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13. März 2018, 20:11 Uhr

Pegida-Gründer

Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung gegen Lutz Bachmann

Lutz Bachmann droht wegen eines Tweets Ärger. Im Fall der getöteten 14-Jährigen in Berlin verlinkte er ein Facebook-Profil, das nicht zum Verdächtigen gehörte. Jetzt laufen Ermittlungen gegen den Pegida-Gründer.

Die Polizei ermittelt gegen Pegida-Initiator Lutz Bachmann wegen eines Tweets zur Tötung der 14 Jahre alten Schülerin aus Berlin. "Wir ermitteln wegen übler Nachrede, falscher Verdächtigung und Volksverhetzung", sagte ein Polizeisprecher.

Bachmann hatte im Kurznachrichtendienst geschrieben: "Mordfall #Keira G. Nun ist es wohl raus: Die Bestie vom Kaukasus, Edgar H., tschetschenischer Moslem und Ex-Flüchtling". Dazu hatte er auf ein Facebook-Profil eines Mannes verlinkt. Der Tweet ist mittlerweile nicht mehr zu sehen.

Ein Richter hatte am Mittwoch gegen einen 15 Jahre alten Mitschüler des Mädchens Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Der 15-Jährige hat die Tat gestanden. Er ist laut Polizeiangaben allerdings nicht identisch mit der Person, auf die Bachmann verlinkte.

Bachmann selbst schrieb auf Twitter, sein Tweet sei keine Tatsachenbehauptung gewesen und verwies auf seine Formulierung "wohl". Zuerst hatte das Portal "T-Online" über Bachmanns Tweet berichtet.

Ende 2016 war Bachmann bereits wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Damals musste er wegen herabwürdigender und hetzerischer Beleidigungen von Flüchtlingen auf Facebook knapp 10.000 Euro zahlen. Wegen dieses Falls war er auch von seinen Funktionen bei Pegida zurückgetreten.

aev/dpa

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