Saarland: Linkspartei-Abgeordnete wechselt zur SPD

Die Saar-SPD bekommt im Landtag kurz nach der Wahl einen Sitz hinzu: Die Abgeordnete Pia Döring ist aus der Linkspartei ausgetreten und wechselt zu den Sozialdemokraten. Die SPD hat damit 18 Mandate - nur eines weniger als der künftige Koalitionspartner CDU.

Saarbrücken - Im Saarland wechselt eine Politikerin von der Linkspartei zur SPD. Die Landtagsabgeordnete Pia Döring sei bei der Linken ausgetreten und habe ihren Eintritt in die SPD erklärt, sagte SPD-Sprecher Thorsten Bischoff am Donnerstag in Saarbrücken. Zu den Gründen machte er keine Angaben.

Die Linke reagierte empört auf den überraschenden Wechsel Dörings: "Das ist Wahlbetrug - nicht nur unsere Partei wurde betrogen, sondern vor allem die Wählerinnen und Wähler, die uns ihre Stimme gegeben haben. Dies ist in der Geschichte des Saarlandes ein einmaliger Vorgang, den wir aufs Schärfste verurteilen", erklärte der saarländische Linke-Chef Rolf Linsler. "Wir fordern Frau Döring auf, ihr erschlichenes Mandat unserer Partei zurückzugeben."

Mit dem Wechsel Dörings kommt die SPD im künftigen Landtag auf 18 Sitze, nur noch ein Mandat weniger als der designierte Koalitionspartner CDU mit 19 Sitzen. Die Linke hingegen wird nur noch mit acht Abgeordneten vertreten sein.

In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode hatte die SPD nur 13 Mandate, die Linke elf und die CDU wie auch in Zukunft 19.

Döring war seit 2004 Mitglied in der Linkspartei. Ihre wichtigsten politischen Themen sind nach eigenen Angaben soziale Gerechtigkeit und der Tierschutz.

ffr/hen/dapd

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insgesamt 22 Beiträge
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Rubeanus 12.04.2012
Zitat von sysopDie Saar-SPD bekommt im Landtag kurz nach der Wahl einen Sitz hinzu: Die Abgeordnete Pia Döring ist aus der Linkspartei ausgetreten und wechselt zu den Sozialdemokraten. Die SPD hat damit 18 Mandate - nur eines weniger als der künftige Koalitionspartner CDU. Saarland: Linkspartei-Abgeordnete wechselt zur SPD - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,827156,00.html)
Dass jemand sich mit seiner Partei überwirft, sich Differenzen in wesentlichen Sachfragen oder Personalien ergeben, kommt vor. Aber gerade mal zwei Wochen nach der Wahl die Fahne zu wechseln ist wirklich eine Form von Wahlbetrug.
2. Frau Döring und der Wechsel
viersener 12.04.2012
Was hat es die SPD gekostet Diese "Gesinningsdame" zu kapern? Ich bin kein Linker und kann trotzdem die Empörung der LINKEN nachvollziehen. Hätte Frau Döring - auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten -ein Direktmandat erkämpft kann sie es natürlich mitnehmen wohin sie will. Hatsie aber nicht und damit täuscht sie die Wähle. So etwas nenne ich Betrug. Das die SPD mittlerweile zu jeden Strohhalm greift ist kaum nachvollziehbar. Wir im Rheinland sagen: "Dat is awer schäbbig" Für alle anderen, insbesondere diesmal für die SPD: Versteht ihr jetzt, warum die Piraten soviel Zulauf haben? Die Wähler haben die Schnauze voll !
3.
garfield 12.04.2012
Zitat von sysopDie Saar-SPD bekommt im Landtag kurz nach der Wahl einen Sitz hinzu: Die Abgeordnete Pia Döring ist aus der Linkspartei ausgetreten und wechselt zu den Sozialdemokraten.Saarland: Linkspartei-Abgeordnete wechselt zur SPD - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,827156,00.html)
Zitat: "Döring war seit 2004 Mitglied in der Linkspartei. Ihre wichtigsten politischen Themen sind nach eigenen Angaben soziale Gerechtigkeit und der Tierschutz." Ah ja, Wenn einem soziale Gerechtigkeit besonders am Herzen liegt, wechselt man von den LINKEn zur sPD? Ich würde was drum geben, wenn mir die gute Frau ihren Wechsel diesbezüglich mal erklärt.
4.
wergan 12.04.2012
Beim damaligen Wechsel von Barbara Spaniol von den Grünen zur Linken waren die Genossen, soweit ich mich erinnere, deutlich weniger empfindlich und führten gar einen moralischen Impetus als Grund an. Insofern hat die jetzige Empörung einen schalen Beigeschmack, auch wenn sich Wähler der Linken zurecht um Ihre Stimme betrogen fühlen mögen. Dass es aber im Politikgeschäft auch und nicht selten vorrangig eher um persönliche Interesen als um das Allgemeinwohl geht, ist nicht so ganz neu.
5. Wildwechsel
davincione 12.04.2012
Zitat von garfieldZitat: "Döring war seit 2004 Mitglied in der Linkspartei. Ihre wichtigsten politischen Themen sind nach eigenen Angaben soziale Gerechtigkeit und der Tierschutz." Ah ja, Wenn einem soziale Gerechtigkeit besonders am Herzen liegt, wechselt man von den LINKEn zur sPD? Ich würde was drum geben, wenn mir die gute Frau ihren Wechsel diesbezüglich mal erklärt.
Naja, vielleicht schützt die SPD ja wenigstens die Tiere besser. Wenn man allerdings betrachtet, was die SPD seit langem unter „Gestaltung“ der sozialen Gerechtigkeit versteht, muss man sich wohl auch Gedanken um die Vierbeiner machen. Aber wenn der Dame an beidem wirklich so viel liegt, wird sie ja jetzt sogar den Insider-Lackmus-Test machen können.
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