Rechte Ausschreitungen in Leipzig Oberbürgermeister spricht von "Straßenterror"

In Leipzig warfen 250 rechte Hooligans Scheiben ein und zündeten Autos an. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilt die Gewaltexzesse im Stadtteil Connewitz scharf.

  Zerschlagene Fensterscheiben: Leipzig am Tag nach den Hooligan-Ausschreitungen
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Zerschlagene Fensterscheiben: Leipzig am Tag nach den Hooligan-Ausschreitungen


Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat die Ausschreitungen von rechtsextremen Hooligans als "Straßenterror" verurteilt. "Es ging um nackte Gewalt, sonst nichts", erklärte Jung. Das müsse nun klare und deutliche Konsequenzen haben.

Zeitgleich zur Versammlung der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung in Leipzig hatten am Montagabend rund 250 vermummte Hooligans im linksalternativen Stadtteil Connewitz randaliert. Sie zündeten Feuerwerkskörper, warfen Scheiben von zahlreichen Geschäften ein und versuchten, Barrikaden zu errichten. Die Polizei nahm 211 Rechte vorübergehend in Gewahrsam. Fünf Polizeibeamte wurden verletzt.

Zur gleichen Zeit protestierten in Leipzig Tausende Menschen friedlich gegen Legida. Mit einer Lichterkette setzten die Leipziger ein Zeichen gegen Fremdenhass und für mehr Toleranz.

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Hooligans in Leipzig: Verwüstung in Connewitz
Jung kritisierte, die Randalierer von Connewitz hätten "die menschenverachtenden Legida-Aufrufe in die Tat umgesetzt", und zog damit eine direkte Verbindung zwischen der Anti-Islam-Bewegung und den rechten Hooligans. Extremisten von rechts außen hätten "mit offenem Straßenterror" versucht, Angst und Schrecken zu verbreiten. Es gelte jetzt, ein Aufschaukeln der Situation zu verhindern.

Zuletzt war es in Leipzig Mitte Dezember am Rande einer Demonstration von Rechtsextremisten zu Ausschreitungen linker Gewalttäter gekommen. Dabei waren Dutzende Polizisten verletzt worden.

Nach einem treffen der Pegida-Bewegung in Potsdam waren am Montagabend Steine, Schneebälle und Böller in Richtung der Pegida-Anhänger geflogen. Gegendemonstranten hatten versucht, die Teilnehmer des sogenannten "Abendspaziergangs" anzugreifen, die von der Polizei zum Bahnhof geleitet wurden. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und das Polizeipräsidium beorderte zwei zusätzliche Einsatzhundertschaften nach Potsdam.

Fünf Beamte aus Berlin und zwei aus Brandenburg seien verletzt worden, sagte ein Potsdamer Polizeisprecher. Demonstranten kamen offenbar nicht zu Schaden. Ein Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei und ein Bus von Versammlungsteilnehmern aus dem Pegida-Bereich wurden beschädigt. Zuvor hatten mehrere hundert Menschen in der Potsdamer Innenstadt größtenteils friedlich gegen Pegida protestiert.

cht/AFP/dpa

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