Erkrankter Ex-Außenminister Westerwelle mit erstem Auftritt in Berlin

Ex-Außenminister Guido Westerwelle ist an Leukämie erkrankt. Nachdem es ihm wieder besser geht, will er am Donnerstagabend einen ersten Termin wahrnehmen - in den Räumen seiner Stiftung in der Hauptstadt.

An Leukämie erkrankt: Westerwelle am 31. Mai auf einem Reitturnier in Aachen
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An Leukämie erkrankt: Westerwelle am 31. Mai auf einem Reitturnier in Aachen

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Vor über einem Jahr war bei Guido Westerwelle akuter Blutkrebs diagnostiziert wurden. Der Ex-Außenminister musste sich einer langwierigen Behandlung unterziehen, war Monate danach nur äußerst selten in der Öffentlichkeit zu sehen. Nachdem sich sein Zustand aber gebessert hat, will er nun erstmals wieder in Berlin einen öffentlichen Termin wahrnehmen, wie SPIEGEL ONLINE erfuhr.

Am heutigen Donnerstagabend plant der FDP-Politiker eine Ansprache vor 22 jungen Frauen und Männern, die an dem Programm "Young Leaders" der nach ihm benannten "Westerwelle-Foundation" teilnehmen. Die Stiftung hatte Westerwelle kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Außenamt im Dezember 2013 zusammen mit dem Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth gegründet. Als Ziele nennt die Foundation den internationalen Einsatz für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, soziale Marktwirtschaft, Toleranz und politische und wirtschaftliche Teilhabe. Die Stiftung, die ihren Sitz am Kurfürstendamm in Berlin hat, hatte im Frühjahr 2014 ihre Arbeit aufgenommen, Westerwelle ist Vorsitzender des Vorstandes.

Der Auftritt Westerwelles in Berlin dürfte nicht der einzige in der kommenden Zeit sein: Wie SPIEGEL ONLINE weiter erfuhr, soll Westerwelle am 16. September in Düsseldorf aus den Händen der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) den Verdienstorden des Landes erhalten. Westerwelle stammt aus Nordhein-Westfalen und trat zuletzt vor zwei Jahren in seinem Wahlkreis Bonn bei der Bundestagswahl an.

Im Frühjahr hatte sich der 53-Jährige FDP-Politiker gemeinsam mit seinem Lebenspartner Michael Mronz bei einem Reitturnier in Aachen gezeigt. Zuvor hatte er sich gegenüber der "Bild"-Zeitung über seinen Zustand geäußert: "Ich bin ausgesprochen zuversichtlich." Auf seiner Facebook-Seite schrieb Westerwelle zudem: "Es wird werden." Dem Bericht der "Bild" vom Mai dieses Jahres zufolge hatte die Behandlung des an Leukämie erkrankten Westerwelle an der Universitätsklinik Köln angeschlagen. Im Herbst 2014 hatte er eine Knochenmarktransplantation bekommen.

Im Video: Westerwelle erkrankte 2014 an Leukämie

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Der Kampf gegen akute Leukämie ist besonders schwer. Daher sind Prognosen und Planungen schwierig. Blutkrebs wird als akut bezeichnet, wenn sie sich innerhalb weniger Wochen entwickelt. Betroffene müssen so rasch wie möglich mit einer Chemotherapie behandelt werden.

Nach dem sensationellen Wahlerfolg von 2009 mit 14,6 Prozent für die FDP hatte Westerwelle in der schwarz-gelben Bundesregierung den Posten des Außenministers und Vizekanzlers übernommen. Nach innerparteilichem Druck räumte er 2011 den FDP-Vorsitz. Der in Bad Honnef bei Bonn geborene Jurist kümmerte sich seit der Bundestagswahl im September 2013, bei der die FDP den Einzug ins Parlament verpasst hatte, vor allem um den Aufbau seiner Stiftung in Berlin.



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