Leipzig Massenfestnahme bei Anti-Nazi-Demo

Bei Demonstrationen gegen eine Neonazi-Kundgebung ist es heute in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als hundert Gegendemonstranten wurden festgenommen.


Leipzig - Entlang der Strecke wurden Barrikaden errichtet, Wertstoffcontainer brannten und Flaschen wurden geworfen. Insgesamt waren rund 2000 Beamte aus dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz. 159 Neonazi-Gegner seien festgenommen worden, teilte die Polizei in Leipzig mit. Ein Polizeiauto sei in Brand gesteckt worden.

Von den rund 2000 Teilnehmern der Gegendemonstrationen wurden 1500 als gewaltbereit eingestuft. Es gebe aber auch viele hundert Bürger, die friedlich gegen die Rechtsextremen protestiert hätten, sagte der Polizeisprecher.

An der Kundgebung der Neo-Nazis nahmen nach Polizeiangaben rund 200 Menschen teil. Sie sei von Christian Worch unter dem Motto "Gegen die Mauer in den Köpfen" angemeldet worden. Politiker, Parteien, Gewerkschaften und Künstler hatten zum friedlichen Protest gegen das Neonazitreffen aufgerufen.

Worch hatte wie in den vergangenen Jahren jeweils zum 1. Mai und 3. Oktober einen Aufzug mit etwa 150 bis 200 Teilnehmern angemeldet. Anders als in den Vorjahren war diesmal nicht der linksalternativ geprägte Leipziger Stadtteil Connewitz sein Ziel. Dort war es jeweils zu schweren Ausschreitungen gekommen. Heute sollte der Marsch am Ostplatz stoppen und zum Bahnhof umkehren. Der Zug durch die Stadt verzögerte sich immer wieder durch spontane Protestkundgebungen der Gegendemonstranten.

Worch gilt nach Angaben des Verfassungsschutzes als eine der führenden Figuren in der Neo-Nazi-Szene.

ler/Reuters/dpa



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