Gysi-Nachfolge Wagenknecht und Bartsch sollen Linken-Fraktion führen

Die Nachfolge von Gregor Gysi ist offenbar geregelt: Einem Agenturbericht zufolge führen künftig Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch die Bundestagsfraktion der Linken.

Linke-Politiker Bartsch, Wagenknecht: Doppelspitze für die Fraktion
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Linke-Politiker Bartsch, Wagenknecht: Doppelspitze für die Fraktion


Bei der Linken ist die Entscheidung für die Nachfolge von Fraktionschef Gregor Gysi praktisch gefallen. Die Bundestagsfraktion soll künftig von einer Doppelspitze aus der Parteilinken Sahra Wagenknecht und dem Reformer Dietmar Bartsch geführt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erklärten sich die beiden bisherigen Stellvertreter Gysis bei einem Treffen mit den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger dazu bereit.

Die Partei bestätigte den Vorschlag zunächst nicht, eine Sprecherin sagte lediglich: "Die beiden Parteivorsitzenden werden am Montag in Absprache mit dem geschäftsführenden Vorstand die Vorschläge erörtern und dann einen Vorschlag machen." Nach den Statuten der Linken haben die Parteivorsitzenden ein Vorschlagsrecht. Die Wahl soll am 13. Oktober stattfinden.

Die 45-jährige Wagenknecht gilt als Wortführerin des linken Parteiflügels. Die Ehefrau von Oskar Lafontaine hatte im März noch ihren Verzicht auf eine Kandidatur für den Fraktionsvorsitz erklärt. Nach der Rücktrittsankündigung des bisherigen Fraktionschefs Gregor Gysi wurde sie jedoch auch von Reformern bedrängt, ihre Entscheidung zu korrigieren und mit dem 57-jährigen Bartsch zusammenzuarbeiten.

Gysi hatte am Wochenende seinen Abschied angekündigt. Auf dem Parteitag in Bielefeld sagte der 67-Jährige: "Ich werde nicht erneut kandidieren, da die Zeit gekommen ist, den Vorsitz unserer Fraktion in jüngere Hände zu legen." Gysi versprach, dass er "nicht heimlich versuchen werde, die Fraktion auf indirekte Art weiter zu leiten". Mitglied im Bundestag wolle er jedoch bleiben.

Oppositionschef Gysi steht seit 2005 an der Spitze der Bundestagsfraktion und ist damit dienstältester Fraktionsvorsitzender im Parlament. Mit 64 Abgeordneten ist die Linke derzeit die größte Oppositionspartei, noch vor den Grünen.

mxw/dpa



insgesamt 39 Beiträge
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eckawol 09.06.2015
1. Was für eine Überraschung!
Es wird eine gut balancierte Ruhe geben
1besserwisser1 09.06.2015
2.
Beide Kandidaten sind nich einmal ansatzweise in der Lage das Charisma von Gregor Gysi zu versprühen.
garfield 09.06.2015
3.
---Zitat von sysop--- Nach der Rücktrittsankündigung des bisherigen Fraktionschefs Gregor Gysi wurde sie jedoch auch von Reformern bedrängt, ihre Entscheidung zu korrigieren und mit dem 57-Jährigen Bartsch zusammenzuarbeiten. ---Zitatende--- Dies zusammen mit dem Beifall, den sie auf dem Parteitag erhielt - da müssen die hoffnungsvollen "Freunde" der Linken, die schon glaubten, die Partei als weichgespülte SPD-light im Chor der großen Einheitspartei begrüßen zu können, leider noch ein wenig warten. Nehmt DAS: morgen wird der Kommunismus eingeführt, vor dem ihr euch doch so fürchtet! Und noch 'ne Enttäuschung auf den Weg: Auch ein Bartsch, auch ein Gysi sind bei weitem nicht solche "Realos", was IHR darunter versteht. Die würden sich ebenfalls nicht mit TTIP-Gabriel und Arbeitgeber-Nahles auf eine Koalition einlassen. Mit so einer sPD im aktuellen jämmerlichen Zustand? Vergesst es! DOCH, ich würde die Linke liebend gern endlich an der Regierung sehen, aber mit den potenziellen Partnern muss wenigstens ein Minimum an Übereinstimmung vorhanden sein. Und so sehr kann sich keine Linke verbiegen, ohne aufzuhören Linke zu sein. Daher gilt - LEIDER - weiterhin: Merkel oder Gabriel, das macht keinen nennenswerten Unterschied in der Politik. Die Linke wäre verrückt, würde sie für so was den Steigbügelhalter spielen.
Argumentationslogiker 09.06.2015
4.
Das ist eine balancierte Quote (Frau/Mann, Westverband/Ostverband, AKL/FDS), aber der Bartsch ist doch eigentlich ein total nichtssagender Typ. Er kann sich eigentlich in keinem Bereich mit Wagenknecht messen, da wären andere eine bessere Wahl gewesen.
EmilSonnemann 09.06.2015
5. Gehorsam
Wenn Frau Wagenknecht sich schon lauthals zurück zieht, wenn die Fraktion ihr als einfache Abgeordnete nicht folgt, was wird dann passieren, wenn die Fraktion sich ihrer Meinung als Fraktionsvorsitzende nicht anschließen mag?
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