Umstrittenes Magazin-Cover SPD verteidigt Steinbrücks Stinkefinger-Pose

Wirbel um Peer Steinbrücks provokante Pose: Gut eine Woche vor der Bundestagswahl zeigt sich der SPD-Kanzlerkandidat auf einem Magazincover mit ausgestrecktem Mittelfinger. Die SPD verteidigt die Aktion - für FDP-Chef Rösler ist hingegen klar: "So etwas geht nicht."


Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück posiert gut eine Woche vor der Bundestagswahl mit ausgestrecktem Mittelfinger auf einem Zeitschriftencover. Am Freitag erscheint das Stinkefinger-Bild auf dem Titel des "Süddeutsche Magazins". Chefredakteur Timm Klotzek postete vorab ein Foto des ungewöhnlichen Bildes auf Twitter.

Alfred Steffen/ SZ-Magazin

Das Foto entstand im Rahmen der "Sagen Sie jetzt nichts"-Interviewreihe, bei dem die Antworten in Form von Fotos gegeben werden. Auf die Frage "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?", zeigte Steinbrück beim Fotoshoot den Stinkefinger.

Laut sueddeutsche.de wollte Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine die Stinkefinger-Pose zunächst nicht freigeben. Steinbrück aber habe gemeint: "Nein, das ist okay so".

Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine verteidigte das Foto auf SPIEGEL ONLINE. Er widersprach der Darstellung von sueddeutsche.de, dass er den Abdruck des Fotos noch habe verhindern wollen. "Ich sehe keine Schwierigkeit darin, warum sollte ich eine Schwierigkeit sehen?", sagte er.

"So etwas geht nicht"

Der Mittelfinger beziehe sich schließlich nicht auf Wähler, sondern auf eine Frage des "SZ"-Magazins, dass er sich um nette Spitznamen ja sicher keine Sorgen machen müsse. Kleine verwies zudem auf einen Tweet des Kanzlerkandidaten zu dem Foto. "Klartext braucht nicht immer Worte", postete das Team von Steinbrück am Nachmittag im Kurznachrichtendienst.

Das Foto entstand laut Kleine bereits vor einigen Wochen. Über den Plan des Magazins, das Wortlos-Interview kurz vor der Wahl zu drucken, sei man stets im Bilde gewesen, sagte er weiter.

Im Internet machte das Foto binnen Minuten die Runde, die Kommentare in sozialen Netzwerken schwanken zwischen Fassungslosigkeit, peinlichem Berührtsein und vereinzeltem Respekt.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) kommentierte auf Twitter: "Das kann doch wohl nicht der Stil eines Bundeskanzlers sein." FDP-Chef Philipp Rösler kritisierte die Cover-Pose am Rande des Wahlkonvents seiner Partei in Mainz. "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat. So etwas geht nicht", sagte der Vizekanzler am Donnerstag.

Steinbrücks Geste hat in der Politik einige Vorbilder: Im Jahr 2000 zeigte der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, einem Jugendlichen den Mittelfinger. Kürzlich posierte auch die frühere Oberpiratin Marina Weisband mit Stinkefinger auf einer Anti-Nazi-Demo. Die Geste ist in der Partei ohnehin sehr beliebt. Auf einem Magazincover ist der Finger in Kombination mit Politik allerdings eher ungewöhnlich.

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Steinbrücks Stinkefinger - mutig oder daneben?

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vme/amz/dpa

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insgesamt 576 Beiträge
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meinmein 12.09.2013
1.
Zitat von sysopSüddeutsche Zeitung MagazinWirbel um Peer Steinbrücks provokante Pose: Gut eine Woche vor der Bundestagswahl zeigt sich der SPD-Kanzlerkandidat auf einem Magazincover mit ausgestrecktem Mittelfinger. Die SPD verteidigt die Aktion - für FDP-Chef Rösler ist hingegen klar: "So etwas geht nicht." http://www.spiegel.de/politik/deutschland/magazin-titelbild-spd-verteidigt-peer-steinbruecks-stinkefinger-a-921971.html
Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass er gar nicht gewinnen will- hier ist er.
neu_ab 12.09.2013
2. Peer Vicious?
No Future? ACAB (All CDUlers are bastards)? Ja, Steinbrück erinnert mich immer nach an den Koyoten, der den Roadrunner Merkel jagt, falsche Tunneleingänge auf Felsen malt, sich mit selbstgebauten Raketen zum Vorsprung schiessen will, irrwitzig zwischen den Canyons der Politik herumrast, mit Leim, Bindfäden & Gadgets hantiert, um ihrer habhaft zu werden. Oder eben sich auch mal als Punker in Szene setzen läst - mit ähnlichen Ergebnissen wie der Koyote allerdings... Aber immerhin kann man ihm einen gewissen Erfindungsreichtum nachsagen.
christian simons 12.09.2013
3.
Zitat von sysopSüddeutsche Zeitung MagazinWirbel um Peer Steinbrücks provokante Pose: Gut eine Woche vor der Bundestagswahl zeigt sich der SPD-Kanzlerkandidat auf einem Magazincover mit ausgestrecktem Mittelfinger. Die SPD verteidigt die Aktion - für FDP-Chef Rösler ist hingegen klar: "So etwas geht nicht." http://www.spiegel.de/politik/deutschland/magazin-titelbild-spd-verteidigt-peer-steinbruecks-stinkefinger-a-921971.html
La Nahles hat seit Wochen nur noch ein Thema: Pippi Langstrumpf. Siegmar Gabriel sieht ohnehin aus wie Karlsson auf dem Dach. Steinmeier ist in der Versenkung verschwunden, und macht wahrscheinlich Ferien auf Saltkrokan. Und nun gibt Peer den Michel aus Effenberga. Wann geht der Astrid-Lindgren-Wahlkampf der SPD endlich zu Ende?
mischahh 12.09.2013
4. Klasse...
...das macht den Kerl ja mal direkt sympathisch. Nicht so weichgespült und abgehoben, nicht so fernab jeglicher Realität (und fernab von jedem "Bürger") wie die meisten der anderen Kasperlfiguren. Wenn er jetzt auch noch einem Obama und einer NSA diesen Finger .... (sie wissen schon, nicht bloß zeigen) würde.... Aber da nach einer evtl. Wahl ganz sicher keine entsprechenden Taten folgen würden gib's meine Stimme dennoch nicht.
artis 12.09.2013
5. richtig Herr Steinbrück
zeigen sie wo der Hammer hängt, diesen Finger hätte ich den Medien schon lange gezeigt. Klasse dieser Mann.
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