Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bundesratsinitiative: Berlin will Maklerrecht bundesweit reformieren

Museumsinsel in Berlin: Maklerhonorare begrenzen Zur Großansicht
REUTERS

Museumsinsel in Berlin: Maklerhonorare begrenzen

Neue Regeln für Makler bei Immobilienkäufen: Der Berliner Senat will nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen eine Bundesratsinitiative anstoßen, die das Maklerrecht reformieren soll. Auch für Käufe könnte dann gelten: Wer den Makler bestellt, muss ihn bezahlen.

Berlin - Der Berliner Senat will die Gesetze für Makler bei Immobilienkäufen bundesweit neu regeln. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wollen SPD und CDU dazu eine Bundesratsinitiative anstoßen, die das Maklerrecht im Wesentlichen in drei Punkten reformiert.

Die Senatsinitiative geht in die Richtung des Gesetzesentwurfs, den Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) im Frühjahr vorgestellt hatte. Diesem Entwurf zufolge soll für Mietwohnungen das Bestellerprinzip eingeführt werden. Die Neuregelung war zuvor im Koalitionsvertrag der Großen Koalition auf Bundesebene vereinbart worden. Im Berliner Senat hatte man die Gesetzesinitiative von Maas abwarten wollen. Als klar wurde, dass diese Immobilienkäufe nicht abdeckt, wurde man tätig.

Der Plan, den der Senat unter Führung von CDU-Justizsenator Thomas Heilmann derzeit ausarbeitet, sieht demnach vor, dass auch für Käufe von Immobilien künftig das Bestellerprinzip eingeführt werden soll. Das heißt: Derjenige, der einen Makler bestellt, muss ihn auch bezahlen. Bislang trug bei Käufen meist der Käufer die Kosten, obwohl der Verkäufer den Makler beauftragte. Zudem soll ein Auftrag künftig stets in Textform erteilt werden, hieß es. Aktuell reichen oft mündliche Aufträge. Als dritter Punkt steht zur Diskussion, die Honorare für Makler zu begrenzen - hier scheinen sich die Berliner Koalitionäre indes noch nicht geeinigt zu haben.

Senatssprecher: Druck auf Bundesregierung erhöhen

Senatssprecher Richard Meng bestätigte das Vorhaben. Die Koalition in Berlin wolle mit der Initiative auch den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, den Vorschlag von Maas schneller umzusetzen. Die Details der Berliner Initiative seien indes noch nicht abgeklärt, sagte Meng.

Der Berliner Senat sieht im heutigen Maklerrecht den Wettbewerb behindert. Käufer und Verkäufer sollen in Zukunft vorher entscheiden dürfen, ob sie einen Makler einschalten wollen und wie viel Provision sie zu bezahlen bereit sind. Das Maklerrecht bedürfe dringend einer Reform, weil die Honorare für diese Berufsgruppe in den meisten europäischen Ländern deutlich niedriger seien, hieß es.

kes

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 86 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Was immens stört, ist die Realität...
Emil Peisker 04.07.2014
Zitat von sysopREUTERSNeue Regeln für Makler bei Immobilienkäufen: Der Berliner Senat will nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen eine Bundesratsinitiative anstoßen, die das Maklerrecht reformieren soll. Auch für Käufe könnte dann gelten: Wer den Makler bestellt, muss ihn bezahlen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/maklerrecht-berliner-senat-will-regeln-fuer-immobilenkaeufe-reformieren-a-979139.html
Der entscheidende Satz steht ganz am Ende des Artikels. Was immens stört, ist die Realität, dass zur Zeit der Makler, obwohl er vom Käufer bezahlt wird, nicht seine Interessen vertritt. Ich kann mir vorstellen, dass viele Käufer gerne die Courtage bezahlen würden, wenn der Makler in ihrem Sinne tätig wird. Da würden die Käufer häufig finanziell besser dastehen, als mit dem jetzigen Modell. Vielleicht würden dann die Verkäufer darauf bestehen, den Makler selber beauftragen zu können.
2. Makler
thkarlau 04.07.2014
Makler haben, wie auch z.B. Banker den denkbar schlechtesten Ruf. Ob zu Recht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich habe aber selber erlebt, wie der Makler den Preis für ein Haus in die Höhe trieb, weil seine Provision prozentual an die Kaufsumme gebunden ist. Je höher diese ist, desto mehr Geld erhält er. Ich halte das für grob fahrlässig, wenn nicht sogar kriminell. Es kann nicht angehen, daß der Makler die Interessen seines Auftraggebers hintanstellt, um seinen Profit zu maximieren. Warum werden nicht einfach Festbeträge eingeführt, die sich in Stufen am Kaufpreis orientieren? Etwa so, wie die Bundestagsabgeordneten ihre Nebeneinkünfte angeben müssen. Außerdem müßte eingeführt werden, daß der Makler ausschließlich im Interesse seines Auftraggebers arbeitet und bei Zuwiderhandlung haftbar gemacht werden kann.
3. Ergänzung....
Emil Peisker 04.07.2014
Zitat von Emil PeiskerDer entscheidende Satz steht ganz am Ende des Artikels. Was immens stört, ist die Realität, dass zur Zeit der Makler, obwohl er vom Käufer bezahlt wird, nicht seine Interessen vertritt. Ich kann mir vorstellen, dass viele Käufer gerne die Courtage bezahlen würden, wenn der Makler in ihrem Sinne tätig wird. Da würden die Käufer häufig finanziell besser dastehen, als mit dem jetzigen Modell. Vielleicht würden dann die Verkäufer darauf bestehen, den Makler selber beauftragen zu können.
Und natürlich zahlt dann der Auftraggeber...:-))
4. Wird auch langsam Zeit
micca221 04.07.2014
Es war mir schon immer ein Rätsel warum man fürs Schalten von ein paar Internetanzeigen und eine Handvoll Besichtigungstermine 10000de EUR an Provision verrechnen können sollte. Der Grund ist natürlich klar, es gab nie einen Wettbewerb. Dem Verkäufer war es im Endeffekt egal wieviel der Makler dem Käufer in Rechnung stellt, was wiederum dazu führt, dass Makler IMMER das lt. Gesetz mögliche verrechnt. Das Geschrei der Maklerverbände, dass "der Markt das doch bisher alles wunderbar geregelt hat" wird nicht lange auf sich warten lassen. Das ist ungefähr so als ob man sagen würde, Schutzgelde-Erpressung durch die Mafia wird auch wunderbar über den Markt geregelt. Es steht schliesslich jedem frei, ob man zahlt oder nicht.
5. Begrenzung der Maklergebühren
itsamadworld 04.07.2014
würde das Problem in seinem Zentrum treffen. Wäre die Bezahlung für eine Vermittlung in einem Bereich, den man als angemessen bezeichnen kann, dann würde wohl jeder gerne diese Leistung in Anspruch nehmen. Mitunter hat der Makler kaum mehr als eine Stunde Zeitaufwand und verlangt dann ein Honorar von drei Monatmieten. Das ist weder für Mieter noch für Vermieter zumutbar. So lange nicht daran gedreht wird, wird am Schluss immer der Mieter die Zeche bezahlen. Dann werden die Kosten eben umgelegt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: