Lübeck Deutsche Bank kündigt Konto der NPD

Auch Banken gehen jetzt offenbar kritischer mit Rechtsextremen um. Die Deutsche Bank Lübeck hat ein Konto des NPD-Kreisverbandes Lübeck gekündigt. Der Grund: Man wolle ein demokratisches Zeichen setzen.


Frankfurt/Main - Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main erklärte am Montag auf Anfrage des ARD-Magazins "Report Mainz", die NPD selbst habe die Kündigung per Internet bekannt gemacht.

Deutsche-Bank-Sprecher Walter Schumacher sagte, es gebe keine generelle Leitlinie dafür, wie mit Konten von Rechtsextremisten verfahren werden solle. Aber es bestehe eine Neigung, im Zweifelsfall das Konto zu kündigen. Dabei werde von Fall zu Fall abgewogen.

Laut "Report" sind Kündigungen von Bankverbindungen aus politischen Gründen bisher Ausnahmefälle. So habe auch die Postbank Ludwigshafen ein "Solidaritätskonto Christian Hehl" gekündigt, weil dafür in rechtsradikalen Publikationen geworben werde. Der Neonazi Hehl gehört zum NPD-Landesvorstand Rheinland-Pfalz und sitzt wegen Körperverletzung im Gefängnis.

Bei den Postbanken Stuttgart, Hannover und Hamburg und anderen Geldinstituten würden aber noch NPD-Konten geführt, berichtete das Fernsehmagazin. Dazu erklärte der Sprecher der Postbank-Zentrale in Bonn, Norbert Rüger, zu Einzelfällen werde wegen des Bankgeheimnisses nicht Stellung genommen. Generell gelte, dass Konten krimineller und verfassungsfeindlicher Organisationen gekündigt würden.



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