Wahldebakel der Linken Ernst will Platz für Lafontaine machen

Oskar ante portas: Nach dem Wahldebakel der Linken in Nordrhein-Westfalen läuft alles auf ein Comeback von Lafontaine hinaus. Parteichef Klaus Ernst plädiert öffentlich dafür, dass er vom früheren Vorsitzenden abgelöst wird.

Lafontaine: "Zuerst anhören, was die anderen sagen."
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Lafontaine: "Zuerst anhören, was die anderen sagen."


Berlin - Klaus Ernst macht den Weg frei für eine Rückkehr von Oskar Lafontaine als Chef der Linken. Er sei "selbstverständlich" für eine Kandidatur des saarländischen Fraktionschefs beim Parteitag Anfang Juni in Göttingen, gab der Noch-Vorsitzende am Montag freimütig in Berlin bekannt.

Die Linke verpasste bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und zuvor in Schleswig-Holstein den Sprung in das Parlament. Lafontaine selbst gab sich am Montag noch bedeckt bei Fragen nach einem Comeback. Der 69-Jährige mache eine Entscheidung vom Verlauf einer Sitzung des geschäftsführenden Bundesvorstands und der Landesparteichefs an diesem Dienstag abhängig. "Ich werde mir zuerst anhören, was die anderen sagen", sagte er am Montag nach dem Wahldesaster in Nordrhein-Westfalen im Deutschlandradio Kultur. "Es kann ja auch sein, dass niemand jetzt nach dieser Wahl diese Lösung für richtig hält, sondern andere Lösungen befürwortet werden."

In der ostdeutschen Linken formiert sich aber der Widerstand gegen Lafontaine. Der Landesfraktionschef in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert, sprach sich in der "Mitteldeutschen Zeitung" offen gegen ein Comeback des Gründungsvaters der Linken aus. Zuvor hatten bereits der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern und thüringische Kommunalpolitiker für den stellvertretenden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, als Parteichef plädiert.

Bartsch ist bisher der einzige Kandidat für die Doppelspitze aus einem Mann und einer Frau. Er hatte sich bereits im November vergangenen Jahres bereit erklärt, einen der beiden Führungsposten zu übernehmen. Nach dem Ausscheiden der Linken aus dem Landtag in Nordrhein-Westfalen bekräftigte Bartsch am Sonntagabend: "Meine Kandidatur steht."

als/dpa/AFP/dapd

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RogerRabit1962 14.05.2012
1.
Zitat von sysopDPAOskar ante portas: Nach dem Wahldebakel der Linken in Nordrhein-Westfalen läuft alles auf ein Comeback von Lafontaine heraus. Parteichef Klaus Ernst plädiert öffentlich dafür, dass er vom früheren Vorsitzenden abgelöst wird. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833030,00.html
Gott sei Dank. Er hat schon bei der SPD nichts bezweckt, ist weggelaufen wie ein kleiner Schulbub, und darf nun in dem Ehemaligenverein dran. Einen besseren Dienst kann er den anderen Parteien und speziell der Sozialdemokratie nicht erweisen.
hierundjetzt59 14.05.2012
2.
Oskar hat das Toenglöckchen noch nicht gehört. Ein einziges Geschachere von Altstasikader dann der Absturz in NRW. Das dürfte es für die Linke im Westen gewesen sein. Daran ändert auch ein Oskar Lafontaine nichts mehr.
kaksi 14.05.2012
3. "hin"oder "her"
Zitat von sysopDPAOskar ante portas: Nach dem Wahldebakel der Linken in Nordrhein-Westfalen läuft alles auf ein Comeback von Lafontaine heraus. Parteichef Klaus Ernst plädiert öffentlich dafür, dass er vom früheren Vorsitzenden abgelöst wird. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,833030,00.html
Läuft es "heraus" oder "hinaus" - Ich bin neugierig, ob Lafontaine das "Hin und Her" der Linken beenden wird.
ein schäfchen 14.05.2012
4. Alte Männer abtreten
Die Linke ist bestimmt nicht daran gescheitert, dass sie den einen oder anderen alten Mann an ihrer Spitze hat. Es ist traurig zu sehen, wie wenig die Linke aus den wichtigen Themen, die sie besetzt, macht. Ich würde mir etwas mehr Esprit wie aus der Occupy-Bewegung oder bei den Piraten wünschen, damit diese wichtige Partei sich endlich von dem ewig-gestrigen Image, das wie ein Stigma an ihr hängt, lösen kann. Andererseits kann ich mir auch ein Comeback der Linken vorstellen, sobald die Wirtschaftskrise wieder Deutschland erreicht und die Frage wieder aktuell wird, ob es eigentlich alternativlos ist, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.
chamar09 14.05.2012
5. Hase, das haben Sie falsch in Erinnerung
1. Hat er die SPD wieder zu einer erfolgreichen Partei gemacht. Mit Scharping hätten sie bestimmt die Wahl damals nicht gewonnen. Und dann ist er wegen der Schröderischen Politik, die ja nun absolut nicht mit Sozialdemokratie zu tun hatte und hat, zurückgetreten. Das war konsequent und hat mit Weglaufen nichts zu tun. Hätte er die unsoziale Politik mitmachen sollen? Und keine Angst. Die SPD wird sich sicher nicht wieder zu einer sozialdemokratischen Partei eintwickeln. Das halte ich für fast ausgeschlossen. Würde mich aber freuen, wenn ich mich da irren würde.
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