Leipzig Mann wirft Brandsatz in neue Asylunterkunft

Wieder ist ein Asylbewerberheim Ziel eines Anschlags geworden: In Leipzig warf ein Vermummter einen Brandsatz in ein Wohnhaus. Dort sollten heute 56 Flüchtlinge einziehen.

Asylbewerberunterkunft in Leipzig: Spuren des Feuers im Erdgeschoss
DPA

Asylbewerberunterkunft in Leipzig: Spuren des Feuers im Erdgeschoss


Größerer Schaden konnte zum Glück verhindert werden: Im Leipziger Stadtteil Stötteritz hat ein Mann einen Brandsatz in eine neue Asylbewerberunterkunft geworfen. In dem Wohnhaus stand ein Fenster offen. Das teilte das Operative Abwehrzentrum mit.

Ein Zeuge alarmierte sofort die Feuerwehr. Dadurch habe größerer Schaden verhindert werden können, hieß es. Nur eine in dem Zimmer befindliche Matratze sei in Brand geraten.

Bei dem Täter soll es sich um einen 1,70 Meter großen Mann handeln, der vermummt gewesen ist. Er schlug gegen 1.30 Uhr zu. Die Ermittlungen hat das Operative Abwehrzentrum übernommen, es werden Zeugen gesucht.

Das Haus war eigens für die Flüchtlinge hergerichtet worden. 56 Asylbewerber sollten dort am Mittwoch einziehen.

Der Oberbürgermeister der sächsischen Stadt, Burkhard Jung (SPD), verurteile die Tat scharf. "Wir haben es hier mit einem feigen Anschlag zu tun von Menschen, die keine Menschlichkeit kennen." Er betonte, dass die Stadt nach etwaigen Reparaturen Asylbewerber trotz des Anschlags dort unterbringen werde. "Selbstverständlich werden in dem Haus Flüchtlinge einziehen, sobald der Schaden behoben ist."

Erst in der Nacht zum Dienstag hatte es in einer geplanten Notunterkunft im brandenburgischen Nauen gebrannt, die Polizei geht von einem Brandanschlag aus. Die Nacht davor stand eine Asylunterkunft im baden-württembergischen Weissach im Tal in Flammen.

heb

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