Podcast "Stimmenfang" "Raus aus der GroKo, Herr Klingbeil!"

Der SPD laufen weiter Wähler davon. Warum? Wir haben den Generalsekretär und zwei ehemalige SPD-Wähler an einen Tisch gesetzt. Es geht um Renten-Frust, Bildungschancen und die AfD. Hören Sie das Streitgespräch im Podcast.

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Stimmenfang #73 - Streitgespräch: Enttäuschte SPD-Wähler treffen Generalsekretär Lars Klingbeil

Ingrid Neugebauer und Michael Winkelmann sind ehemalige SPD-Wähler, die sich inzwischen von der Partei abgewandt haben. Damit stehen sie für eine größere Entwicklung. Denn seit der Bundestagswahl im vergangenen Jahr laufen der SPD die Wähler weiter davon. In der neuen Episode unseres Politik-Podcasts fragen wir darum: Wie kann die Partei die Enttäuschten zurückgewinnen?

Im Streitgespräch mit dem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil geht es um Wut auf die Rentenpolitik, verlorengegangenes Vertrauen und die schwierige Suche nach einem Neustart.

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
jujo 08.11.2018
1. ....
Ich wiederhole mich, als SPD Stammwähler, raus aus der GROKO! Ich verstehe nicht die Lust am Untergang. Die SPD macht sich zum nützlichen Idioten zweier politischer "lame ducks" Merkel und Seehofer!
Klaugschieter 08.11.2018
2. Nette Gespräche allein werden es nicht richten
Er kommt ja ganz nett daher, der Herr Klingbeil und kann auch gut erklären, was die SPD alles macht in der Regierung. Aber damit wird das momentane Problem der SPD, in der Bevölkerung nicht gemocht zu werden, nicht gelöst. Denn um gemocht zu werden, oder wie Klingbeil es ausdrückte, die große Sehnsucht nach einer starken SPD wiederzubeleben, braucht man an der Spitze eben auch Leute, die Sympathie ausstrahlen, die man auch mögen will und die nicht angetreten sind, die Amtszeit von Angela Merkel als Kanzlerin unnötig zu verlängern. Andrea Nahles und Olaf Scholz verkörpern eine positive Strahlkraft aber ganz gewiss nicht. Nun heißt es immer, auch um beide in ihren Ämtern zu schützen, dass Personalwechsel in der Vergangenheit der SPD nichts gebracht hätten. Mag stimmen! Aber der letzte Wechsel, bzw. der von Scholz und Nahles clever eingefädelte Putsch gegen den in der Partei nicht so gut vernetzten Eurokraten Martin Schulz, hat das Image der SPD auch nicht gerade aufpoliert. Von 20,51 Prozent bei der letzten Bundestagswahl ist die Sozialdemokratie in der Wählergunst laut Umfragen nun auf 13 bis 14 Prozent abgerutscht. Und wenn Andrea Nahles noch viel länger Vorsitzende der SPD bleibt, dann wird die älteste Partei Deutschöands wie in Bayern auch auf Bundesebene bald einstellig sein. Es stimmt sicher, dass Parteien auch wegen ihrer Inhalte gewählt werden, aber noch wichtiger sind für viele Wähler die Personen, die für diese Inhalte stehen. Und eine Parteivorsitzende, die vor Eintritt in die GroKo laut "Bätschi" ruft und sich dann Frau Merkel den Steigbügel hält und einen rechtspopulistischen Innenminister gewähren lässt, hat nur geringes Ansehen bei den Wählern. Die SPD wird mittelfristrig um einen erneuten Wechsel an der Spitze nicht umhin kommen, wer immer das auch übernehmen soll. Die auf das Wahlvolk höchst unsympathisch wirkenden Nahles und Scholz tragen die SPD nicht in eine bessere Zukunft, nicht einmal dann, wenn diese sich kurzfristig aus der GroKo lösen würde. Die SPD braucht dringend neue und vor allem jüngere Köpfe. Wie das gelingen kann, machen die Grünen mit ihrem sympathischen Spitzenduo Habeck/Baerbock gerade vor.
seinedurchlaucht 08.11.2018
3. Ach so
Und wenn man aus der GroKo draußen ist, hat man plötzlich wieder jede Menge Themen, die Wähler anlocken? Komische Gedankengänge. Für mich eine gestrige Partei. Außer dem Schlagworten "Soziale Gerechtigkeit" hat man nicht viel anzubieten. Und soziale Gerechtigkeit in einem Land, in dem man auch ohne Arbeit gut über die Runden kommt, ist nicht wirklich ein Thema.
burlei 08.11.2018
4. Natürlich raus aus der GroKo
Was bringt es der SPD, eine tolle Regierungsarbeit zu leisten? Nichts! Die Ergebnisse mögen ganz toll sein, aber es genügt doch, dass sich jemand aus der CDU oder CSU hinstellt und im Brustton der Überzeugung mitteilt, dass "sie" es waren, die dieses oder jenes tolle Gesetz hervorgebracht haben. Es ist ja richtig, denn der Mensch meint damit angeblich die GroKo, beim Wähler kommt es aber so an, wie es gemeint ist = "sie", die CDU/CSU. Selbst wenn der einzige Beitrag der CDU/CSU das Blockieren, Verwässern und Vertagen des Gesetzes war. Daran ändert sich auch nichts, wenn man statt Nahles oder Scholz irgend einen Sympathie-Träger hin stellt. Ein Gesetz soll wirksam sein, dem Menschen was bringen. Sobald das Gesetz nur Sympathie für eine Partei bringen soll, stimmt was nicht. Dann sind wir nicht mehr bei der SPD, dann sind wir bei der FDP. Deren letztes Gesetz, das die durchgebracht haben hat ihr auch Sympathie eingebracht. Allerdings nur von Seiten der Hoteliers. Hatte sich für die ja auch richtig gelohnt. Nein, die SPD muss raus aus der GroKo. Natürlich wird sie jahrelang in der Opposition verbleiben, während CDU, CSU, FDP und wahrscheinlich auch die AfD die Republik umbauen. Gut, damit muss man dann leben, aber dem Bürger wird vielleicht mal die Augen aufgehen, was wirtschaftsfreundliche bis marktradikale Parteien für ihn noch in der Hinterhand haben. Aber warum nicht? Der Wähler schiebt dann die Schuld sowieso wieder der SPD zu, selbst wenn die in der Opposition sitzt.
lyoner 08.11.2018
5.
Ich war vor gefühlten 100 Jahren bei einer Bundestagswahlkampfveranstaltung in Saarbrücken. Als Gehard Schröder die Bühne betrat, hatte ich den Eindruck, Elvis wäre zusammen mit Jimi Hendrix auf der Bühne erschienen, im Publikum brach ein Jubel aus, der seinesgleichen suchte. Schröder hat sicher nicht alles richtig gemacht, aber er hatte eine mitreissende Ausstrahlung, konnte Menschen begeistern, hat es geschafft sich und seine Positionen darzustellen. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, für was A.Nahles steht, für mich ist sie bloss der Steigbügelhalter für Frau Dr Merkel, gut abgesichert, versteht sich!
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