Albig bei der Stimmabgabe
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Ministerpräsident Albig bei der Stimmabgabe


Kommt es tatsächlich zum Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther? Noch sind die Wahllokale in Schleswig-Holstein geöffnet. Bereits am Vormittag waren sie gut besucht: Der Landeswahlleiter schätzte, dass bis 11.00 Uhr 21,55 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Dies sind knapp vier Prozentpunkte mehr als 2012, als zum gleichen Zeitpunkt 17,7 Prozent der Bürger gewählt hatten.

Eine Besonderheit, die dazu beigetragen haben könnte: Zum ersten Mal dürfen im nördlichsten Bundesland schon Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Außerdem sind Behinderte mit einer Betreuung in allen Angelegenheiten nicht länger von der Wahl ausgeschlossen. Insgesamt rund 2,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, den neuen Landtag zu wählen.

Letzte Umfragen deuten darauf hin, dass die Dreierkoalition aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) ihre Mehrheit verlieren könnte. Demnach dürfte die CDU stärkste Partei vor der SPD von werden. Die mitregierenden Grünen können entgegen dem Bundestrend ihr zweistelliges Ergebnis von vor fünf Jahren halten, die FDP sich deutlich verbessern. Die rechtspopulistische AfD dürfte es den Umfragen zufolge in den Landtag schaffen, bei der Linkspartei könnte es nicht reichen.

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SPD-Politiker Albig zeigte sich dennoch optimistisch. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen, weil alle Umfragen bei den letzten Landtagswahlen immer falsch waren - und zwar frappierend falsch." Er hofft auf einen klaren Wahlsieg der SPD, um die seit 2012 regierende Küstenkoalition fortsetzen zu können. Nach früheren Aussagen erwartet Albig für seine SPD 35 Prozent und einen deutlichen Vorsprung vor der CDU.

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CDU-Spitzenkandidat Günther stimmte bereits am Sonntagvormittag ab. Er sagte dem Sender RSH, er sei absolut optimistisch, aber ein bisschen Anspannung sei immer dabei. Der Wahlkreis 8, in dem er antritt, ist hart umkämpft. Bei der Landtagswahl 2012 hatte Günther seine SPD-Konkurrentin, Fraktionsvize Serpil Midyatli, nur knapp geschlagen.

Auch der FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki zeigte sich bei der Stimmabgabe zuversichtlich. Die Liberalen wollen bei der Wahl am Sonntag mit einem zweistelligen Ergebnis vor den Grünen drittstärkste Partei werden.

vks/dpa/Reuters

insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
peteftw 07.05.2017
1. Ab 16?
Ich verstehe nicht ganz warum ab 16 schon gewählt werden darf. Das kommt natürlich den linken Parteien zugute, weshalb diese ja auch für die Absenkung des Wahlalters sind. M.E. ist das nicht nötig. Erwachsen ist man mit 18, mit diesem Alter wird die geistige Reife angenommen, warum sollte es bei Wahlen anders sein?
Dengar 07.05.2017
2.
Warum sollte die Vergrößerung des Wählerpools automatisch mit einer Erhöhung der Wahlbeteiligung einhergehen, und das ausgerechnet noch am Vormittag?
niveau_creme 07.05.2017
3. Wahlen ab 16???
Halte ich für sehr bedenklich... in diesem Alter ist eine differenzierte politische Meinungsbildung meiner Meinung nach noch nicht wirklich möglich. Da wählen die Kids dann irgendwelche Parteien weil ihnen die Farben so gut gefallen und ähnliches...
fritz.lombard 07.05.2017
4. Sie
Zitat von peteftwIch verstehe nicht ganz warum ab 16 schon gewählt werden darf. Das kommt natürlich den linken Parteien zugute, weshalb diese ja auch für die Absenkung des Wahlalters sind. M.E. ist das nicht nötig. Erwachsen ist man mit 18, mit diesem Alter wird die geistige Reife angenommen, warum sollte es bei Wahlen anders sein?
nennen die Gründe, die dazu geführt haben. Und nur weil diese eigenen Interessen noch in der rot/grünen Regierung möglich waren, hat man das gemacht. Dass das einen anderen Grund haben könnte, war bei dieser Entscheidung nicht relevant, nur Ausrede.
jetzttexteich 07.05.2017
5. Von der Herabsetzung des Wahlalters
von 21 auf 18 hat schon einmal eine Partei massiv profittiert. Gut möglich, daß dies auch diesmal so sein wird und genau so auch gewollt ist!
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