Leuna-Affäre Fax belegt offenbar Verstrickung Möllemanns

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ist bei ihren Ermittlungen auf ein Fax gestoßen, dass eine Verwicklung des verstorbenen FDP-Politikers Jürgen Möllemann in die Leuna-Affäre nahe legt. Möllemann schreibt darin, er erwarte eine Zahlung von einer halben Million Mark.


Düsseldorf - Das Fax sei möglicherweise der Schlüssel zu Bareinzahlungen in bis zu sechsstelliger Höhe, die Möllemann 1997 auf unterschiedliche Konten geleistet haben soll. Die Ermittlungen stünden vor dem Abschluss, eine abschließende Bewertung gebe es aber noch nicht, sagte Behördensprecher Johannes Mocken am Montag.

Das Fax war bei einer Durchsuchung von Möllemanns Düsseldorfer Firma WebTec am 5. Juni 2003 gefunden worden, sagte Mocken. Am selben Tag war der frühere Spitzenpolitiker mit dem Fallschirm in den Tod gestürzt. Das an einen engen Geschäftsfreund gerichtete und mit Möllemanns Kürzel "JWM" unterzeichnete Schreiben enthält einem Bericht des "Focus" zufolge die Anmerkung, dass ein Betrag in Höhe von 500 000 D-Mark "zum Abschluss der Elf/TH-Aktion" ausstehe.

Damit könnte dem Magazin zufolge der umstrittene Verkauf der ostdeutschen Raffinerie Leuna an den französischen Elf-Konzern gemeint sein. Mocken schloss diesen Zusammenhang am Montag nicht aus. Die Zeilen könnten jedoch auch anders interpretiert werden.



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