Legida-Protest in Leipzig 2000 Polizisten sichern 1665 Demonstranten

Legida schrumpft: Zur Anti-Islam-Demo in Leipzig kamen nur 1665 Menschen. Das zeigt eine Auswertung von Pressefotos. Aggressiv war die Stimmung trotzdem.

Legida-Demo auf dem Augustusplatz in Leipzig: Überschaubare Teilnehmerzahl
DPA

Legida-Demo auf dem Augustusplatz in Leipzig: Überschaubare Teilnehmerzahl


Leipzig - Bei der dritten Legida-Kundgebung in Leipzig haben weit weniger Menschen teilgenommen, als die Veranstalter angekündigt hatten. Wie auch bei der letzten Demonstration haben lokale Pressefotografen ihre hochauflösenden Bilder von einem Hochhaus analysiert: Um 19.30 Uhr standen demnach nur 1665 Demonstranten auf dem Augustusplatz. Angemeldet waren 15.000 bis 20.000. Auch der Gegenprotest fiel kleiner aus als bei vorherigen Demonstrationen.

Rund 2000 Polizisten waren vorsorglich im Einsatz, um den Aufmarsch der islamkritischen Vereinigung abzusichern. Wegen des Jahrestags der Nazi-Machtergreifung hatte die Polizei eine starke Mobilisierung rechtsradikaler Legida-Anhänger befürchtet. Zu Ausschreitungen kam es zunächst nicht. Die Stimmung sei jedoch sehr aggressiv gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzkräfte seien mit Farbbeuteln beworfen worden, zudem habe es kleinere Rangeleien gegeben. Legida-Demonstranten hätten versucht, Gegendemonstranten zu provozieren und die Polizeikette zu durchbrechen, so der Polizeisprecher. Schon am Nachmittag hätten Unbekannte Brandanschläge auf die Deutsche Bahn verübt.

Die Gegendemonstranten waren erneut deutlich in der Überzahl. Doch kamen auch hier weniger Menschen als in der vergangenen Woche. Nach Schätzungen der Stadt seien etwa 5000 Teilnehmer zu der größten Gegenveranstaltung "Leipzig Courage zeigen" gekommen. Insgesamt waren neun "NoLegida"-Veranstaltungen angemeldet.

Der Leipziger Ableger von Pegida gilt als deutlich radikaler, als das Dresdner Vorbild. In der Vorwoche war es zu massiven Übergriffen aus dem Legida-Block gekommen. Angreifer stürzten sich auf Presseleute und Gegendemonstranten. Auch linke Autonome waren gewalttätig geworden.

In Dresden hatte sich Mitte der Woche die halbe Führungsriege der islamkritischen Vereinigung Pegida zurückgezogen. Ex-Sprecherin Kathrin Oertel und weitere ehemalige Mitglieder der Pegida-Spitze wollen nun einen neuen Verein gründen. Eine erste Kundgebung könnte es Anfang Februar geben.

kry/dpa



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