Linkspartei Realpolitiker kritisieren Lafontaine

In der Linkspartei formiert sich Widerstand gegen Bundestagsfraktionschef Lafontaine: Manche Forderungen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden seien veraltete Konzepte, kritisieren Realpolitiker in einem Aufruf - auch Bundesgeschäftsführer Bartsch hat das Papier unterzeichnet.


Berlin - Im "Aufruf aus der PDS zur neuen deutschen Linkspartei" warnen die Realpolitiker vor zu viel Ideologie und mahnen mehr Pragmatismus an. Das Papier sei auch als Alternative zu den Thesen von Oskar Lafontaine gemeint, hieß es heute aus dem Berliner Landesverband der Linkspartei.

Einige von Lafontaines Forderungen seien Modelle der siebziger Jahre der westdeutschen Linken, aber keine zukunftsfähigen Modelle für die neue Linke. Unterzeichnet ist das Papier unter anderem von den Fraktions- und Landesvorsitzenden der Linkspartei aus den neuen Ländern und Berlin, aber auch von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch und Vize-Parteichefin Katina Schubert.

Demokratischer Sozialismus entstehe "nicht in Folge eines abstrakten Geschichtsplans, sondern geht von den gesellschaftlichen Realitäten aus", heißt es in dem Papier. Im Vereinigungsprozess mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) müsse weniger auf einen starken Staat gesetzt werden. "Wir werden sehen, ob Lafontaine mehr kann, als Mehrheitsregierungen mit viel Geld zu führen", hieß es im Berliner Landesverband.

Der Zusammenschluss der beiden Parteien soll spätestens im Juni 2007 abgeschlossen sein. Das kündigten die Fraktionschefs Lafontaine und Gregor Gysi nach einer Klausurtagung der Bundestagsfraktion in Rostock an.

hen/dpa/AP



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