Millionenentschädigung Maike Kohl-Richter legt Revision ein

Maike Kohl-Richter hat keinen Anspruch auf eine Rekordentschädigung, die dem Altkanzler zugesprochen wurde. Das entschied ein Gericht in Köln. Die Witwe will das nicht hinnehmen.

Maike Kohl-Richter
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Maike Kohl-Richter


Im Streit um eine Rekordentschädigung für den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl geht dessen Witwe Maike Kohl-Richter in Revision. "Wir sind der Auffassung, dass Täter vom Tod des Opfers nicht profitieren dürfen und werden daher den Bundesgerichtshof anrufen", teilte ihr Anwalt Thomas Hermes mit.

Zuvor hatte das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass Kohl-Richter keinen Anspruch auf die von ihrem Mann erstrittene Entschädigung in Höhe von einer Million Euro hat. Der Anspruch auf Geldentschädigung sei nicht vererbbar, erläuterte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske.

Das Landgericht Köln hatte Helmut Kohl kurz vor dessen Tod die höchste Entschädigung der deutschen Rechtsgeschichte zugesprochen: Er sollte eine Million Euro erhalten - für die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts durch das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle". Die Entscheidung war aber noch nicht rechtskräftig, als Kohl am 16. Juni 2017 starb.

In dem 2014 erschienenen Buch waren Zitate aus Gesprächen enthalten, die der Ex-Kanzler 2001 und 2002 mit dem Journalisten Heribert Schwan geführt hatte, damit der Journalist als Ghostwriter Kohls Memoiren verfassen konnte. Bevor der vierte und letzte Band der Memoiren erscheinen konnte, zerstritten sich die beiden jedoch. Schwan veröffentlichte daraufhin eigenmächtig das "Vermächtnis"-Buch mit pikanten Äußerungen Kohls aus ihren Gesprächen.

Video: Aufstieg und Macht von Helmut Kohl - Das Interview (2003)

dbate

mho/dpa



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