Machtkampf in der Linkspartei Wagenknecht greift Parteichefs an

"Kleinkrieg", "Intrigen", "Mobbing": Sahra Wagenknecht erhebt in einem Brief an die neue Bundestagsfraktion der Linken schwere Vorwürfe gegen die Parteivorsitzenden.

Riexinger, Wagenknecht, Kipping
AFP

Riexinger, Wagenknecht, Kipping


Vor der Klausurtagung der Linken in Potsdam beklagt sich Fraktionschefin Sahra Wagenknecht in einem Brief über die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger. Beide würden versuchen, sie zu demontieren, schrieb Wagenknecht in einem Brief an die neu gewählten Mitglieder der Bundestagsfraktion, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Es sei zwar legitim, dass sich die Parteispitze andere Fraktionschefs und Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewünscht habe, schrieb Wagenknecht demnach. Aber: "Nicht legitim ist es nach meinem Verständnis, dass diese Entscheidungen von ihnen auch im Nachhinein nie akzeptiert wurden, sondern in einem penetranten Kleinkrieg daran gearbeitet wurde, sie aus dem Hinterhalt und mittels Intrigen zu unterlaufen."

Nur kurz bevor das Schreiben öffentlich wurde, sorgte ein Bericht über erneute Machtkämpfe bei den Linken für Aufsehen. Demnach wollen Teile der Fraktion Wagenknecht und Dietmar Bartsch entmachten. Anträge für die Klausur besagen etwa, dass Riexinger und Kipping im Fraktionsvorstand mit eigenem Stimmrecht anders als bisher mitentscheiden können. Zudem sei demnach "bei Redebeiträgen im Plenum des Deutschen Bundestages durch Fraktionsmitglieder (...) grundsätzlich die Mehrheitsauffassung der Fraktion vorzutragen".

Wagenknecht kritisierte die Anträge scharf. Diese liefen "letztlich darauf hinaus, dass die Fraktion von den Parteivorsitzenden übernommen wird, während den Fraktionsvorsitzenden nicht viel mehr als der Titel auf ihren Visitenkarten verbliebe".

Das Duo aus Wagenknecht und Bartsch wollte eigentlich die Posten der Fraktionsvorsitzenden weiter besetzen. "Allerdings kann ich Bernd Riexinger und Katja Kipping beruhigen: Sie werden sich keine Mühe machen müssen, mich wegzumobben", schreibt Wagenknecht. Sie werde den Fraktionsvorsitz zur Verfügung stellen, wenn die Anträge zur Geschäftsordnung eine Mehrheit finden sollten.



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vks



insgesamt 86 Beiträge
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wi_hartmann@t-online.de 17.10.2017
1. Wagenknecht
Hinter der Attacke steckt wohl ihr Oldie Lafontaine, da es in letzter Zeit recht still um Wagenknecht geworden ist. Der eher nutzlose Versuch wieder ins Gespräch zu kommen.
panzerknacker 51 17.10.2017
2. Unerträglich!
Riexinger und Kipping machen die einzig noch wählbare Partei im Bundestag kaputt.
Zäsus 17.10.2017
3. So sehr man...
...auch die Linken Genossen gerne an den Pranger stellt: Diese Partei ist die einzige, die dem Wirtschafts-Filz im Regierungs-Apparat beikommen kann. Wannimmer eine peinliche Antwort aus dem Bundestag kommt - "...geht auf eine Anfrage der Linken zurück."
Isegrim1949 17.10.2017
4. Na endlich
Ich hoffe, dass Frau Wagenknecht ihren Weg konsequent fortsetzt und die Linke notfalls gemeinsam mit den anderen Realdenkern verlässt. Wenn die Parteivorsitzenden Gysis Erbe nach den alten Konzepten der SED an die Wand fahren wollen, dann sollten sie keine neue Splitterpartei gründen sondern in die SPD eintreten. Damit käme die SPD zu einer erklecklichen Anzahl neuer Wähler und die Linke brauchte sich bei der nächsten Bundstagswahl keine Sorgen mehr zu machen. Besser wäre aber dass einige Betonköpfe die Linke verlassen würden oder verlasen MÜSSTEN. Noch deutlicher :Werft sie raus und rettet die Partei !
spmc-135322777912941 17.10.2017
5. Links wie Rechts ...
CDU und CSU, nichts wie Streit.
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