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Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht: Links, zwo

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Bartsch, Wagenknecht: "Frontenstellung gibt es nicht mehr"

Die Linksfraktion setzt auf eine Doppelspitze: Glaubt man Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht, gehört der Flügel-Knatsch der Vergangenheit an. Einfach wird es für dieses Duo trotzdem nicht.

Ihre Wahl zum neuen Führungsduo der Linksfraktion ist kaum eine halbe Stunde alt, da schreiten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch bereits die Stufen zum Saal der Bundespressekonferenz hinauf. Seite an Seite, er rote Krawatte, sie rotes Kostüm. Bartsch grinst, Wagenknecht grinst. Die Botschaft an die wartenden Journalisten: Alles wird gut.

Es ist eine Szene, die man sich noch vor einigen Jahren kaum vorstellen konnte. Damals, als Wagenknecht noch kräftig an ihrem Image als kompromisslose Kommunistin feilte; als der Reformer Bartsch die heute 46-Jährige in einer internen Liste in eine "Lafodödel"-Schublade steckte - eine Anspielung an den früheren Linken-Chef Oskar Lafontaine, mit dem Wagenknecht verheiratet ist. Von "Hass" unter den Abgeordneten sprach der mittlerweile abgetretene Fraktionschef Gregor Gysi beim Göttinger Parteitag 2012. Ausgerechnet zwei entscheidende Protagonisten von damals sollen jetzt die Partei einen.

Das Bild, das beide nun in Berlin zu zeichnen versuchen, sieht so aus: All die Streitereien gehören längst der Vergangenheit an, eine Doppelspitze kann nur gut für die Partei sein. Und überhaupt ist man sich in den meisten Fragen sowieso einig. Man habe "in über 90 Prozent der politischen Positionen Übereinstimmung", sagt Bartsch. "Eine Frontenstellung gibt es in dieser Form nicht mehr", sagt Wagenknecht.

In der Partei rumort es noch immer

Stimmt das?

Dass der drei Jahre alte Lafodödel-Fall ausgerechnet kurz vor der jetzigen Wahl durchgestochen wurde, macht klar, dass es in der Partei noch immer rumort. Die Abstimmung unter den Abgeordneten verdeutlichte wiederum, dass Wagenknecht stärker polarisiert. Während Bartsch satte 91,6 Prozent einstrich, kam Wagenknecht auf 78,3 Prozent. Bartsch betont: "Beides sind aus meiner Sicht gute Ergebnisse." Und: "Wir wollen unsere Aufgaben mit Zuversicht anpacken."

Leicht dürfte das jedenfalls nicht werden - auch wenn Wagenknecht und Bartsch bereits als stellvertretende Fraktionschefs gezeigt haben, dass sie notfalls miteinander können. Es dürfte aber interessant werden, zu beobachten, wie sich das Duo beispielsweise beim Thema Euro arrangiert.

Die Linken-Politikerin würde die Gemeinschaftswährung am liebsten abschaffen. Bartsch sieht das anders. Wagenknecht erklärt nun, sie wolle diesen Diskurs "sachlich und kulturvoll" führen. Ihr Kollege spricht angesichts der Differenzen von dem "ein oder anderen Detail" - das sehe er "als völlig unproblematisch an."

Als Knackpunkt zwischen den Vertretern beider Flügel gilt auch das Verhältnis zu Regierungsbeteiligungen. Wagenknecht kann sich ein Bündnis mit SPD und Grünen derzeit kaum vorstellen. Daraus hat sie in der Vergangenheit keinen Hehl gemacht. In der Debatte um die Griechenland-Hilfen warf sie Sigmar Gabriel, dem Chef der Sozialdemokraten, das "Bedienen dumpfer Ressentiments" vor. In Berlin sagt sie mit Blick auf die Bundestagswahl 2017, sie würde sich zwar wünschen, dass es mit einer "sozialdemokratischen SPD" eine "linke Regierung" gebe. Die SPD vertrete aber Positionen, "die eher an die Seite von Frau Merkel passen". Bei Bartsch klingt das weniger distanziert: "Ich wünsche mir, dass es möglichst viele Mitte-Links-Bündnisse gibt."

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Sahra Wagenknecht: Wandel durch Annäherung

Und dann wäre da noch Gregor Gysi, der Über-Linke, der noch in der DDR-Volkskammer saß und zehn Jahre lang bis zuletzt die Linksfraktion im Bundestag anführte. Sein Abtritt hatte den Weg frei gemacht für Bartsch und Wagenknecht. Gysi hatte zwar beteuert, er wolle sich nicht dazu verleiten lassen, "die Fraktion in irgendeiner Weise weiter zu führen". Dass es ihm leichtfallen wird, ins zweite Glied zu treten, glaubt in der Partei jedoch kaum jemand - zumal Gysi Abgeordneter im Bundestag bleibt.

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insgesamt 59 Beiträge
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1. Das wird lustig
danido 13.10.2015
Eine Ultralinks-Populistin und ein... ähh, Sozialdemokrat?? Na egal, was auch immer, lustig wirds auf jeden Fall. Liebe Sarah, bitte genauso dämlich anstellen wie damals im NRW-Wahlkampf 2012, wo du als Spitzenkandidatin der Linkspartei eine katastrophale Niederlage beschert hast (ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen versteht sich). Damit tust du diesem Land einen großen gefallen :)
2. nicht mehr waehlbar
rafterman 13.10.2015
seufz, herr gysi sie fehlen jetzt schon.
3. Gute Mischung
Al.Ba. 13.10.2015
Wagenknecht wird dafür sorgen das der kurs nicht zu opportunistisch ist und Bartsch hält vl die rote sarah davon ab das die Pferde mit ihr durch gehen. Auf Grund der gabrialisisierung der SPD sind die Linken jetzt wohl die Partei der Wahl.
4. Die Linke mit neuer Führung
redbayer 13.10.2015
könnte leicht die SPD bei der Wahl an die Wand spielen, wenn sie weiter gegen den EU-Wahnsinn vorgeht, sichg aber auch zu einer Politik für die (heute noch) deutsche Bevölkerung entschließen könnte. Die Idiotie von Gysi war auch noch die grenzenlose Massenzuwanderung von Merkel zu übernehmen, mit dem Blödargument, heute könne man sich nicht mehr "Abschotten". Während Merkel genau das umgekehrte macht und alle Welt aufruft nach Deutschland zu kommen. Wer diesen Irrsinn (siehe auch Trump) stoppt, wird die nächsten Wahlen gewinnen!
5.
stoiker1.9 13.10.2015
Vermutlich wird es in der neuen Doppelspitze weniger knistern als im gemischten Doppel Volker Kauder/Gerda Hasselfeldt (CDU/CSU). Rein optisch sind sie unter unter allen Fraktionsvorsitzenden 'die Hingucker'. Vielleicht nehmen die Medien jetzt endlich zur Kenntnis, dass Die Linke größte Oppositionspartei ist.
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