Söder zur Islamdebatte "Wir wollen lieber Kreuze aufhängen"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder legt in der Debatte über den Islam nach: Dieser sei hierzulande nicht kulturprägend, sagte der CSU-Politiker dem SPIEGEL. Zuwandererkinder sollen Werteunterricht erhalten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder


Bayern will eine harte Linie gegen den Islam fahren. Man werde an den christlichen Feiertagen festhalten und wolle keine islamischen Feiertage einführen, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder dem SPIEGEL. "Wir wollen in bayerischen Behörden lieber Kreuze aufhängen, statt sie abzuhängen." Der Islam sei nicht identitätsstiftend und kulturprägend für unser Land, selbst wenn er Realität in vielen deutschen Städten sei. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Heft 16/2018
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Statt den Unterricht über den Islam Hinterhofmoscheen zu überlassen, sei es wichtig, religiöse Unterweisung mit eigenen Lehrkräften zu gestalten, die Toleranz und die Religionsfreiheit in den Mittelpunkt stellten, sagte Söder. Er bekräftigt sein Vorhaben, an Schulen einen Werteunterricht speziell für Zuwandererkinder einzuführen. "In diesem Unterricht sollen neben Deutsch auch das klare Bekenntnis zur Religionsfreiheit, Toleranz gegenüber anderen Religionen wie dem Judentum und unsere Werteordnung vermittelt werden."

Die Zuwanderer kämen häufig aus Gesellschaftsordnungen, "die teilweise weit entfernt sind von der unsrigen. Es ist ein großer Sprung, wenn man aus einer anderen Kultur nach Deutschland kommt", sagt Söder.

Söder stellte sich an die Seite von Parteichef Horst Seehofer, der gesagt hatte: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Er war daraufhin von Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich gerügt worden. Söder sagte dazu: "Horst Seehofer hat Recht."

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 19 Beiträge
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Newspeak 13.04.2018
1. ...
Markus Soeder scheint von der Trennung von Staat und Kirche noch nichts gehoert zu haben. Er ist damit ebenso fundamentalistisch, wie die Leute, von denen er sich abgrenzen will. Es geht ja nicht nur um den Islam, es gibt in Bayern auch genuegend Menschen mit anderer Religionszugehoerigkeit oder einfach auch Atheisten. Und die wollen in einer Amtsstube auch nicht unbedingt ein Kreuz vorfinden. der staatliche Raum hat von jeglicher Symbolik freizubleiben. Ich frage mich, wie Leute, deren Weltanschauung so offensichtlich gegen das Grundgesetz verstoesst, ueberhaupt Ministerpraesident sein duerfen.
zeichenkette 13.04.2018
2. Kinder lernen nicht durch das, was man ihnen sagt
Kinder lernen vor allem durch das, was man ihnen vorlebt. Söder sollte seine "Werte" also lieber politisch leben anstatt das eine zu sagen (Religionsfreiheit, Toleranz) und das Gegenteil davon zu leben... Das ist überhaupt das aktuelle Grundproblem unserer Demokratien: Da wird immer viel von Grundwerten geredet, bloss praktisch umsetzen will man sie dann nicht, sondern lieber mit allen Mitteln nach Macht und Geld streben, wenn man schonmal die Macht hat.
mirage122 13.04.2018
3. Weil Bayern bald wählt.
Wie gut, dass der Rest der "Heimat" keine Kreuze tragen muss. Da haben wir ja richtig Glück. Aber Söder vertritt Seehosti ganz hervorragend. Eben gut angelernt, der Junge!
isi723 13.04.2018
4. nicht konsequent genug ;-)
im Kern ist die Aussage von Herrn Söder ja gar nicht falsch nur nicht wirklich kosequent. Ich finde auch, dass wir an den Schulen verpflichtend Ethik, Sozialkunde und vergleichbare Fächer für alle verpflichtend unterrichten sollten und dort u.a. über die Religionsfreiheit, die Trennung von Staat und Kirche, die unterschiedlichen Religionen, den Atheismus usw. wertfrei informieren sollten. Dies dann aber nicht zusätzlich zum Religionsunterricht sondern alternativ!
mattoregiert 13.04.2018
5. Das Kreuz
mit dem Kreuz ! Europa und die Welt haben genug unter dem Kreuz gelitten ! Wir sollten es aber auch nicht durch etwas anderes ersetzen !
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