Kampf gegen den Terror Bundesregierung will bis zu 650 Soldaten nach Mali schicken

Deutschland weitet seinen Militäreinsatz in Mali aus. Bis zu 650 Soldaten sollen in das afrikanische Krisenland entsendet werden. Damit entspricht die Bundesregierung einer Bitte Frankreichs.

Bundeswehrsoldat in Mali (M.): Kampf gegen "Islamischen Staat"
picture alliance / dpa

Bundeswehrsoldat in Mali (M.): Kampf gegen "Islamischen Staat"


Die Bundesregierung will bis zu 650 Soldaten zur Friedenssicherung ins westafrikanische Mali schicken. Damit solle auch Frankreich für den Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) entlastet werden, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses in Berlin. Angekündigt hatte sie es bereits vor einigen Tagen in Brüssel.

Zudem soll der Bundeswehreinsatz zur Ausbildung der kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak ausgeweitet werden. Daran sollen künftig bis zu 150 statt bisher 100 Soldaten teilnehmen können. Beiden Einsätzen muss der Bundestag noch zustimmen.

Bisher sind 200 Bundeswehrsoldaten an einer EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden Malis beteiligt. An der deutlich gefährlicheren Uno-Mission zur Friedenssicherung im Norden des Wüstenstaates nehmen dagegen derzeit nur zehn deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teil. Künftig sollen bis zu 650 Soldaten zur Durchsetzung eines Friedensabkommens zwischen der malischen Regierung und Aufständischen im Norden beitragen.

Nordmali war vor drei Jahren vorübergehend von islamistischen Kämpfern erobert worden, die nur durch eine Intervention der ehemaligen Kolonialmacht Frankreichs zurückgedrängt werden konnten. Die französische Regierung hatte nach den Anschlägen von Paris um Unterstützung gebeten. Kurz darauf hatten in Bamako islamistische Terroristen einen Anschlag auf ein Hotel verübt - 21 Menschen starben.

kev/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 77 Beiträge
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Tharsonius 25.11.2015
1. Was
bitte haben wir da zu suchen? WIESO müssen wir einer Bitte Frankreichs um deren Ex-Kolonie entsprechen? WARUM lassen wir uns da reinziehen? Haben wir noch NICHT genug Löffel in Suppen die uns quasi nichts angehen?
experiencedsailor 25.11.2015
2. Planloser Aktionismus -
passend zum gesamten Regierungshandeln. Nach "Deutschalnd wird am Hindukusch verteidigt" jetzt "Wir schützen Europa in Mali". Schlicht nicht vermittelbar!
ss7major 25.11.2015
3. Offensichtlich
wird in Berlin nicht mehr regiert. Blinder Aktionismus ohne Sinn und Verstand mit Erklärungen, dass sich die Balken biegen. Dazu noch jede Menge Selbstbeweihräucherung. Wie zurzeit das Volk vergaukelt wird, ist schon eine neue Klasse.
chjuma 25.11.2015
4. Egal wo man die
Krakenarme des Islamismus stutzt, es hilft auf alle Fälle, den Menschen vor Ort ihre Heimat zu behalten. Entweder wir gehen zu ihnen und schützen sie, bis ihr Staatsgefüge in der Lage ist sein Volk zu schützen oder sie kommen zu uns für H4. Da ist die erste Variante zumindest für das Volk besser. Und so können wir ein Gesicht zeigen, freundlich gegenüber der Bevölkerung, hart und gnadenlos gegenüber den islamistischen Mördern.
humble_opinion 25.11.2015
5. Bitte kein halber Kram
Man kann über Einsätze der Bundeswehr im Ausland geteilter Meinung sein. Und ob der französische Ansatz wirklich so gut ist, immer mehr Bomben auf den IS zu werfen, scheint mir eher fraglich. Mit welchem Ziel? Werden die unschuldigen zivilen Opfer nicht noch mehr Terroristen hervorrufen? Wie sieht die Exit-Strategie aus? Aber wenn man sich schon für einen Einsatz entscheidet, dann bitte 'richtig'. Schon bei der Formulierung 'bis zu 650' wird mir leicht schwummerig. Zieht man von dieser schon maximalen Zahl die Soldaten für Logistik, Versorung, Kommunikation usw. ab - wieviele stehen dann für die tatsächlichen Aufgaben zur Verfügung? Bekommen sie wirklich ausreichendes, modernes und - tja - gut funktionierendes Gerät mit? Die vielen Berichte im letzten Jahr über den Zustand der BW-Hardware lassen leider Zweifel und Bedenken aufkommen. Also wenn 'Ihr' unsere Soldaten dahin schickt, dann bitte in Menge und Ausrüstung so stark, dass sie bestmöglich geschützt sind! Kein typisch deutscher halber Kram in diesen Fragen: "Wir wollen ja eigentlich gar nicht. Wollen/müssen den Franzosen aber helfen und versuchen, das mit einem schlanken Fuß zu erledigen.." Das kostet im Zweifel Menschenleben und gefährdet natürlich auch den Auftrag. Das wäre grob fahrlässig.
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