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Fragen zum Super-Wahlsonntag (5): Wer hat richtig viel zu verlieren - oder zu gewinnen?

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Spitzenkandidatin Julia Klöckner, Kanzlerin Angela Merkel Zur Großansicht
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Spitzenkandidatin Julia Klöckner, Kanzlerin Angela Merkel

Bei diesen Wahlen geht es nicht nur um Inhalte und Programme - es geht auch um politische Karrieren.

Am Sonntag gibt es viel zu gewinnen und viel zu verlieren - der Überblick:

1. Julia Klöckner: Sie setzt in Rheinland-Pfalz alles auf eine Karte. Die CDU-Spitzenkandidatin geht in der Flüchtlingspolitik auf Distanz zur Kanzlerin. Sie fordert Tageskontingente. Sie lädt CSU-Querulant Horst Seehofer ein. Sie veranstaltet Talkrunden mit Hardlinern wie dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz.

Mit ihrem Kurs will Klöckner Stimmen am rechten Rand sammeln. Allerdings sackte die Landes-CDU zuletzt in den Umfragen ab. Geht Klöckners Taktik trotzdem auf, ist sie als neue Ministerpräsidentin automatisch im Rennen um Merkels Nachfolge. Scheitert sie nach 2011 zum zweiten Mal, dürfte es das für sie im Land gewesen sein. Dann bleibt ihr nur noch eine Rückkehr nach Berlin.

2. Die Grünen in Baden-Württemberg: Sie können einen historischen Sieg einfahren und erstmals stärkste Partei in einem Bundesland werden. Sollte es am Ende trotzdem für keine Koalition reichen, kann sich die Partei immer noch für einen fetten Stimmenzuwachs und eine solide Regierungsbilanz feiern.

3. Die CDU in Baden-Württemberg: Den Christdemokraten droht der Absturz. Rang zwei hinter den Grünen wäre die nächste Schmach nach dem Regierungsaus 2011. Dem farblosen Guido Wolf muss fast ein Wunder ins Amt des Ministerpräsidenten verhelfen. Kaum vorstellbar, dass er andernfalls künftig noch eine bedeutende Rolle in der Partei spielt.

4. Die AfD in Sachsen-Anhalt: Dort katapultiert sich die Partei aller Voraussicht nach deutlich in den zweistelligen Bereich. Es wäre ein Triumph für das Rechtsaußen-Lager in der Partei. Landeschef André Poggenburg ist ein Verbündeter des Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke, eine treibende Kraft des Rechtsrucks in der AfD.


Super-Wahlsonntag

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Wenn möglichst viel Hinterbänkler
mike.bu 10.03.2016
ihre Karriereträume am Sonntag zerbröseln sehen, werden in den Parteien die Messer gewetzt. Egal ob es die CDU oder SPD ist. Ich würde mir wünschen, dass gerade die etablierten Parteien jeweils 1/3 ihrer Sitze in der Parlamenten verlieren. Dann wird es spannend.
2.
Crom 10.03.2016
In der Betrachtung fehlt die FDP, die am Zünglein an der Waage spielen könnte.
3. Klöckner
roswithajoachim 10.03.2016
eine Frau mit täglich anderer Meinung, wie das Fähnchen im Wind. Für ihre Machtgier verleugnet sie sogar Merkel.
4. Man fragt sich, warum ...
Listkaefer 10.03.2016
.., die SPD von den Wählern nicht honoriert wird. Sie setzt in der Bundesregierung die Akzente. Der SPD Außenminister Steinmeier ist weltweit geachtet.Heiko Maas ist einer der aktivsten Justizminister der letzten Jahrzehnte. Ministerin Nahles setzte den Mindestlohn durch und hat ihren Laden im Griff. Schwesig macht ansprechende Familienpolitik. Und Gabriel ist der Stabiltätsanker der SPD in der Koalition. Ist das alles etwa nichts? Leute, honoriert das mal! Auf Seite der Union sind die Kanzlerin und der Finanzminister eine Bank. Die CSU Minister kann man allerdings vergessen. Dobrindts Maut will wirklich niemand in D und in Europa. Seehofer ist der narzistische ewige Quertreiber im Süden. Die Bayern wählen ihn trotzdem. Ich drücke Malu Dreyer und der SPD in Rheinland Pfalz die Daumen, und Kretzschmann in BW.
5. Spd?
dondon 11.03.2016
Und die Spd hat nichts zu verlieren? Z.B. in Rlp ein Bundesland oder in BW den letzten Krümel an Bedeutsamkeit?
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