Hilfseinsatz in Seuchengebiet Lufthansa baut Passagier-Airbus zum Ebola-Jet um

Deutschland rüstet sich für den Ebola-Ernstfall: Um infizierte Helfer aus Westafrika zu retten, baut die Lufthansa einen Airbus zum Ebola-Jet um. Er soll nach SPIEGEL-Informationen Ende November flugbereit sein.

Lufthansa-Airbus 340-400: Ein Flugzeug dieses Typs soll zum Ebola-Jet umgebaut werden
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Lufthansa-Airbus 340-400: Ein Flugzeug dieses Typs soll zum Ebola-Jet umgebaut werden

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Berlin - Von außen sieht der riesige Airbus 340-300 mit dem Städtenamen "Villingen-Schwennigen" aus wie jedes Lufthansa-Passagierflugzeug. Seit Sommer 2000 fliegt der weiß lackierte Großraumjet mit dem blau-gelben Symbol der Kranich-Airline auf der Heckflosse um die Welt, mal auf der Route Frankfurt-Dschidda, mal nach Bangkok. Der vierstrahlige Jet legte zigtausende Flugmeilen mit Tausenden Passagieren zurück.

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Heft 47/2014
Warum deutsche Jugendliche in den "heiligen Krieg" ziehen

Ab Montag wird die "Villingen-Schwenningen" für eine wesentlich heiklere Mission vorbereitet. Im Auftrag der Bundesregierung rüsten Experten der Lufthansa Technik und Ärzte des Robert-Koch-Insitituts den Passagierjet zum ersten deutschen Ebola-Rettungsflieger um. Geht alles gut, soll der Jet nach SPIEGEL-Informationen bis Ende November umfangreich umgebaut werden. Ausgerüstet mit drei sogenannten Isolationszellen zum Transport von mit dem Virus infizierten Patienten soll er dann die Sicherheit der deutschen Helfer in Ebola-Gebieten garantieren.

Das Projekt Ebola-Jet war seit Wochen ein gut gehütetes Geheimnis. Das Auswärtige Amt (AA) hatte Mitte September im Krisenstab entschieden, ein eigenes deutsches Spezialflugzeug bereitzustellen, da es für den Transport von Ebola-Infizierten aus der Krisenregion weltweit nur zwei Jets einer US-Firma gibt. Wegen dieser Lücke, das war allen Beteiligten klar, musste Berlin eine Rettungskette für die freiwilligen deutschen Helfern sicherstellen, die bald in Liberia ihre Arbeit beginnen.

Diplomaten tauften das Projekt "Apollo 13"

Die Ziele für die Mission waren hochgesteckt. So will das AA mit dem Ebola-Jet den deutschen und internationalen Seuchenhelfern in der Region die Sicherheit geben, auch im Falle einer schweren Ebola-Erkrankung vor Ort sicher nach Deutschland zurückgeholt zu werden. Den Freiwilligen aus der Bundeswehr hatte Ministerin Ursula von der Leyen das sogar persönlich versprochen. Da der Transport schnell und ohne Zwischenstopps erfolgen muss, fiel die Wahl auf einen Großraumjet.

Ab Mitte September plante man im AA unter Hochdruck. Staatssekretär Markus Ederer sprach mit dem Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Da die Technikabteilung der Airline jeden noch so extravaganten Wunsch in Flugzeuge einbaut, so seine Idee, müssten die Experten auch in der Lage sein, einen Ebola-Rettungsjet zu bauen. Bisher verfügt die Bundeswehr über mit ähnlichen Isolatoren ausgerüstete Militärmaschinen. In diesen allerdings können Infizierte zwar transportiert, aber nicht medizinisch behandelt werden.

Im AA wusste man um die Schwierigkeiten. Deswegen tauften die Diplomaten das Projekt intern schon "Apollo 13" - in Anlehnung an die Mondfähre, die im Weltall repariert werden musste. Auch wenn der Ebola-Jet nicht im Flug gebaut werden musste, gab es viele Hürden. So mussten die Experten planen, wie Patienten unter den speziellen Druckbedingungen behandelt werden können. Ebenso sicher musste man sein, dass die Mannschaft sich nicht mit den Erregern der Seuche anstecken kann und der Jet nicht mit Viren kontaminiert wird.

Mittlerweile hat man eine Lösung gefunden. So werden die Techniker der Lufthansa mehrere Sitzreihen aus dem Jet mit der Kennung D-AIGZ ausbauen. An ihre Stelle werden drei vier mal vier Meter große Isolatoren eingebaut, die eine deutsche Spezialfirma liefert. In den hermetisch abgeschlossenen Zelten können auch Patienten, bei denen die Ebola-Krankheit bereits ausgebrochen ist, während des Fluges medizinisch behandelt werden. Um die Verbreitung des Virus zu verhindern, sind die Isolatoren an ein eigenes Abluftsystem angeschlossen.

An Bord des Airbus 340-300 soll neben einer Lufthansa-Crew ein Ärzteteam in Schutzkleidung arbeiten. Intern sucht die Lufthansa bereits nach Freiwilligen unter den Piloten und den Flugbegleitern für die heiklen Rettungsmissionen. Deutschland will den Jet bei Notrufen anderer Nationen bereitstellen, wenn diese infizierte Helfer ausfliegen müssen. Im Fall des Falls müssten Patienten innerhalb von wenigen Tagen zurückgeholt werden, ab November will das AA den Lufthansa-Airbus deswegen ständig in Bereitschaft halten.

Spenden für die Ebola-Krisengebiete
Ärzte der Welt e.V.

Stichwort: Ebola

Deutsche Kreditbank (DKB)

IBAN: DE06 1203 0000 1004 3336 60

BIC: BYLADEM1001

Internet: www.aerztederwelt.org

Ärzte ohne Grenzen e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

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BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.aerzte-ohne-grenzen.de

Spenden bei Ärzte ohne Grenzen sind nicht zweckgebunden.

Cap Anamur

Stichwort: Ebola

Sparkasse KölnBonn

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BIC: COLSDE33

Internet: www.cap-anamur.org

Caritas international

Stichwort: Ebola-Hilfe

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02

BIC: BFSWDE33KRL

Internet: www.caritas-international.de

Deutsches Rotes Kreuz

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE63 3702 0500 0005 0233 07

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.drk.de

Diakonie Katastrophenhilfe

Stichwort: Ebola

Ev. Darlehensgenossenschaft

IBAN: DE26 2106 0237 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EDG

Internet: www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Don Bosco Mondo e.V.

Stichwort: Ebola

Pax-Bank eG

IBAN: DE10 3706 0193 3040 5060 70

BIC: GENODED1PAX

Internet: www.don-bosco-mondo.de

German Doctors e.V.

Stichwort: Ebola-Hilfe

Evangelische Bank

IBAN: DE12 5206 0410 0004 8888 80

BIC: GENODEF1EK1

Internet: www.german-doctors.de

humedica e.V.

Stichwort: Ebolahilfe

Sparkasse Kaufbeuren

IBAN: DE35 7345 0000 0000 0047 47

BIC: BYLADEM1KFB

Internet: www.humedica.org

I.S.A.R. Germany

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE25 3702 0500 0001 1825 00

BIC: BFSWDE33xxx

Internet: www.isar-germany.de

Misereor

Stichwort: Ebola Krise

Pax Bank Aachen

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10

BIC: GENODED1PAX

Internet: www.misereor.de

Oxfam Deutschland e.V.

Stichwort: EBOLA

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE60 3702 0500 0008 0905 01

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.oxfam.de

Plan International Deutschland e.V.

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE86 2512 0510 0009 4449 44

BIC: BFSWDE33HAN

Internet: www.plan-deutschland.de

Save the Children

Stichwort: Ebola-Nothilfe

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE92 1002 0500 0003 2929 12

BIC: BFSWDE33BER

Internet: www.savethechildren.de

SOS Kinderdorf

Stichwort: Ebola

Bankhaus Lampe

IBAN: DE84 4802 0151 0003 0200 02

BIC: LAMPDEDDXXX

Internet: www.sos-kinderdorf.de

Unicef

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE57 3702 0500 0000 3000 00

BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.unicef.de

Welthungerhilfe e.V.

Stichwort: Ebola-Epidemie

Sparkasse Köln/Bonn

IBAN: DE15 3705 0198 0000 0011 15

BIC: COLSDE33

Internet: www.welthungerhilfe.de

World Vision Deutschland

Stichwort: Ebola

Evangelische Kreditgenossenschaft

BAN: DE91 5206 0410 0004 0007 81

BIC: GENODEF1EK1

Internet: www.worldvision.de

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
Maler 16.11.2014
1.
Warum wird dafür ein so großes Flugzeug verwendet, das 300 Passagiere fasst? Wäre eine der alten A310, die man nach Ende der Aufgabe ohne nennenswerten Verlust verschrotten kann, nicht besser geeignet als ein Flugzeug, das gerade mal gut die Hälfte seines "Lebens" hinter sich hat? Apropos, im Artikel steht: "Der vierstrahlige Jet legte zigtausende Flugmeilen mit Tausenden Passagieren zurück": mannomann, hat der der Schreibende auch nur 5 Sekunden nachgedacht? Diese Maschine hat sicher schon über eine Million Meilen und hunderttausende Passagiere befördert. Zehntausende Meilen und Tausende Passagiere, das schafft so ein Flugzeug in einer einzigen Woche!
chris.peterson 16.11.2014
2. Deutschland kanns also doch noch
Deutschland kanns also doch noch! :) nach BER und S21 dachte ich ja schon, dass unsere deutschen Techniker alles verlernt haben. Aber: wenn es wirklich drauf ankommt geht es wohl doch! :-)
hensslen 16.11.2014
3. A310 hat nicht die Reichweite da Mittelstreckenflugzeug
Zitat von MalerWarum wird dafür ein so großes Flugzeug verwendet, das 300 Passagiere fasst? Wäre eine der alten A310, die man nach Ende der Aufgabe ohne nennenswerten Verlust verschrotten kann, nicht besser geeignet als ein Flugzeug, das gerade mal gut die Hälfte seines "Lebens" hinter sich hat? Apropos, im Artikel steht: "Der vierstrahlige Jet legte zigtausende Flugmeilen mit Tausenden Passagieren zurück": mannomann, hat der der Schreibende auch nur 5 Sekunden nachgedacht? Diese Maschine hat sicher schon über eine Million Meilen und hunderttausende Passagiere befördert. Zehntausende Meilen und Tausende Passagiere, das schafft so ein Flugzeug in einer einzigen Woche!
Nein, A310 hat deutlich weniger als 10000 km Reichweite (je nach Typ). Außerdem sind die meisten schon zu alt. Wenn man für längerer Zeit eine solche Fähigkeit haben will macht es Sinn einen Jet zu nehmen der noch neuer ist. Ist mit dem A340 der Fall. Die sind im übrigen auch recht günstig zu bekommen, da sie zwar gut aber mittlerweile recht unwirtschaftlich gegenüber den Zweistrahlern sind.
oberallgaeuer 16.11.2014
4. Man sorgt sich um die deutschen Helfer.
Die Hilfe bei Ebola kommt doch nur weil man Angst hat, dass sich auch europäische oder amerikanische Helfer anstecken können un die Krankkheit zurück ins eigene Land bringen. Das ist so scheinheilig. Es sterben täglich hunderte wenn nicht gar tausende von Kindern in Afrika und niemand interessiert sich dafür. Gut - Hunger ist nicht ansteckend.
Akka 16.11.2014
5. Die A 340
ist von ihrer Reichweite in der Tat geeigneter als der A 310. Aber Lufthansa ist natürlich heil froh nun die dritte von den höchst unwirtschaftlichen A 340-300 , nach den beiden Regierungsmaschinen, an den Bund los zu werden.
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