Massive technische Probleme Hightech-Fregatte fährt in die Werft statt in die Karibik

An der neuen Fregatte "Baden-Württemberg" gibt es nach Informationen des SPIEGEL massive technische Probleme. Das Schiff muss repariert werden, die Marinesoldaten schieben Frust in der Kaserne.

Fregatte "Baden-Württemberg"
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Fregatte "Baden-Württemberg"

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Die Fahrt wäre zum Polarkreis gegangen, und dann aus der großen Kälte direkt in die Karibik. Die Besatzung der neuen Fregatte "Baden-Württemberg" hatte sich auf die Erprobungsfahrt schon riesig gefreut. Umso größer ist der Frust unter den Marinesoldaten, dass ihr Schiff vom neuen Fregattentyp F-125 nun auf dem Weg in die Werft nach Hamburg ist. Dort wird das Kriegsschiff wohl auch länger bleiben als gedacht. Denn die Defizite der neuen, insgesamt drei Milliarden teuren Hightech-Fregatten der F125-Klasse sind nach Informationen des SPIEGEL größer als bekannt.

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Neben Softwarefehlern gibt es Defekte am Radar, beim Wasseraufbereitungssystem und bei der Lebensmittelkühlung. Auch auf dem Schwesterschiff "Nordrhein-Westfalen" sollen die Probleme massiv sein. Die Stimmung in der Besatzung sei "Enttäuschung pur", so Dirk Bolte vom Verein "Freundeskreis Fregatte Baden-Württemberg". (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Zumal die Reparatur länger dauern dürfte als bis zum Herbst, wie vom Verteidigungsministerium offiziell angekündigt. "Wenn sich der Frust der Marinesoldaten herumspricht, wird es noch schwieriger werden, den dringend benötigten Nachwuchs rekrutieren zu können", sagte der Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Hans-Peter Bartels, (SPD) dem SPIEGEL. Der Freundeskreis der "Baden-Württemberg" versucht, die schlechte Moral mit Süßem zu heben: Er hat 20 Kilogramm Fruchtgummis an die Besatzung geschickt.

Im Verteidigungsministerium versucht man die Stimmung unter den Soldaten schönzureden. Dort hält man die Beeinträchtigung für nicht so gravierend, weil die Marineleute während der Werftzeit "notwendige Lehrgänge" absolvieren und "das eigene Können/Wissen in Übung" halten könnten.

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insgesamt 155 Beiträge
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Seite 1
eizboks 20.01.2018
1. Das ist ein Industrieproblem
Wie konnte so etwas, ohne Veränderungen im Anforderungsprofil, überhaupt ausgeliefert werden?
JerryKraut 20.01.2018
2. Sturmgewehre
die nicht geradeaus schiessen können, Marine-Hubschrauber, die nicht übers Wasser fliegen können, Transportflugzeuge, die überhaupt nicht fliegen können, oder, wenn sie es doch tun, herunterfallen, Fregatten, die Baustellen sind aber keine Kriegsschiffe. Hier wird der Pazifismus durch die Hintertüre eingeführt. Frau von der Leyen macht einen tollen Job!
kopp 20.01.2018
3. 20 Kilogramm Fruchtgummis für die Besatzung der „Baden-Württemberg“ ..
Auf Ursula von der Leyen ist einfach Verlass - sie hat den Laden voll im Griff.
ein-berliner 20.01.2018
4. Ist doch so einfach
Da wir in Deutschland kein Kriegsministerium haben kann die Marine auch kein Kriegsschiff besitzen. Somit ist dieses Friedensschiff doch perfekt konfektioniert und nichts funktioniert in diesem Tollhaus. Alles klar auf der Andrea Doria, immerhin schwimmt der Kahn ja noch.
raly 20.01.2018
5. ...
have darueber vor ueber einer Woche nen Beitrag im World Street Journal gelesen. Dort kam man zu der Ueberzeugung, dass deutsche Inhenieure nur Autos bauen und im Vergleich zu amerikanischen einfach keine Grossprojekte mehr koennen. Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen, einfach peinlich und traurig was der ‘ingenieurs standort’ so leistet!
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