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Fremdenhass: Hetz-Schmiererei gegen Leipziger Bürgermeister

Oberbürgermeister Jung (im November 2014): Galgen und Parolen Zur Großansicht
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Oberbürgermeister Jung (im November 2014): Galgen und Parolen

"OB Jung wir kriegen Dich": Diese Worte haben Unbekannte in Leipzig an einen Container gesprüht, Ziel ist SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung. Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus.

Erneut ist ein Politiker Ziel einer unmissverständlichen Drohung geworden. Unbekannte haben Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mit einer Hassbotschaft bedacht. Sie schmierten auf einen Container in der Leipziger Innenstadt einen Galgen und die Worte "OB Jung wir kriegen Dich", wie die Polizei am Montag mitteilte.

Weitere Einzelheiten konnte sie noch nicht nennen, allerdings ist ein Bezug zu rechten Demonstranten denkbar. Auf den Container war die Parole "No Asyl" gesprüht.

Zuletzt häuften sich die Vorfälle. Am vergangenen Montag hatte eine Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Dresden einen hölzernen Galgen mitgeführt. Daran waren Schilder mit der Aufschrift "Reserviert - Angela 'Mutti' Merkel" und "Reserviert - Siegmar 'das Pack' Gabriel" angebracht. Der Fall hatte im ganzen Land Empörung ausgelöst. Bei einer Demo in Berlin wurde in der vergangenen Woche eine nachgebaute Guillotine mitgeführt, auch hier wurde gegen Vizekanzler Gabriel gehetzt.

Ein tätlicher Angriff sorgte am Wochenende in Köln bundesweit für Entsetzen. Am Samstagmorgen hatte ein 44-Jähriger die parteilose Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Köln, Henriette Reker, mit einem Messer attackiert und schwer verletzt.

Frank S. soll bei seiner Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund gehabt haben. "Ich tue es für eure Kinder", rief er demnach, ehe er Reker in den Hals stach. Die Politikerin überlebte den Angriff und ist in einem stabilen Zustand. Bei der Wahl, die am Sonntag trotz des Vorfalls stattfand, konnte sie sich schon im ersten Anlauf durchsetzen.

Erneut gibt es einen Fall, in dem Unbekannte eine geplante Flüchtlingsunterkunft beschädigt haben - diesmal in Thüringen. In Frauenwald im Ilm-Kreis setzten die Täter einen Teil eines Wohnblocks unter Wasser, den die Kreisverwaltung für die Unterbringung von Asylsuchenden nutzen wollte. Betroffen ist nach Angaben des Landratsamtes vom Montag ein Plattenbau mit insgesamt 17 Wohnungen, den der Kreis von einem privaten Eigentümer angemietet hatte. Die Kreisverwaltung erstattete Anzeige. In Thüringen waren in den vergangenen Wochen schon geplante Flüchtlingsunterkünfte in Rockensußra (Kyffhäuserkreis), Gerstungen (Wartburgkreis), Bleicherode (Kreis Nordhausen), Friemar (Kreis Gotha) und Bischhagen (Eichsfeld) in Brand gesetzt worden. Die Brandstiftungen sind noch nicht aufgeklärt.

jok/anr/dpa

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