Diskussion um Große Koalition: Linke wirbt um enttäuschte SPD-Mitglieder

Linken-Chef Riexinger: "Wir werden gezielt um unzufriedene Sozialdemokraten werben" Zur Großansicht
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Linken-Chef Riexinger: "Wir werden gezielt um unzufriedene Sozialdemokraten werben"

Die Linke will von einer möglichen Großen Koalition profitieren. Parteichef Riexinger hat angekündigt, bei einem Bündnis zwischen SPD und Union gezielt um enttäuschte Sozialdemokraten zu werben. Er kenne viele SPD-Mitglieder, die Verhandlungen mit der Union ablehnten.

Berlin - Am Freitag nehmen SPD und Union Sondierungsgespräche auf - doch schon vorab ist eine Große Koalition bei den Sozialdemokraten umstritten. Daraus will die Linke Kapital schlagen. Die Partei hat angekündigt im Falle eines Bündnisses mit der Union um enttäuschte SPD-Mitglieder zu werben.

"Wenn die SPD noch einmal in eine Große Koalition geht, dann wird es unweigerlich Brüche in der Partei geben", sagte Linken-Chef Bernd Riexinger der "Mitteldeutschen Zeitung". Er kenne viele unzufriedene SPD-Mitglieder, die nicht mit Merkel verhandeln wollten. Für die Sozialdemokraten werde dieser Konflikt zu einer existentiellen Probe, sagte Riexinger voraus. "Dann braucht die SPD beim nächsten Mal gar keinen Kanzlerkandidaten mehr aufstellen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die SPD für Freitag zu Sondierungsgesprächen über eine Große Koalition eingeladen. Ein Parteikonvent soll nach der Sondierung über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen entscheiden. Über einen möglichen Koalitionsvertrag sollen dann die rund 470.000 SPD-Mitglieder abstimmen.

SPD-Frauen fordern feste Quote

Bei den Sozialdemokraten ist ein mögliches Bündnis mit der Union umstritten. Bei der Bundestagswahl 2009 fuhr die Partei nach vier Jahren Großer Koalition das schwächste Ergebnis ihrer Geschichte ein.

Innerhalb der SPD mehren sich die Forderungen an die eigene Parteiführung, in den Gesprächen mit der Union nicht von zentralen Wahlkampfversprechen abzurücken. Der linke Flügel hatte zuletzt betont, eine Große Koalition könne nur dann zustande kommen, wenn die Steuererhöhungspläne der SPD umgesetzt würden. Auch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns sowie neue Regeln für die Leih- und Zeitarbeit gelten in weiten Teilen der Partei als unverhandelbar. Die Frauen in der SPD knüpfen eine Zustimmung zu einer Großen Koalition außerdem an die Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten sowie die Abschaffung des Betreuungsgelds.

syd/AFP

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1. Richtig so!
christophe_le_corsaire heute, 07:57 Uhr
Wenn man bedenkt, dass alleine in NRW die SPD-Basis zu 80% gegen die GrosseKotze ist, kann man sich vorstellen, was für ein Potential die LINKE bei der BTW 2017 haben wird. Die SPD verabschieded sich dann unter die 10%. Die Quittung für Duckmäuserei und Machtgier.
2. Die Linken gewinnen an Format
kabian heute, 07:58 Uhr
Sollte das wirklich eintretten was Herr Riexinger prophezeit, dann hat die SPD ein großes Problem. Bislang sind aus SPD-Wählern ja meistens Nichtwähler geworden aber wenn nun viele zur Linken wandern würde das einiges verändern. Was mir noch stark auffällt: Die Linke haben dazugelernt. Ihre Forderung mit Grünen und SPD gemeinsam den Mindestlohn und Steuererhöhungen zu beschließen ist clever. Sollte der SPD es nicht gelingen beides durchzusetzen so steht sie extrem dumm da.
3. Werben
fuenfringe heute, 08:04 Uhr
Zitat von sysopDie Linke will von einer möglichen Großen Koalition profitieren. Parteichef Riexinger hat angekündigt, bei einem Bündnis zwischen SPD und Union gezielt um enttäuschte Sozialdemokraten zu werben. Er kenne viele SPD-Mitglieder, die Verhandlungen mit der Union ablehnten. Linke will bei Großer Koalition um SPD-Mitglieder werben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linke-will-bei-grosser-koalition-um-spd-mitglieder-werben-a-925433.html)
muss Riexinger da gar nicht groß. Das definitiv letzte Mal, dass ich SPD gewählt habe, war damals, als 1998 Schröder uns alle über den Tisch gezogen hat. Seit dem ist der Laden komplett unten durch. Basta.
4. Kein Problem
u.loose heute, 08:10 Uhr
Immerhin sind nur die Wähler entscheidend und nicht die "Mitglieder"... Offenbar sieht das die SPD Führung aber anders. Auf einmal soll die Basis bestimmen und nicht der Wähler..
5. Quatsch Herr Riexinger
naddlkatzennarr heute, 08:19 Uhr
Solange die Linken sich dermaßen weltfremd verhalten, wie momentan und verschrobene politische Inhalte haben, wird die SPD Basis mit Sicherheit nicht für die Linken sein. Ein echter Sozialdemokrat kann die Linken so nicht akzeptieren. Es liegt an ihnen, sich zu ändern.
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