Leopard 2 Rätselraten um Panzerlieferung an die Türkei

Eine Anfrage der Rüstungsfirma Wegmann beim Auswärtigen Amt hat für Spekulationen gesorgt: Hat die türkische Regierung sich bereits für den Kauf von 1000 deutschen Leopard-2-Panzern entschieden? Der Münchner Konzern dementierte: Die Anfrage sei lediglich eine Art "Vorsorge".


Leopard-2-Panzer
AP

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München - Wichtige Tests beim Leopard und damit auch die Grundsatzentscheidung der Türkei stünden noch aus, sagte ein Sprecher des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann. Die vor wenigen Tagen beim Auswärtigen Amt gestellte Voranfrage über die etwaige Lieferung von 1000 Leopard-Panzern sei eine Art "Vorsorge" für eine spätere, möglicherweise positive Entscheidung der Türkei, stellte der Firmensprecher klar.

Der Auftrag hätte ein Volumen von schätzungsweise rund 14 Milliarden Mark, von denen deutsche Betriebe rund sechs Milliarden Mark erhalten würden, erklärte der Sprecher. Die Produktion würde sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren erstrecken, wobei die Serienfertigung von Leopard 2 für die Türkei in deutschen Betrieben beginnen würde, dann aber von türkischen Firmen in Lizenz weitergeführt würde. Die Bestellung könne in Deutschland tausende von Arbeitsplätzen sichern, allein 1500 Zulieferer würden davon profitieren.

Wann das Auswärtige Amt eine Entscheidung fällen würde und wie diese ausfallen werde, wollte der Firmensprecher nicht vorhersagen. Als es letztes Jahr um die Lieferung eines Leopard-Testpanzers in die Türkei ging, habe die Entscheidung immerhin sechs Monate gedauert. Die Lieferung des Testpanzers hatte zu einer schweren Krise in der rot-grünen Koalition geführt.



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