Langjähriger Wulff-Sprecher: Ermittler durchsuchen Glaeseker-Büro im Präsidialamt
Der Druck auf den ehemaligen Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff wächst. Jetzt haben die Ermittler Olaf Glaesekers Dienstzimmer im Bundespräsidialamt durchsucht. Gegen den langjährigen Vertrauten des Staatsoberhaupts wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt.
Berlin - Die Staatsanwaltschaft Hannover hat das Büro des ehemaligen Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff im Bundespräsidialamt in Berlin durchsucht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover sagte der "Bild am Sonntag", an dem Einsatz in Olaf Glaesekers altem Dienstzimmer seien ein Staatsanwalt und mehrere Beamte des Landeskriminalamtes beteiligt gewesen. "Wir haben Unterlagen und Computerdateien beschlagnahmt, die jetzt ausgewertet werden müssen."
Eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes bestätigte den Einsatz. Sie sagte der Zeitung, die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover hätten Glaeskers früheres Dienstzimmer am Donnerstag "aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Hannover" durchsucht.
Vor zehn Tagen hatte die Staatsanwaltschaft bereits Privat- und Geschäftsräume Glaesekers und des Eventmanagers Manfred Schmidt durchsuchen lassen. Gegen den langjährigen Vertrauten von Wulff wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Dabei geht es um die Frage, ob Wulffs einstige Regierungszentrale in Hannover die Veranstaltung und Finanzierung der umstrittenen Veranstaltungsreihe "Nord-Süd-Dialog" förderte. Das Promi-Treffen hat im Verlauf der Wulff-Affäre bereits mehrfach eine Rolle gespielt.
Zutritt zur alten Dienststelle verweigert
Laut "Bild am Sonntag" ist es das erste Mal in der Geschichte der Bundesregierung, dass die Justiz im unmittelbaren Umfeld eines Bundespräsidenten ermittelt. Glaeseker war bereits Wulffs Sprecher, als dieser noch Ministerpräsident von Niedersachsen war, und übte diese Funktion später auch im Bundespräsidialamt aus. Wulff hatte sich im Dezember nach Beginn der Kredit- und Medienaffäre überraschend von ihm getrennt. Eine offizielle Begründung gab es damals nicht.
Nach Informationen der "Bild am Sonntag" wurde Glaeseker sogar der Zutritt zum Präsidialamt verweigert. Als er vor wenigen Tagen seine alte Dienststelle habe aufsuchen wollen, sei er an der Pforte abgewiesen worden, berichtet die Zeitung. Angebliche Begründung: Glaseker habe mittlerweile Hausverbot.
Die Sprecherin des Präsidialamts sagte dazu, man habe Glaeseker informiert, "dass es im Hinblick auf ein mögliches Ermittlungsinteresse der Staatsanwaltschaft Hannover" nicht möglich sei, wie ursprünglich geplant am vergangenen Wochenende sein Büro auszuräumen.
cte/AFP
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