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Wagenknecht und Bartsch: Linke nennen USA Hauptverursacher der Flüchtlingskrise

Sahra Wagenknecht im Bundestag (Archiv): "Mörderbanden, wie zum Beispiel der Islamische Staat (IS), wurden indirekt unterstützt" Zur Großansicht
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Sahra Wagenknecht im Bundestag (Archiv): "Mörderbanden, wie zum Beispiel der Islamische Staat (IS), wurden indirekt unterstützt"

Wer trägt die größte Schuld an der Flüchtlingstragödie? Für Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch von den Linken ist der Hauptverursacher schnell ausgemacht: die USA. Die Vizefraktionschefs pochen auf Gelder der Regierung in Washington.

Die stellvertretenden Linksfraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch geben den USA einen großen Teil der Schuld für die Flüchtlingskrise, wenn nicht sogar die größte. "Westliche Staaten unter der Führung der USA haben ganze Regionen destabilisiert, indem sie unter anderem Terrororganisationen möglich gemacht und instrumentalisiert haben", heißt es in einem Positionspapier der beiden designierten Vorsitzenden der Linken im Bundestag. Es soll am Montag der Fraktion vorgelegt werden.

"Mörderbanden, wie zum Beispiel der Islamische Staat (IS), wurden indirekt unterstützt und auch von mit Deutschland verbündeten Ländern ungehindert mit Geld und Waffen beliefert. Millionen Menschen wurden so brutalen Kriegen und Bürgerkriegen ausgesetzt."

Wagenknecht forderte die Bundesregierung auf, die US-Regierung für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Kasse zu bitten. "Wenn die Bundesregierung ein Mindestmaß an Courage hätte, würde sie von den USA, als Hauptverursacher der Flüchtlingstragödie, wenigstens eine Beteiligung an den Kosten verlangen", erklärte sie. "Außerdem muss als Konsequenz endlich Schluss sein mit deutschen Rüstungsexporten und Kriegsabenteuern der Bundeswehr." Die Linken-Politikerin gilt als eine der schärfsten Gegnerinnen eines militärischen Vorgehens in Syrien.

In dem Positionspapier fordern Bartsch und Wagenknecht zur Bekämpfung der Fluchtursachen auch die Aufstockung des deutschen Beitrags für das Welternährungsprogramm und die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

yes/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 757 Beiträge
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1.
Olaf 06.09.2015
Das ist das schlimmste an dieser Krise. Linke die aus einer humanitären Katastrophe politisches Kapital schlagen wollen.
2. Wo sie recht haben
kurpfaelzer54 06.09.2015
...haben sie recht. Obwohl ich beiden eher kritisch gegenüberstehe stimme ich hier zu. Die USA, insbesondere unter Bush jun. und auch Obama, sind maßgeblich für dieses Dilemma verantwortlich. Bush gehört als Kriegsverbrecher nach Den Haag und Obama gehört mindestens der voreilig überreichte Friedensnobelpreis aberkannt.
3. e dlich
pevoraal 06.09.2015
ein Politiker der die Wahrheit sagt
4.
Freidenker10 06.09.2015
"USA Hauptverursacher der Flüchtlingskrise" sehe ich genauso!! Aber vor den Konsequenzen ducken sich die Amis weg. Mit menschlichem Elend lässt sich wohl kein Geld verdienen...
5. ein Mindestmass an Courage
Fehlerfortpflanzung 06.09.2015
Frau Wagenknecht hat recht. Aber da wäre noch der verheerende Krieg der verblichenen Sowjetunion in Afghanistan zu nennen und die europäische Unterstützung all dieser blutigen Diktatoren im nahen Osten, die uns so lange genützt haben. Jetzt wird die Rechnung präsentiert, vielleicht lernen wir daraus. Ich fürchte nicht.
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