Söder über Union CDU und CSU sind "nur noch entfernte Verwandte"

Die CDU eine Schwesterpartei der CSU? Das war einmal, sagt Bayerns Finanzminister Söder. In einem Interview warnt er vor einer tiefgreifenden Entfremdung.

Bayerns Finanzminister Söder (Archiv): Generalaussprache notwendig
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Bayerns Finanzminister Söder (Archiv): Generalaussprache notwendig


Der Streit um den Umgang mit Flüchtlingen könnte das Verhältnis zwischen CDU und CSU dauerhaft belasten. Diese Sorge hat der bayerische Finanzminister Markus Söder nun in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" geäußert. Wegen des aktuellen Streits seien "aus den Schwesterparteien entfernte Verwandte geworden". Es bestehe "die Gefahr einer tiefgreifenden Entfremdung zwischen CDU und CSU", sagte er.

Söder forderte für die Zeit nach den Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz eine Generalaussprache zwischen den Vorsitzenden und Vorständen beider Parteien. Daraus könne "neue Gemeinsamkeit erwachsen", so der CSU-Politiker.

Söder gilt als ein Anwärter für die Nachfolge von CSU-Chef Horst Seehofer. Der Parteivorsitzende lehnt in der Flüchtlingspolitik den europäischen Kurs der Kanzlerin ab und fordert nationale Obergrenzen für die Aufnahmen von Menschen auf der Flucht. Im Interview macht Söder nun deutlich, dass seine Partei in der Flüchtlingspolitik inhaltlich keine Zugeständnisse machen werde.

Die Position der CSU werde "von der Mehrheit der Bevölkerung, aber auch von vielen an der CDU-Basis geteilt", sagte Söder. Das Beste wäre eine internationale Lösung der Flüchtlingskrise, wie sie Merkel anstrebt, diese sei "aber in keiner Weise in Sicht".

brk/dpa



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