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Liberalismus: FDP war gegenüber Pädophilen toleranter als bislang bekannt

FDP-Zentrale in Berlin: Weder Zwischenrufe noch Nachfragen Zur Großansicht
REUTERS

FDP-Zentrale in Berlin: Weder Zwischenrufe noch Nachfragen

Wie offen sympathisierte die FDP mit Pädophilen? SPIEGEL-Recherchen zeigen, dass die Verbindungen in den achtziger Jahren weitaus enger waren, als die Partei heute zugeben will.

Hamburg - Auch die Liberalen haben pädophile Positionen in ihren Reihen geduldet und unterstützt. Das geht nach SPIEGEL-Recherchen aus Unterlagen des FDP-nahen Archivs des Liberalismus hervor. So sorgte die Berliner FDP beispielsweise dafür, dass die Allgemeine Homosexuelle Arbeitsgemeinschaft Steuergelder erhielt. Dabei forderte deren Arbeitsgruppe Pädophilie öffentlich, Sex zwischen Erwachsenen und Kindern zu entkriminalisieren.

Auch die FDP-Bundestagsabgeordneten setzten sich mit dem Thema auseinander: Bei einer Fraktionsanhörung im Jahr 1981 durfte unter anderem der Sexualforscher Helmut Kentler sprechen. Er berichtete von einem Projekt in Berlin, bei dem er 13- bis 15-jährige Jungen, die an "sekundärem Schwachsinn" litten, bei Päderasten unterbrachte: "Diese Leute haben diese schwachsinnigen Jungen nur deswegen ausgehalten, weil sie eben in sie verliebt, verknallt und vernarrt waren." Die Abgeordneten irritierte der Bericht offenbar nicht, es gab weder Zwischenrufe noch Nachfragen.

Dabei hatte FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in einem Interview mit der "Welt" vor zwei Wochen noch behauptet: "Pädophilie war und ist in der FDP kein Thema."

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insgesamt 102 Beiträge
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1. Toleranz
Kent Brockman 01.09.2013
Die Vögel von diesem Verein würden sich beide Daumen ins Hinterteil stecken wenn es dafür 5% geben würde.
2. Interessant.
timepiece123 01.09.2013
An einem Tag werden kurz nacheinander hier erst die AfD und dann die FDP diskreditiert. Das Manöver ist allzu durchsichtig. Recherchiert 'mal abstruse Thesen von allen möglichen durchgeknallten Leuten in den Blockparteien.
3. na ja,
ambulans 01.09.2013
pech für alle grünen-hasser da draußen im land, die sich weiterhin ungehemmt über d. cohn-bendit & co. hermachen wollten. in letzter zeit vielleicht einmal zeitung gelesen, z.b. über eine FDP-politikerin (bundestags-kandidatin in wiesbaden), die sich vor kurzem "outen" musste für ihre unbestreitbar "aktive" rolle bei so einem geschehen? also, wer immer nur "die grünen", "dieser irregeleitete liberalismus" und ähnlichen reaktionären bullshit von sich gibt, zeigt damit leider nur eines damit: dass er so gut wie von nichts eine ahnung hat und ihm die betroffenen schlichtweg ziemlich egal sind. das allgemeine weggucken ist hier ja z.b. nicht gerade das kleinste problem - und: jemals was mitgekriegt?
4. Eher ein linksgrünes Phänomen
Walther Kempinski 01.09.2013
Spinner gibt es in jeder Partei. Bei den Linksgrünen jedenfalls, wars eher ein Massenphänomen. Sogar Cohn-Bendit ließ sich vor laufenden Kameras zu Aussagen hinreißen, die mehr als eindeutig sind. Das nun die eher grün eingestellte Presse versucht dies umzudrehen und die FDP erneut als Sündenbock hinzustellen, ist sonnenklar. https://www.youtube.com/watch?v=M0qvkg2nzg8
5. Amerikanischer Kurs?
ihawk 01.09.2013
Liberal gilt in den USA als politisch, gesellschaftliches Schimpfwort. Ich befürchte der SPON macht sich hier leichtfertig zum Steigbügelhalter ... warum? Die C-Parteien haben betreffende Vorfälle in der katholischen Kirche aktiv gedeckt - sprich war dieses Tabuthema nur deswegen tabu weil man still und heimlich dafür zumindest Verständnis aufbrachte.
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