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Lehren aus der Euro-Krise Durchgreifen, abstrafen, aussortieren

Kanzlerin Merkel vor EU-Flagge (am 3. Mai): Unterschiede im Euro-Raum auf Dauer kaum beherrschbar Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel vor EU-Flagge (am 3. Mai): Unterschiede im Euro-Raum auf Dauer kaum beherrschbar

7. Teil: Die Rolle der Finanzmärkte muss auf den Prüfstand

Die Spekulanten haben die Politik vorgeführt. Mit ihren Wetten gegen Griechenland haben sie die mangelnde Geschlossenheit der Euro-Länder aufgezeigt. Egal was Merkel, Sarkozy und Co. auch probierten, um die Märkte zu beruhigen - es half nicht.

Mit Kreditausfallversicherungen - CDS (Credit Default Swaps) - die schon bei der geplatzten US-Immobilienblase 2008 eine unrühmliche Rolle spielten, wetteten viele Spekulanten auf eine Pleite Griechenlands. Damit haben sie die Probleme des Landes verschärft. Die Zinsen für Staatsanleihen schossen in so astronomische Höhen, dass sich Athen kein Geld mehr an den Kapitalmärkten leihen konnte.

Ökonomen warnen dennoch davor, die Spekulanten nun zu Sündenböcken zu machen. "Wenn es keinen Anlass für eine Wette gibt, gibt es auch keine Spekulation", sagt Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Burghof geht sogar noch weiter: "Das Schimpfen auf die Spekulanten ist falsch", sagt er. Die Wetten gegen Griechenland seien eine realistische Warnung gewesen: "Es ist seriöse Spekulation, wenn man darauf wettet, dass ein Holzschober abbrennt." Man dürfe sich dann "nur nicht reinsetzen und rauchen".

Das sei aber schon nach den geltenden Gesetzen strafbar. Der Ökonom hält die politische Debatte daher für populistisch. Boysen-Hogrefe widerspricht: Er sehe durchaus Übertreibungen in der Spekulation auf eine Griechenland-Pleite. Die Rolle der Märkte müsse auf den Prüfstand, "der Handel mit CDS transparenter werden".

Bei einer Aufarbeitung geht es auch um die Rolle der Rating-Agenturen. Sie haben mit ihren Abwertungen die Euro-Krise verschärft. "Die Rating-Agenturen haben zuletzt regelmäßig versagt", sagt Sebastian Dullien von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Allerdings hätten sie in diesem Fall nur die Entwicklung der Märkte nachvollzogen, im Grunde sogar "zu spät reagiert".

Das liegt laut Burghof daran, dass die drei US-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch einen politischen Tatbestand beurteilen mussten - und keine Zahlen: "Damit sind sie überfordert." Wie sehen mögliche Konsequenzen aus? Eine Entmachtung der Unternehmen, wie sie der Ökonom Thomas Straubhaar fordert? Oder eine eigene europäische Rating-Agentur, die europäische Politiker immer wieder ins Spiel bringen?

Die Ökonomen sind skeptisch. Er frage sich, wer die politischen Szenarien besser beurteilen könne, sagt Dullien. "Neue Rating-Agenturen lösen das Problem nicht", argumentiert auch Boysen-Hogrefe. Sie würden vor dem gleichen Problem stehen.

Burghof schlägt vor, die Struktur der Bonitätsbewertungen zu ändern und isolierte Ratings zu machen - "eins nur aufgrund der wirtschaftlichen Daten eines Landes und eins, das politische Entwicklungen bewertet".

Ob sich dadurch etwas am generellen Problem ändert, ist fraglich. Doch zumindest transparenter wären die Ratings damit.

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insgesamt 2795 Beiträge
kdshp 04.05.2010
Hallo, wir brauchen endlich eine EU regierung die auch macht hat. Gleichzeitig sollten wir die nationalen regierungen abbauen.
Zitat von sysopNach der Krise ist vor der Krise: In ganz Europa hat die Debatte darüber begonnen, wie die Eurozone künftige Staatspleiten effektiver bekämpfen kann. Muss Europa sich ändern?
Hallo, wir brauchen endlich eine EU regierung die auch macht hat. Gleichzeitig sollten wir die nationalen regierungen abbauen.
grauer kater 04.05.2010
Wir brauchen die politische Union Europa mit einheitlicher Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, mit proportionaler Standortverteilung der Produktion auf die jeweils geeigneten Standorte mit den besten [...]
Zitat von sysopNach der Krise ist vor der Krise: In ganz Europa hat die Debatte darüber begonnen, wie die Eurozone künftige Staatspleiten effektiver bekämpfen kann. Muss Europa sich ändern?
Wir brauchen die politische Union Europa mit einheitlicher Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, mit proportionaler Standortverteilung der Produktion auf die jeweils geeigneten Standorte mit den besten Produktionsbedingungen, soziale Anpassungen und einheitlicher Außenpolitik. Wir brauchen ein energisches Handeln der EZB zur Geldwertstabilität! Die EU braucht einen Regierungschef mit demokratischer Legitimation, eine gewählte Regierung und ein Parlament, das die Souveränität der Mitgliedsstaaten und Europas insgesamt ausübt! Der Lissabon-Vertrag wird den Anforderungen der Zeit an die weitere Integration Europas in keiner Weise gerecht! Europa muss seine Interessen geschlossen vertreten und durchsetzen!
rhawik 04.05.2010
Das Thema Griechenland-Krise, Euro und Europäische Union ist viel zu komplex. Was für eine Frage, ob Europa sich ändern muss ? Selbstverständlich. Alle und jeder muss sich ändern ! Die Pleite-Serien in Europa werden sich [...]
Das Thema Griechenland-Krise, Euro und Europäische Union ist viel zu komplex. Was für eine Frage, ob Europa sich ändern muss ? Selbstverständlich. Alle und jeder muss sich ändern ! Die Pleite-Serien in Europa werden sich fortsetzen. Portugal, Irland und Spanien werden wohl folgen. Ungarn war doch kürzlich auch Pleite. Von Ungarn spricht im Moment kein Mensch mehr.
grauer kater 04.05.2010
Wir brauchen die politische Union Europa mit einheitlicher Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, mit proportionaler Standortverteilung der Produktion auf die jeweils geeigneten Standorte mit den besten [...]
Zitat von sysopNach der Krise ist vor der Krise: In ganz Europa hat die Debatte darüber begonnen, wie die Eurozone künftige Staatspleiten effektiver bekämpfen kann. Muss Europa sich ändern?
Wir brauchen die politische Union Europa mit einheitlicher Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, mit proportionaler Standortverteilung der Produktion auf die jeweils geeigneten Standorte mit den besten Produktionsbedingungen, soziale Anpassungen und einheitlicher Außenpolitik. Wir brauchen ein energisches Handeln der EZB zur Geldwertstabilität! Die EU braucht einen Regierungschef mit demokratischer Legitimation, eine gewählte Regierung und ein Parlament, das die Souveränität der Mitgliedsstaaten und Europas insgesamt ausübt! Der Lissabon-Vertrag wird den Anforderungen der Zeit an die weitere Integration Europas in keiner Weise gerecht! Europa muss seine Interessen geschlossen vertreten und durchsetzen!
Monsieur Rainer 04.05.2010
Verehrter Forist, Sie haben all das ausgedrückt, was mir gerade aus auf der Zunge lag. Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa mit nationalen Gouverneuren und einer demoktaisch legitimierten Europa-Regierung. Der [...]
Zitat von grauer katerWir brauchen die politische Union Europa mit einheitlicher Wirtschafts-, Finanz-, Steuer- und Abgabenpolitik, mit proportionaler Standortverteilung der Produktion auf die jeweils geeigneten Standorte mit den besten Produktionsbedingungen, soziale Anpassungen und einheitlicher Außenpolitik. Wir brauchen ein energisches Handeln der EZB zur ......
Verehrter Forist, Sie haben all das ausgedrückt, was mir gerade aus auf der Zunge lag. Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa mit nationalen Gouverneuren und einer demoktaisch legitimierten Europa-Regierung. Der Präsident der EU muss vom Volk gewählt werden, die Kommissare sind von ihm zu bestellen und vom EU - Parlament bestätigt werden. Die EU-Abgeordneten werden vom Volk im Direktmandat gewählt und zwar ohne Listenplätze der Parteien. Den Rest haben Sie schon beschrieben, denn das ist dann die Conclusio!
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Die Konditionen im Detail
AFP
Griechenland erhält bis 2012 Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Im ersten Jahr werden alle Euro-Länder bilaterale Hilfen über insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro bereitstellen. Auf Deutschland entfallen 2010 bis zu 8,4 Milliarden Euro. Spanien hat 3,6 Milliarden Euro angekündigt, die Niederlande 1,8 Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will vom gesamten Programm etwa ein Drittel übernehmen, das wären damit bis zu 15 Milliarden Euro.

Rettungspaket für Griechenland
AFP
Griechenland erhält in den nächsten drei Jahren Notfallkredite in Höhe von maximal 110 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und den Euro-Ländern. Diese Kredite bekommt das Land zu erheblich günstigeren Konditionen als auf dem Kapitalmarkt.

Wie Rating-Agenturen arbeiten
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements. Die weltweit einflussreichsten Rating-Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch .
Bewertungen der Rating-Agenturen
Land  Fitch  Standard & Poor's Moody's
Portugal AA- A- Aa2
Italien AA- A+ Aa2
Irland AA- AA Aa1
Griechenland BBB- BB+ A3
Spanien AAA AA Aaa




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