Weltkriegsende vor 70 Jahren Linksfraktion will Putin in den Bundestag einladen

Wer soll die Gedenkrede zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs halten? Die Linkspartei denkt an Wladimir Putin und will den russischen Präsidenten gerne ins Parlament nach Berlin einladen.

Russlands Präsident Putin: Willkommen im Bundestag?
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Russlands Präsident Putin: Willkommen im Bundestag?


Berlin - Die Linksfraktion hat vorgeschlagen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in den Bundestag einzuladen. Putin solle im Parlament in Berlin am 8. Mai die Gedenkrede zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges halten, sagte Links-Fraktionsvize Wolfgang Gehrcke dem "Tagesspiegel". Damit könne der Bundestag einen Beitrag zur Erinnerung an die Befreiung vom Faschismus und zugleich zur Verbesserung der Beziehungen zu Russland leisten.

"Im Gegenzug könnte Bundespräsident Joachim Gauck vom russischen Parlament eingeladen werden, dort eine Rede zu halten, oder an den Feierlichkeiten am 9. Mai auf dem Roten Platz in Moskau teilnehmen", sagte Gehrcke weiter.

Wegen der Ukraine-Krise ist das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland sowie anderen westlichen Staaten seit Monaten angespannt. Beim Gedenken an die Befreiung von Auschwitz an diesem Dienstag fehlte Russlands Präsident Putin. An den Gedenkfeiern in Frankreich zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie hatte der russische Präsident im vergangenen Jahr aber teilgenommen.

Steinmeier droht mit schärferen Sanktionen

Die Außenminister der EU berieten am Donnerstag in Brüssel über mögliche schärfere Sanktionen gegen Russland, dem die anhaltende, auch militärische Unterstützung ukrainischer Separatisten vorgeworfen wird. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier drohte im Falle eines weiteren Vorrückens der Rebellen in der Ostukraine mit härteren Sanktionen. "Wenn es eine Offensive Richtung Mariupol oder anderer Regionen gibt, wird man mit deutlichen und schärferen Maßnahmen reagieren müssen."

Mit Spannung wird vor allem erwartet, ob Moskau wegen seiner Unterstützung für die Separatisten im Osten der Ukraine zusätzliche Wirtschaftssanktionen befürchten muss. Als ersten Schritt in diese Richtung könnten weitere Unterstützer von Präsident Wladimir Putin auf eine Liste gesetzt werden, die für das EU-Territorium Einreiseverbote und Kontensperrungen vorsieht.

Die Gefechte in der Krisenregion Donbass hatten zuletzt an Schärfe zugenommen. Das ukrainische Militär und die Separatisten berichteten von zahlreichen Toten in der Ostukraine.

Am Freitag will die Kontaktgruppe im Ukraine-Konflikt in Minsk über einen neuen Waffenstillstand beraten. Vertreter der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) würden zu Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt zusammenkommen, teilte das dortige Außenministerium mit. Auch prorussische Rebellen sollten teilnehmen.

anr/AFP/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 84 Beiträge
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steffschmid 29.01.2015
1. Super Idee
Super Idee. Dann kann Putin gleich mal erklären, warum er erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder mit Militär Grenzen in Europa verschoben hat. So eine völkerrechtswidrige Annexion ist eine gute Grundlage, um eine Rede im Deutschen Bundestag zu halten. Außerdem darf dann gleich noch sagen, warum er bis jetzt die Separatisten in der Ostukraine mit Waffen und Militärhilfe stützt und so den Konflikt mit vielen, vielen Toten permanent anheizt. Und was er sonst noch so vorhat, mit Georgien, Moldawien, dem Baltikum und so. Und die Linke kann dann aufstehen und ihm applaudieren und sich damit völlig unmöglich machen.
lini71 29.01.2015
2. Putin?
Wer Putin dazu einlädt eine Rede zum ende eines Krieges einzuladen, hat den Schuss nicht gehört, der gerade in der Ukraine gefallen ist, durch russische Soldaten.
ebeivk 29.01.2015
3. Ernst?
Ich habe die Befürchtung, dass die Linken das sogar ernst meinen. Jemanden zum Gedenken an das Ende eines Krieges einladen, der gerade selbst Krieg gegen ein souveränes Land führt. Sowas Krankes kann nur den Linken einfallen.
HeisseLuft 29.01.2015
4. Gegenvorschlag
Wir laden Memorial ein. Oder die Organisation der Soldatenmütter. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/krieg-in-der-ukraine-russland-laesst-seine-soldaten-im-stich-13339599.html Das würde dem Anlass weitaus gerechter werden. Und die genannten sind auch weitaus geeigneter die Ehre Russlands zu retten, als jemand der das Bündnis zwischen Hitler und Stalin relativiert.
syracusa 29.01.2015
5. ja, ein Russe, ein Amerikaner, ein Brite und ein Franzose
ja, ein Russe, ein Amerikaner, ein Brite und ein Franzose sollten gemeinsam eingeladen werden. Aber auf keinen Fall den Verbrecher Putin, sondern einen antistalinistischen Oppositionellen.
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