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Zoff mit der FDP: Seehofer fordert Stopp der Leihstimmenkampagne

CSU-Chef Seehofer: "Die FDP kann ihr eigenes Potential ausschöpfen" Zur Großansicht
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CSU-Chef Seehofer: "Die FDP kann ihr eigenes Potential ausschöpfen"

Die Zweitstimmenkampagne der FDP beunruhigt die Union. CSU-Chef Seehofer fürchtet, die Regierungsparteien könnten sich gegenseitig Stimmen wegnehmen. Die Liberalen sollten sich auf ihr eigenes Wählerpotential konzentrieren. In Umfragen zeigt die FDP-Kampagne keine Wirkung.

Berlin - In zwei Tagen wählt Deutschland einen neuen Bundestag, bis dahin kämpfen die Parteien um Zustimmung. Die Art und Weise, wie die FDP um Stimmen von Unionsanhängern buhlt, gefällt einem ganz und gar nicht: CSU-Chef Horst Seehofer hat die Liberalen aufgefordert, ihre Leihstimmenkampagne sofort zu beenden.

"Ich rate uns allen, sich in den letzten Stunden vor der Bundestagswahl mit dem politischen Gegner auseinanderzusetzen und sich nicht gegenseitig die Stimmen streitig zu machen", sagte Seehofer der "Welt". "Es gibt in Deutschland ein ausreichendes liberales Wählerpotential von deutlich über fünf Prozent. Mit den richtigen Themen und dem richtigen Stil kann die FDP ihr eigenes Potential auch ausschöpfen", sagte der bayerische Ministerpräsident. Er erinnerte daran, dass die FDP bei der Landtagswahl in Bayern mit einer ähnlichen Taktik gescheitert sei.

Ähnlich äußerte sich Ex-CSU-Chef Edmund Stoiber. "Das ist schon ein bisschen Selbstaufgabe der FDP", sagte er im Bayerischen Rundfunk.

Mit seinem Erfolg am vergangenen Sonntag hatte Seehofer die Zweitstimmenkampagne der Liberalen erst richtig befeuert. Die CSU eroberte in Bayern die absolute Mehrheit zurück, während ihr Koalitionspartner FDP den Wiedereinzug ins Parlament klar verpasste. Seither macht sich bei den Liberalen die Angst breit, ihr könne im Bund das gleiche Schicksal widerfahren.

FDP-Chef Philipp Rösler verteidigte dagegen das Vorgehen seiner Partei im Wahlkampfendspurt. Die FDP vertrete die Werbung für Leihstimmen aus der Union sehr selbstbewusst und mache sich keineswegs klein damit. "Uns geht es um Inhalte", sagte Rösler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er gehe davon aus, dass viele Unentschlossene doch noch zur Wahl gehen, gerade weil das Rennen denkbar knapp sei.

Im letzten ZDF-"Politbarometer" vor der Wahl, das am Donnerstagabend veröffentlicht wurde, kommen die Liberalen auf 5,5 Prozent. Das würde hauchdünn für den Wiedereinzug in den Bundestag reichen. Zusammen mit der Union (40 Prozent) könnte Schwarz-Gelb nach diesem Stimmungsbild sogar weiter regieren.

Die SPD erreicht in der Umfrage 27 Prozent, die Grünen kommen auf neun Prozent. Die Linke kommt auf 8,5 Prozent, die AfD würde mit vier Prozent den Einzug in den Bundestag verpassen.

Gegenüber der Vorwoche verlor die FDP damit aber sogar einen halben Prozentpunkt - ein Zeichen dafür, dass die Leihstimmenkampagne bislang nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat.

syd/dpa

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insgesamt 146 Beiträge
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1. umso erstaunlicher
ichsagesmalso 20.09.2013
... ist es, dass diese Partei noch immer kurz über fünf liegt. Kein Konzept, falsche und unfähige Frontleute, klebrige und verlogene Wahlkampagnen und nun noch die Leihstimmenaufrufe. Wie tief muss die FDP eigentlich noch sinken bis sie Herrn Seehofers Rat annimmt, sich auf ihre Inhalte zu konzentrieren? Ich hätte gedacht, dass eine solche Partei bei uns weit unter zwei Prozent ausschert, umso schlimmer müssen demnach die Wähler dieser Truppe sein. Warum verrät sich die FDP seit Möllemann immer und immer wieder und warum fällt es den FDP-Wählern nicht auf?
2. Dass er lieber eine große Koalition will...
joG 20.09.2013
...ist interessant. Für die FDP ist allerdings mutmaßlich die AfD gefährlicher.
3. Der Horst...
fatherted98 20.09.2013
...hat gesprochen. Und sicher wird ihm die Bundes-FDP schnell und wiederstandlos folgen....gähn....müssen wir nach der Bayernwahl den jede Äußerung dieses Polit-Kaspers über uns ergehen lassen?
4. Stimmt nicht
Wunderläufer 20.09.2013
Das Wählerpotential für die FDP ist deutlich unter 5 Prozent. Inhaltlich hat die FDP schon lange keine Berechtigung mehr; vielmehr wird diese kleine politische Sekte als politisches Korrektiv des jeweils größeren Koaltitionspartners wahrgenommen
5. 5,5 PROZENT - tendenz fallend
2623 20.09.2013
und fehlertoleranz rund 2 Prozent. also alles möglich. es war allerdings eine solch schrecklich schwache leistung in den letzten langen jahren, dass ein ausscheiden aus der politischen arena nicht tragisch wäre.
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