CSU und Grüne treffen sich zum TV-Duell Söder versus Hartmann

Beim Fernsehduell zur bayerischen Landtagswahl trifft der Ministerpräsident auf den grünen Spitzenkandidaten. Und was ist mit der SPD?

Die Spitzenkandidaten der Grünen und der CSU auf Wahlplakaten
DPA

Die Spitzenkandidaten der Grünen und der CSU auf Wahlplakaten


Nun gibt es also doch ein Duell. Es wird zwischen dem grünen Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann und CSU-Ministerpräsident Markus Söder stattfinden. Die beiden werden am 26. September aufeinandertreffen.

Noch vor wenigen Wochen war sich der Bayerische Rundfunk nicht sicher, ob man einen klaren Gegner zu Söder benennen können würde - damals lagen SPD, Grüne, AfD und Freie Wähler in den Umfragen noch zu nah beieinander.

Grundlage für Entscheidung ist eine Umfrage

Die Grundlage für die jetzige Entscheidung ist laut BR die Infratest-Dimap-Umfrage "BayernTrend": Demnach würde die CSU auf 35 Prozent und die Grünen auf 17 Prozent der Wählerstimmen kommen. Die AfD, die Freien Wähler und die SPD liegen laut der Umfrage bei elf Prozent. Für die Verantwortlichen des BR war damit die Sache klar: Gegen Söder wird Hartmann antreten.

Bundesweit hat bisher vor allem Hartmanns Co-Spitzenkandidatin Katharina Schulze für Aufmerksamkeit gesorgt. Aber sie ist erst 33 Jahre alt und kann somit laut bayerischer Verfassung nicht Ministerpräsidentin werden. Das kann nur, wer das 40. Lebensjahr vollendet hat.

Es wird zusätzlich einen "Fünf-Kampf" geben

Laut BR wird es zusätzlich am 28. September einen 90-minütigen "Fünf-Kampf" geben, an dem die Spitzenvertreter derjenigen Parteien teilnehmen, die laut Wahltrend auf mindestens fünf Prozent kommen. Das sind momentan die SPD, die Freien Wähler, die AfD, die FDP und die Linke.

Vor allem für die SPD sind die derzeitigen Umfragewerte desaströs. Bei der vergangenen Landtagswahl im September 2013 kamen die Sozialdemokraten noch auf 20,6 Prozent, die Grünen landeten damals bei 8,6 Prozent. Der Generalsekretär der bayerischen SPD, Uli Grötsch, nannte die Entscheidung des BR "völlig absurd". Es sei das erste Mal, dass die Teilnehmer an einem Duell im öffentlichen Rundfunk nicht auf Basis von tatsächlichen Wahlergebnissen, sondern ausschließlich auf Basis von Meinungsumfragen festgelegt würden.

Der BR wies den Vorwurf zurück. Das Berichterstattungskonzept zur Wahl sei "ausgewogen". Die Organisation des Fernsehduells nach dem Wahlergebnis von vor fünf Jahren würde der "komplexen aktuellen politischen Lage nicht gerecht", erklärte Chefredakteur Nitsche.



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Im Video: Markus Söder - Provokateur und Profiteur der Regierungskrise

SPIEGEL TV

höh/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Emderfriese 17.09.2018
1. Schmecken
Ich verstehe nicht ganz, warum Söder und Hartmann exclusiv "gegeneinander" auftreten dürfen. Selbst wenn es auch einen Termin für alle 5 gesetzten Parteien gibt - diese Sonderstellung von grün und schwarz hat einen Geschmack... bayerische Demokratie oder was?
urmedanwalt 17.09.2018
2. Arme Natascha Kohnen
Da kann sie und ihre Mitstreiter ackern was sie wollen ; gegen den bundesweiten Anti-SPD-Trend kommen sie nicht an. Es wird zwar nicht so schlimm werden wie befürchtet, aber jedes Prozent mehr als 15% wird schwer. Ein Trauerspiel für eine Partei, die einmal den bayerischen Ministerpräsidenten gestellt hat.
Willi Wacker 17.09.2018
3.
Zitat von urmedanwaltDa kann sie und ihre Mitstreiter ackern was sie wollen ; gegen den bundesweiten Anti-SPD-Trend kommen sie nicht an. Es wird zwar nicht so schlimm werden wie befürchtet, aber jedes Prozent mehr als 15% wird schwer. Ein Trauerspiel für eine Partei, die einmal den bayerischen Ministerpräsidenten gestellt hat.
Ähem, in Bayern liegt die SPD auf Platz 4 mit knapp 12% noch hinter der AfD.
jjcamera 17.09.2018
4.
Zitat von urmedanwaltDa kann sie und ihre Mitstreiter ackern was sie wollen ; gegen den bundesweiten Anti-SPD-Trend kommen sie nicht an. Es wird zwar nicht so schlimm werden wie befürchtet, aber jedes Prozent mehr als 15% wird schwer. Ein Trauerspiel für eine Partei, die einmal den bayerischen Ministerpräsidenten gestellt hat.
Die SPD wurde in Bayern noch nie so richtig ernst genommen. Auf dem Land war in meiner Jugend (Chiemgau 60er Jahre) der einzige SPD-Wähler in der Gemeinde bekannt wie ein bunter Hund. Witziger Weise war es meistens der Briefträger...
sabrina74 17.09.2018
5. Nicht nur in Bayern so
Zitat von EmderfrieseIch verstehe nicht ganz, warum Söder und Hartmann exclusiv "gegeneinander" auftreten dürfen. Selbst wenn es auch einen Termin für alle 5 gesetzten Parteien gibt - diese Sonderstellung von grün und schwarz hat einen Geschmack... bayerische Demokratie oder was?
Auf Bundesebene traten auch stets die aussichtsreichsten Kandidaten beim TV-Duell an - bei der letzten Schulz / Merkel. Das ist keine bayerische Besonderheit ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.