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Reaktionen auf Bachmann-Rücktritt: Grüne und Linke sehen Pegida entlarvt

AFP

Ein Foto in Hitler-Pose und ausländerfeindliche Sprüche haben Pegida-Organisator Lutz Bachmann in den Rücktritt getrieben. Vertreter von Linken und Grünen sehen sich bestätigt in ihrer Meinung über die islamkritische Bewegung.

Berlin - In ersten Reaktionen auf den Rückzug von Pegida-Organisator Lutz Bachmann sehen sich Politiker von Grünen und Linken bestätigt in ihrer Einschätzung der islamkritischen Bewegung.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) warnte davor, "sich von einem möglichen Rückzug Bachmanns aus der ersten Reihe in Dresden blenden zu lassen". Der "Berliner Zeitung" sagte sie: "Pegida ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung."

Der 41-Jährige hatte am Mittwochabend alle Ämter niedergelegt - gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

Roth selbst war von Bachmann verunglimpft worden. Auf Twitter schrieb Bachmann mehrere Hass-Tweets gegen die Grünen, unter anderem diesen Eintrag im September 2013: "VOLLSPINNER! Gehören standrechtlich erschossen diese Öko-Terroristen!... allen voran Claudia Fatima Roth!"

Der Vize der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, wertete den Rücktritt Bachmanns als Beleg für die Haltung von Pegida. "Die rassistischen Äußerungen des Pegida-Gründers Bachmann haben gezeigt, wes Geistes Kind die Organisatoren dieser Hass-Bewegung sind", sagte er dem "Tagesspiegel". "Wer jetzt noch diesen geistigen Brandstiftern nachläuft, macht sich mit ihnen und ihren Positionen gemein."

So berichtete die Boulevardpresse über Bachmanns Hitler-Pose Zur Großansicht
DPA

So berichtete die Boulevardpresse über Bachmanns Hitler-Pose

Bachmanns Hitler-Foto und die Facebook-Postings hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack". "Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe", heißt es dazu in Bachmanns Rücktrittserklärung.

Die rechtskonservative AfD begrüßte den Schritt. "Er hat mit seinen traurigen Äußerungen und ekelhaften Scherzen die Menschen von Pegida, die getrieben von ehrlichen Sorgen auf die Straße gehen, beschämt", sagte Sprecher Christian Lüth.

Die AfD hatte in den vergangenen Wochen Kontakt zur Pegida-Bewegung gesucht - allen voran Vorstandssprecherin Frauke Petry.

Sie stiftete am Mittwoch mit einer Pressemitteilung zur Causa Bachmann Verwirrung. Petry kommentierte den Rücktritt, bevor dieser überhaupt bekannt gegeben wurde. Die Mitteilung wurde um 16 Uhr versandt und sieben Minuten später wieder zurückgezogen. Bachmanns Rückzug wurde nach 18 Uhr verkündet.

fab/dpa

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