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Lebensmittelpreise: Politiker fordern Hartz-IV-Erhöhung

Wenn höhere Preise, dann mehr Hartz IV, fordern Sozialpolitiker von SPD und Grünen. Sonst sei die Sozialleistung nicht mehr existenzsichernd. Nach Ansicht von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner werden die Lebensmittelpreise weiter steigen.

Berlin - Der SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sagte der "Bild"-Zeitung, Hartz IV sei nicht mehr existenzsichernd, weil es keine Orientierung der Leistung an den Lebenshaltungskosten gebe. "Wenn jetzt die Lebensmittelpreise überproportional steigen, verringert sich der reale Wert von Hartz IV stark", erklärte Schreiner. Deswegen müsse "jetzt erst recht eine Korrektur vorgenommen und Hartz IV erhöht werden". Der Grünen-Sozialexperte Markus Kurth sagte der Zeitung, die nun bei Milchprodukten erwartete Preissteigerung von bis zu 50 Prozent zeige deutlich, dass der Hartz-IV-Regelsatz erhöht werden müsse.

Lebensmittel: Preisanstieg vor allem bei Milch und Butter
DDP

Lebensmittel: Preisanstieg vor allem bei Milch und Butter

Viele Discounter und Supermärkte haben den Preis für Butter am Wochenende um bis zu 40 Cent pro Packung erhöht. Auch bei anderen Milchprodukten wird eine Preissteigerung erwartet. Der Milchpreis war schon vorher gestiegen. Der Regelsatz des Arbeitslosengeldes II (ALG II) beträgt 347 Euro im Monat.

Nach Ansicht von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner müssen sich die Verbraucher an die steigenden Lebensmittelpreise gewöhnen. Die Preise würden generell anziehen, sagte Sonnleitner der "Passauer Neuen Presse". Der Chef des Deutschen Bauernverbands betonte aber zugleich, der Anstieg werde verkraftbar sein, weil auch die Löhne stiegen.

Bauernpräsident Sonnleitner verteidigt höhere Preise

Im Verhältnis zu den Löhnen seien Nahrungsmittel seit rund 30 Jahren immer billiger geworden. "Im Durchschnitt gibt eine deutsche Familie heute nur noch zwölf Prozent ihres Einkommens für Ernährung aus - nach dem Krieg waren es über 50 Prozent." Bei Milchprodukten, bei denen ein Preisanstieg von bis zu 50 Prozent erwartet wird, geht Sonnleitner davon aus, dass die Endpreise für manche Produkte deutlich, für andere kaum oder gar nicht erhöht würden.

"Butter wurde zuletzt wie ein Lockangebot verschleudert, hier rechne ich mit Preiserhöhungen zwischen 10 und 40 Prozent", sagte der Bauernpräsident. Außer den Milchbauern müssten auch die Erzeuger von Rind- und Schweinefleisch mehr für ihre Ware bekommen, forderte Sonnleitner.

flo/dpa/AP/ddp

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